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Lauenburg So soll Möllns verbesserte Einkaufstraße aussehen
Lokales Lauenburg So soll Möllns verbesserte Einkaufstraße aussehen
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14:28 12.12.2019
Die Firma WES gewann mit diesem Entwurf die Jury für sich. Doch Verwaltung und Stadt fehlten etwa Bäume und zusätzliche Trinkbrunnen. Die sollen nun hinzukommen. Quelle: FIRMA WES/HFR
Mölln

Für etwa sieben Millionen Euro sollen Hauptstraße und Bauhof in Mölln umgebaut werden. Ziel ist es vor allem, die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern. Dafür soll ein zusammenhängender Straßenraum ohne hohe Bordsteine mit breiteren Fußwegen, schmalerer Fahrbahn und weniger Parkflächen entstehen. Der breitere Teil der Hauptstraße sollte nach dem Willen der Firma WES Landschaftsarchitektur, die den Städtebauwettbewerb gewann, ein „urbanes Erscheinungsbild“ ohne Bäume bekommen. Doch Letzteres missfiel einigen Jurymitgliedern. Neben mehr Bäumen, Wasserelementen und einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung soll die Hamburger Firma nun weitere klimafreundliche Maßnahmen einbauen. Über den Vorentwurf auf Grundlage eines Beschlusses der Verwaltung entscheidet der Bauausschuss am Donnerstagabend. Ab 2021 soll voraussichtlich der Umbau beginnen.

Der zentrale Einkaufsbereich in Mölln soll jetzt mehr Bäume beinhalten. Das zeigt die Karte der Firma WES aus Hamburg. Quelle: WES

Städtebauförderung

Zwei Drittel der förderungsfähigen Kostenwerden über Städtebauförderungsmittel von Bund und Land getragen. Alleine könnte die Stadt Mölln die geschätzte Investition von sieben Millionen Euro sicher nicht stemmen. Doch auch mit der in Aussicht gestellten Förderung wird es nicht leicht. Zur Realisierung der Gesamtmaßnahme seien in den nächsten Jahren noch ergänzende Förderanträge notwendig.

Der Beschluss der Juryüber den Siegerentwurf war einstimmig. Die Möllner Politik hatte den Entwurf grundsätzlich für gut befunden. Die Vergrößerung der Platz- und Fußwegeflächen stelle eine Bereicherung dar. Die Begrünung am verkehrsberuhigten Bereich wird begrüßt, eine zweireihig geführte Baumreihe erschien der Jury jedoch zu viel. Dagegen sollte die Wegnahme der zwei Lindenreihen auf dem Bauhof noch einmal kritisch überprüft werden. Die Herausnahme der öffentlichen Stellplätze im breiten Teil der Hauptstraße begrüßt die Jury, kritisiert jedoch den Verzicht auf Bepflanzung.

Mehr Bäume, Trinkbrunnen und Wasserspiele

„Der Baumbestand war eines der Themen. Mir persönlich ist er zu gering“, berichtet Jörg Steffen (CDU), stellvertretender Bauausschussvorsitzender. Die Fraktionen hatten im Laufe der Woche noch zum Thema beraten. „Das Preisgericht hat in seiner Beurteilung einige Empfehlungen ausgesprochen, die Thema bei der weiteren Bearbeitung waren“, erklärte Manfred Kuhmann, Leiter der Möllner Bauverwaltung. Beim Thema Baum- beziehungsweise Grüngestaltung habe das dazu geführt, dass im Bereich Hauptstraße am Zob eine bessere Anpassung an die konkrete Situation vor Ort erfolgt ist, auf dem Bauhof eine Baumreihe mehr als im Wettbewerbsentwurf eingeplant werde und im breiten Teil der Hauptstraße zwischen Grubenstraße und Marktstraße rund ein Dutzend neue Bäume vorgesehen seien.

Im Breiteren Teil der Hauptstraße zwischen Blei- und Wallstraße soll ein größeres Wasserobjekt entstehen. Denkbar sind ein Quellstein, ein Wasserfilm oder so genannte Nebeldüsen. Trinkbrunnen sollen im Bereich des Bauhofes oder des Zob-Verbindungsweges und in Höhe der Grubenstraße entstehen. In Höhe der Grubenstraße soll auch ein Quellstein installiert werden. Am Bauhof soll die Skulptur „Der Zeitungsleser“, in ein Wasserspiel integriert werden. „Dadurch entsteht eine die gesamte Hauptstraße durchziehende Reihe von Wasserelementen. Neben beschattenden Elementen steht damit als klimaanpassender Aspekt die Kühlung durch Wasser im Vordergrund, wodurch gleichzeitig der lagebedingte, das Stadtbild prägende Bezug Möllns zum Wasser hervorgehoben wird“, heißt es von Seite der Verwaltung, die die Ergebnisse gebündelt hat. In Abstimmung mit unterschiedlichen städtischen Fachbereichen und -diensten, dem städtischen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen sowie der Unteren Denkmalschutzbehörde war der Wettbewerbsentwurf weiterentwickelt worden.

An mehreren Stellen sollen in der Möllner Innenstadt Wasserelemente aufgebaut werden. Die Firma WES zeigt hier Beispiele für einen Quellstein (v. l.), Elemente mit Wasserfilm oder Nebeldüsen. Quelle: WES HAMBURG

Insektenfreundliche Lampen und Schutz vor Starkregen

Und es gibt noch weitere klimaschützende sowie klimaanpassende Gesichtspunkte, die im Konzept von den Hamburger Planern berücksichtigt werden sollen. So sollen nachhaltige Materialien und nach Möglichkeit Recyclingmaterial für den Umbau verwendet werden. Bäume sollen in Baumgruben möglichst verbindende Wurzelgräben bilden. Dadurch sollen die Bäume resistenter gegen Autoverkehr und Windschäden werden. Die neue Straßenbeleuchtung soll nicht nur energieeffizienter werden, sondern auch noch den Tod von Insekten verhindern. Der Schutz vor zunehmendem Starkregen soll verbessert werden, indem durchlässige Oberflächenmaterialien verwendet werden und die Entwässerungseinrichtungen großzügig umgesetzt werden. Das verwendete Material und die Standorte von Wasserelementen und Bäumen sollen außerdem vor starker Hitze schützen.

Minikreisverkehr, breitere Fußwege, schmalere Fahrbahn

All dies dient der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Einkaufsstraße und am Bauhof. „Die Hauptstraße wandelt sich vom zerschnittenen Straßenraum zu einem großzügig gestalteten zusammenhängenden Stadtraum mit belebten Rändern und hoher Aufenthaltsqualität“, heißt es im Konzept von WES. Noch wichtiger: Die Reduzierung des Verkehrs in der Altstadt sei eine Bedingung dafür. Die Fahrbahnen sollen deshalb auf sechs Meter Breite reduziert werden, der Bordstein soll nur noch drei Zentimeter hoch sein. Der Fußweg hingegen soll zwischen AOK und Grubenstraße auf 5,25 Meter Breite anwachsen. Die verbleibenden fünf Parkplätze sollen Taxiständen, Plätzen für Lieferverkehr und Behindertenparkplätzen weichen.

Sofas aus Naturstein mit Holzauflage

Im Stück zwischen Grubenstraße und Bauhof soll der Gehweg links und rechts der Fahrbahn immerhin 2,25 Meter breit werden. Als Sitzobjekte sind Sofas aus Naturstein mit Holzauflage und Rückenlehne vorgesehen. Am Bauhof ist ein breiter Sitzrand aus Naturstein am Rand des neuen Wasserspiels vorgesehen. Auf dem Fußboden des Platzes sowie auf der Fahrbahn am neuen Mini-Kreisverkehr, der zum Zob und zum Wasserkrüger Weg führt, soll einheitlich Bockholmer Klinker verlegt werden.

Von Florian Grombein

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