Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg So werden Wolfsspürhunde in Schleswig-Holstein ausgebildet
Lokales Lauenburg So werden Wolfsspürhunde in Schleswig-Holstein ausgebildet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:45 23.04.2019
Uta Kielau, Hundetrainerin, sucht mit ihrem Labradormischling „Scott“ auf einer Wiese an einem Waldstück Wolfshaar. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Büchen

Wenn „Pelle“ das Kommando „Such den Wolf“ hört, ist der vierjährige Australian Shepherd nicht mehr zu bremsen. Aufgeregt schnüffelnd läuft der Hund über die Wiese und sucht nach der Wolfsfährte, die Hundetrainerin Uta Kielau zuvor ausgelegt hat. Hier auf einer Wiese am Rande von Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg trainiert Kielau Wolfsspürhunde. „Sie zeigen zuverlässig an, ob hier ein Wolf war“, sagt Kielau.

Seit vier Jahren bildet die Hundetrainerin in Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg Hunde von ehrenamtlichen Wolfsbetreuern zu Wolfsspürhunden aus. Sie unterstützen ihre Besitzer bei der Suche nach Wölfen (lat.: Canis lupus). „Die Hunde jagen keine Wölfe, sie zeigen nur an, ob sich in einem Gebiet vor kurzem Wölfe aufgehalten haben“, betont Kielau. „Ist das Ergebnis positiv, geben wir das ans Land weiter, das Fotofallen aufgestellt und Schafhalter informiert.“

In Büchen werden Hunde von ehrenamtlichen Wolfsbetreuern zu Wolfsspürhunden ausgebildet. Dabei helfen auch Wattepads.

Nur zwei Wolfsspürhunde in Schleswig-Holstein

Bislang gibt es in Schleswig-Holstein zwei ausgebildete Wolfsspürhunde. Neben „Pelle“, dem Hund von Wolfsbetreuerin Petra Schulz, ist das Kielaus Bluthund-Labrador-Mix „Scott“. Vier weitere Hunde seien derzeit in der Ausbildung, sagt Schleswig-Holsteins Wolfskoordinator Jens Matzen.

Rund zwei Jahre dauert die aufwendige Ausbildung. „Die Hunde müssen erst lernen, verschiedene Gerüche zu unterscheiden und dann alles auszublenden, was nicht nach Wolf riecht“, erklärt Kielau, die auch Such- und Rettungshunde ausbildet.

Wattepads mit Wolfshaaren und Wolfsgeruch

Für das Training nutzt sie Wattepads, die in einem großen Schraubglas mit Wolfshaaren den typischen Wolfsgeruch angenommen haben. Die Haare bekommt sie vom Landeslabor in Neumünster oder vom Leibnizinstitut für Zoo- und Wildtierkunde in Berlin. Haben die Hunde die Geruchsprobe gefunden, gibt es für sie zur Belohnung ihr Lieblingsspielzeug.

Mehrere Einsätze haben „Pelle“ und „Scott“ schon absolviert. So hat „Pelle“ vor einigen Monaten „erschnüffelt“, dass ein totes Kalb nicht von einem Wolf, sondern von einem Hund aus dem Stall auf die Weide gezerrt worden war. „Pelle war sich da ganz sicher und der DNA-Abgleich hat das bestätigt“, sagt Schulz stolz. Weitere Einsatzmöglichkeiten der Hunde sind nach Angaben Kielaus unklare Wolfssichtungen von Spaziergängern oder Jägern und das Wolfsmonitoring, also die Überprüfung der Bestände.

„Nachweis nur durch Fotofallen und DNA-Gutachten“

Matzen hält die Hunde ebenfalls für eine gute Unterstützung. „Auch wenn ihre Anzeige nicht als sicherer Nachweis gilt, haben sie eine hohe Trefferquote und verschaffen schnell Klarheit, was ja für Nutztierhalter wichtig sein kann“, sagt Matzen. Nach seinen Angaben gibt es auch in Hessen und Baden-Württemberg Spürhunde, die auf den Kot von Wölfen geprägt sind.

Der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu), Fritz Heydemann, hält dagegen nicht viel von den Wolfsspürhunden. „Ein Hund kann sich irren. Ein sicherer Nachweis ist nur durch Fotofallen und über ein DNA-Gutachten möglich“, sagt er.

Wölfe in Schleswig-Holstein

dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gemeldet wurde das Feuer als Großbrand – zum Glück war es aber schnell unter Kontrolle. Dennoch gab es sechs Verletzte unter den Landwirten und Mitarbeitern sowie Angehörige des Hofes. Die Polizei ermittelt.

23.04.2019

Durch den Brand des Pariser Wahrzeichens Notre-Dame rückt hierzulande der Ratzeburger Dom ins Interesse. Auch diese Kirche hat gebrannt – allerdings schon vor 126 Jahren – und wird gerade saniert.

22.04.2019

Einst absichtlich oder versehentlich eingeschleppt, bedrohen immer mehr Pflanzen und Tiere aus fremden Regionen die heimische Flora und Fauna. Der Aufwand, diese invasiven Arten einzudämmen ist groß.

21.04.2019