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Lauenburg Spannender Blick in die Vergangenheit
Lokales Lauenburg Spannender Blick in die Vergangenheit
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11:51 09.09.2019
In und an der alten Mühle in Panten war am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals eine Menge los. Auch das Mühlencafé und der Handwerkermarkt lockten die Besucher an. Quelle: Norbert Dreessen
Ratzeburg

Dass ein Blick in die Geschichte spannend, bunt und auch unterhaltend sein kann, beweist der alljährlich bundesweit begangene „Tag des offenen Denkmals“ immer im September. Schon seit dem Beginn im Jahr 1993 macht auch das Herzogtum Lauenburg mit, und am Sonntag war es wieder so weit. Überall im Kreis gab es Besichtigungs- und Aktionsmöglichkeiten. Die wurden größtenteils sehr gut angenommen.

Historische Radtour

Wer wollte, konnte sich im Rahmen des Denkmaltags sogar sportlich betätigen. So bot beispielsweise Ratzeburgs und Möllns Stadtarchivar Christian Lopau eine 30 Kilometer lange Radtour von Nusse über Mannhagen und Anker nach Behlendorf und zurück nach Nusse an. Unterwegs gab es viel Historisches zu sehen.

Urte Bockelmann (2. von rechts) erläuterte, welche historisch wertvollen theologischen Bücher im Ratzeburger Dom aufbewahrt werden. Quelle: Norbert Dreessen

Die beiden wohl berühmtesten Bauwerke im Kreis, die Nicolaikirche in Mölln und der Dom in Ratzeburg, konnten natürlich auch besichtigt werden. In Mölln bot Küsterin Christine Koch Führungen an, in Ratzeburg gab es sachkundige Erläuterungen von Klaus Lankisch. Im Kapitelsaal des Doms waren dann noch unter dem Motto „Schätze aus der Dombibliothek“ historische theologische Bücher zu bewundern. Urte Bockelmann, die die mehr als 3600 Bände der wertvollen Bibliothek betreut, zeigte unter anderem eine handliche Reisebibel aus dem Jahr 1570 und als Kuriosum ein 1599 gedrucktes Werk, nämlich das Matthäus-Evangelium in zwölf Sprachen.

Lauenburger hatten Häuser geöffnet

Besonders umfangreich war am Sonntag das Programm in Lauenburg, wo sich in der Altstadt, direkt am Ufer der Elbe, die historischen und denkmalgeschützten Gebäude geradezu drängen. Etliche Bürger hatten ihre restaurierten Wohnhäuser geöffnet, in der Maria-Magdalenen-Kirche fanden Führungen und ein ökumenischer Gottesdienst statt, das Elbschifffahrtsmuseum lockte mit seinen begehbaren Erlebniswelten, am Schloss gab es einen Keramik- und Kunsthandwerkermarkt, und auch die fast 100 Jahre alte nostalgische Technik des ehemaligen Elektrizitätswerks an der Palmschleuse dufte bestaunt werden. Natürlich konnten Interessierte auch wieder ein Fahrt mit dem anno 1900 erbauten Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ unternehmen. Der immer noch rüstige und denkmalgeschützte Oldtimer schippert seit 1970 auf der Elbe.

Tag des offenen Denkmals

Seit 1993 gibt es in ganz Deutschland den „Tag des offenen Denkmals“. Er wird durch mehrere tausend Initiativen und Partner vor Ort getragen – vom ehrenamtlichen Helfer bis zum Landesdenkmalamt. Neben privaten Denkmaleigentümern nehmen mehr als 2500 Städte und Gemeinden teil.

Private und öffentliche Eigentümer können ihr Denkmal jährlich bis Ende Mai bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Programmangebot anmelden. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass der Besuch des Denkmals am Aktionstag kostenfrei ist. Das Gesamtprogramm umfasst inzwischen jedes Jahr zwischen 7000 und 8000 geöffnete Denkmale aller Art – vom Schloss über die Scheune bis zum Raddampfer.

Mühlenfest mit Handwerkermarkt

Zu den sehenswerten Gebäuden in Labenz gehört zweifellos die 1768 erbaute Wassermühe. Sie und das weitläufige Gelände war am Sonntag Veranstaltunsgsort für ein fröhliches Mühlenfest mit Handwerkermarkt, Schaumahlen, Mühlencafé und Führungen. „Hier soll man Geschichte zum Anfassen erleben können“, sagte Besitzerin Yasmine von Rumohr. Das gelang voll und ganz.

Gunda Jorczyk zeigte den Besuchern ihr liebevoll restauriertes Fachhallenhaus in Mannhagen - auch den wunderschönen Herd. Quelle: Norbert Dreessen

Wie man ein fast 300 Jahre altes und schon ziemlich desolates Fachwerkhaus mit viel Geduld und Herzblut in ein Schmuckstück verwandelt, das zeigten Gunda und Fred Jorczyk in Mannhagen. Sie haben einen Zweiständerbau mit Durchfahrtsdiele von Grund auf restauriert und vermieten das wunderschöne reetgedeckte Haus nun an Feriengäste, die sich hier wirklich wohl fühlen können.

Private Gebäude waren diesmal allerdings nur in recht geringer Zahl für den „Tag des offenen Denkmals“ gemeldet worden. Gotteshäuser dagegen standen in etlichen Orten des Kreises offen, darunter in Berkenthin, Siebenbäumen und Breitenfelde. Fragen der Besucher über die Geschichte der jeweiligen Bauwerke konnten hier meist erschöpfend beantwortet werden.

Von Norbert Dreessen

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