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Lauenburg Beim Spargelanstich im lauenburgischen Buchholz präsentiert sich die neue Spargelherzogin
Lokales Lauenburg Beim Spargelanstich im lauenburgischen Buchholz präsentiert sich die neue Spargelherzogin
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11:24 12.04.2019
Spargelherzogin Elin I. übergibt nach drei Jahren am Donnerstag ihr Zepter an eine Nachfolgerin. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Mölln

Alles begann vor 19 Jahren. Die Spargelanbauer im Kreis suchten nach neuen Ansätzen, den „König der Gemüse“ wie der Spargel auch genannt wird, medienwirksam zu vermarkten. Spargelbauer Dieter Gast aus Alt-Mölln und Rosemarie Frenz hatten die Idee. Beide waren Vorstandsmitglieder im Verband Alte Salzstraße, einer Art Vorgängerorganisation der wenig später gegründeten Herzogtum Lauenburg Marketing- und Servicegesellschaft HLMS.

Und so wurde mit der damals 17-jährigen Wiebke Müthel aus Dargow nicht nur eine Spargelhoheit gefunden, sondern auch offizielle Spargelwochen vom 1. Mai bis zum traditionellen Saisonende zu Johanni am 24. Juni festgelegt und ein Spargelfest auf dem Marktplatz in Mölln organisiert. Und beim Spargelanstich wurde Wiebke I. dann offiziell inthronisiert.

Seit 18 Jahren repräsentiert eine Spargelherzogin den Anbau des königlichen Gemüses im Kreis Herzogtum Lauenburg. In einer Bildergalerie blicken wir auf die bisherigen Hoheiten und ihre Amtszeiten zurück.

18 Jahre später denkt die heute 35-Jährige gerne an die Zeit zurück, auch wenn es manchmal auch ein wenig nervig gewesen sei, sagt Müthel. „Auch wenn ich selbst ja nicht wirklich ein Promi war, aber ich konnte danach jeden Promi verstehen, wenn er keinen Nerv hatte, auch noch im Supermarkt Interviews zu geben“, sagt Müthel. „Wenn du am Wochenende einfach mal mit Freunden ein wenig in der Disco feiern willst und dann ständig von völlig fremden Menschen auf dein Amt angesprochen wirst, kann das auf die Dauer ganz schön nerven“, erinnert sich Müthel.

Promistatus wider Willen

Aber ansonsten sei es eine spannende und tolle Zeit gewesen. Auch wenn sie inzwischen mit ihrem Mann in der Schweiz lebe, esse sie immer noch gerne Spargel. „Hier unten essen die Schweizer allerdings längst nicht so viel Spargel wie bei uns“, sagt Müthel. Aber wenn, dann oftmals auf die klassische Art mit Sauce Hollandaise oder Butter, Schinken und Kartoffeln. Ihre Schärpe habe sie übrigens immer noch. Anders als das Zepter, welches stets an die Nachfolgerin abgegeben werde, dürfe man diese als Andenken behalten.

Wiebkes Nachfolgerin wurde 2002 Kristina Hamester aus Elmenhorst. Wie Wiebke I. war Kristina I. 17 Jahre alt, als sie ihr Amt antrat. Allerdings war sie sogar zwei Jahre Spargelherzogin und gab das Zepter 2004 schließlich an Aneke Schmaljohann weiter. Aneke I. war schon bald nicht mehr die einzige Spargelhoheit im Land.

Konkurrenz durch eine Königin

Dass das Marketing für den „König der Gemüse“ in Verbindung mit einer jungen Schönheit offenbar noch erfolgreicher sein könnte, hatte man auch auf Landesebene bemerkt – und inthronisierte 2005 erstmals eine schleswig-holsteinische Spargelkönigin. Das sorgte allerdings zunächst für etwas dicke Luft zwischen den Spargelbauern auf dem Südbalkon Schleswig-Holsteins und dem Rest des auf ewig ungeteilten Landes.

Letztlich nahmen es die lauenburgischen Anbauer mit Humor. Denn was ist schon eine Königin ohne Königreich gegen eine Herzogin mit einem echten Herzogtum. Entsprechend trat Anekes Nachfolgerin Marisa Siemers 2006 dann auch auf, als die Königin erstmals ihren Fuß auf lauenburgischen Boden setzte – allerdings war Landwirtstochter und Herzogin Marisa I. ohnehin keine Person, die sich von irgendjemandem so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen würde.

Casting für eine neue Herzogin

Auf Marisa I. folgte zwei Jahre später Aenne I.. Und Aenne drehte den Spieß später einfach um. Fast wie früher im Mittelalter, wo Bündnisse und Frieden gerne durch Eheschließungen besiegelt wurden, ließ sich Herzogin Aenne I. einige Jahre später zur Königin Aenne I. krönen. So kann man es natürlich auch machen.

Die Spargelherzoginnen

Die bisherigen Spargelherzoginnen waren Wiebke Müthel (17 Jahre bei Amtsantritt, 2001 im Amt), Kristina Hamester (17 Jahre, 2002/2003), Aneke Schmaljohann (17 Jahre, 2004/2005), Marisa Siemers (2006/2007), Aenne Heins (17 Jahre, 2008/2009), Anneke Heuer (30 Jahre, 2010/2011), Alyssa Dude (23 Jahre, 2012 bis 2015), Elin Lippert (19 Jahre, 2016 bis heute).

Mit Anneke Heuer gab es 2010 erstmals eine offiziell gecastete Spargelhoheit. Souverän setzte sich die damals 30-Jährige vor der Jury gegen ihre Konkurrentinnen durch. Und auch beim Outfit sorgte Anneke II. für neue Maßstäbe: Statt Kleid oder Dirndl suchte sie sich einen Trachtenjanker und Rock aus. Ein Outfit, dass sich auch angesichts des manchmal stürmischen Wetters als durchaus praktisch erweisen sollte.

Vier Jahre im Amt

Nicht umsonst traf auch Nachfolgerin Alyssa Dude 2002 eine ähnliche Wahl. Sie war die bislang einzige Majestät, die mit ansehen musste, wie ein offizieller Spargelanstich im Lauenburgischen wetterbedingt ausfallen musste. Stattdessen wurde zur Technikschau einer 100000-euro-teuren Spargelschälmaschine eingeladen. Und nicht nur das. Ganze vier Spargeljahre war Alyssa I. am Ende im Amt – so lange wie keine ihrer Vorgängerinnen.

2016 trat dann die derzeit amtierende Hoheit in Amt und Würden: Elin I.. Sie wird am Donnerstag das Zepter an ihre Nachfolgerin übergeben – nach immerhin drei Jahren im Amt.

Holger Marohn

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