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Lauenburg Herzog Magnus forderte den Abriss
Lokales Lauenburg Herzog Magnus forderte den Abriss
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14:24 22.12.2018
Die Kirche St. Georg auf dem Berg im Westen Ratzeburgs. Der kurze Turm ist weit jünger als das restliche Bauwerk. Quelle: Norbert Dreessen
Ratzeburg

St. Georg auf dem Berge, im Westen Ratzeburgs gelegen, ist die älteste Kirche im Lauenburgischen. Kuriose Randnotiz der Geschichte: Wenn es nach dem Willen von Herzog Magnus I. gegangen wäre, hätte man das Bauwerk allerdings schon im Jahr 1527 abgebrochen. Er sah es als Bedrohung seiner Sicherheit an.

Nahe der Kirche lag damals auf einer Höhe das Schloss Ratzeburg, und dort residierte Magnus I. In einem Brief an Georg von Blumenthal, den Bischof von Ratzeburg, erklärte der Herzog, die massive Bauweise dieses Gotteshauses böte im Kriegsfall eine hervorragende Möglichkeit für Gegner, sich zu verschanzen und das schöne Schloss zu beschießen. Die Kirche stehen zu lassen, sei deshalb „ganz beschwierlich und unleidlich“, der Abriss „leider nötig“. Bischof von Blumenthal lehnte das Ansinnen jedoch strikt ab, und so existiert St. Georg heute noch.

Christianisierung im Lauenburger Land begann

In der rund 1000-jährigen Geschichte dieses Bauwerks, mit der die Christianisierung im Lauenburger Land seinen Anfang nahm, gab es immer wieder dramatische Ereignisse. Erstmals eine nennenswerte politische Bedeutung bekam die kleine Siedlung anno 1062, als St. Georgsberg zum Bistum erklärt wurde. Diese Blüte war allerdings nur von kurzer Dauer, denn bereits 1066 wurden das Kloster und die Kirche wieder zerstört. Schlimmer noch: Deren Abt Ansverus sowie seine 18 Klosterbrüder wurden von aufständischen Wenden ermordet.

Von einem schweren Brand heimgesucht

Kloster und Kirche wurden erst um 1140 wieder aufgebaut. Ab 1160 wurde dann der Dom zu Ratzeburg errichtet – und bald verlagerte sich das kirchliche Zentrum vom Berg auf die Insel. Seitdem steht die „Mutterkirche“ des Doms etwas in dessen Schatten.

Größte Granittaufe im Norden

Nicht so leicht transportabel ist das älteste Ausstattungsstück in der Kirche St. Georgsberg, und deshalb ist es wie der Altar bis auf weiteres hinter der Wand verborgen: Der Granittaufstein aus dem frühen 12. Jahrhundert, der nach seiner Herkunft aus der Schmilauer Kapelle auch „Smilower Döp“ genannt wird. Dies ist die größte Granittaufe im norddeutschen Raum, der äußere Durchmesser beträgt 1,26 Meter. Jahrhundertelang stand der Taufstein in der St.-Lorenz-Kapelle im Dorf Schmilau.

1561 wurde St. Georg auch noch von einem schweren Brand heimgesucht. Das Gewölbe der Vorhalle, die Decke des Kirchenschiffs und fast die gesamte Inneneinrichtung wurden dabei zerstört. Der Wiederaufbau begann 1563 und dauerte drei Jahre, dabei wurden tiefgreifende bauliche Veränderungen vorgenommen. Das Kirchenschiff erhielt in jenen Jahren sein heutiges Aussehen. Der verhältnismäßig kurze Turm stammt allerdings aus dem Jahr 1680.

Nach Sanierung Risse im Mauerwerk

Im Inneren des Bauwerks gibt es viel Interessantes und kirchenhistorisch Wertvolles zu sehen – nur der barocke Altar, 1720 geschaffen, ist seit vier Jahren hinter einer provisorischen Wand versteckt. „Bei der letzten umfangreichen Sanierung der Kirche zwischen 2004 und 2006 wurde ein Verpressmörtel verwendet, der ungeeignet war und ein paar Jahre später leider zu Rissen im Mauerwerk führte“, erklärt Britta Sandler, Pastorin an St. Georg auf dem Berge. Nun muss fast jeder der rund 1000 Jahre alten Feldsteine herausgenommen und vom Mörtel gereinigt werden. Dieses Verfahren ist natürlich sehr zeitaufwendig. Das Gemeindeleben geht aber auch in dem nun platzmäßig etwas eingeschränkten Gotteshaus munter weiter – nicht nur zur Weihnachtszeit.

Norbert Dreessen

Roger Willemsen war als TV-Moderator, brillanter Interviewer, Journalist und Kunstfreund bekannt, als ihn der Krebs vor drei Jahren jäh aus dem Leben riss. Ein Stück von ihm lebt weiter in seiner Villa in Wentorf/Hmb., die jetzt Künstlerhaus ist.

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