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Lauenburg Stadt bittet Möllner für umweltfreundliche LED-Leuchten zur Kasse
Lokales Lauenburg Stadt bittet Möllner für umweltfreundliche LED-Leuchten zur Kasse
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16:27 25.02.2019
Die alte Straßenbeleuchtung in der Möllner Hauptstraße kommt noch ohne LED-Technik aus. Die „Pilze“ verbrauchten laut Bauverwaltung zwar deutlich mehr als  die bald kommenden LED-Leuchtköpfe, aber nicht genug, um eine Förderung aus Töpfen für den Klimaschutz zu bekommen.  
Die alte Straßenbeleuchtung in der Möllner Hauptstraße kommt noch ohne LED-Technik aus. Die „Pilze“ verbrauchten laut Bauverwaltung zwar deutlich mehr als  die bald kommenden LED-Leuchtköpfe, aber nicht genug, um eine Förderung aus Töpfen für den Klimaschutz zu bekommen.   Quelle: Florian Grombein
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Mölln

Immer mehr moderne LED-Straßenlaternen leuchten sparsam und klimafreundlich in Mölln. Die Vereinigten Stadtwerke haben im Auftrag der Stadt bereits ein Drittel der geplanten 1250 Leuchten erneuert. In über hundert Straßen der Stadt wurde daran in den vergangenen zwei Jahren gearbeitet. Der vereinbarte Zeitraum, in fünf Jahren mindestens die Hälfte zu erneuern, ist damit vorzeitig erfüllt. Der Rest wird nach und nach 2019 modernisiert. Zwischen 400 und 1000 Euro schätzt die Bauverwaltung die Kosten für Bewohner eines Einfamilienhauses.

„Da etwa die Hälfte der Leuchten erneuert wird, gehen wir davon aus, dass auch etwa die Hälfte aller Grundstückseigentümer von der Beitragspflicht betroffen sein wird“, sagt Bürgermeister Jan Wiegels. Hierbei ist nicht relevant, ob vor dem jeweiligen Grundstück eine Verbesserung der Beleuchtung eingetreten ist, aufgrund des Alters der ersetzten Leuchten reicht die Erneuerung allein schon aus. Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 1200 bis 1500 Euro pro Leuchte. Sonderleuchten sind dabei ausgenommen. Insgesamt schlagen die Kosten mit 1,7 Millionen Euro zu Buche. Je nach Straßenart (Anliegerstraße, Haupterschließungsstraße, Hauptverkehrsstraße) werden 75, 60 oder 55 Prozent auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke umgelegt. Anliegende Grundstücke in diesem Sinne sind auch die öffentlichen Grundstücke wie städtische Wälder, Schulen oder etwa Kitas, soweit sie an Straßen grenzen, in denen die Beleuchtung erneuert wird.

Kosten können um ein Zehnfaches abweichen

„Insoweit trägt die Stadt auch selbst noch von den umlagefähigen Beträgen einen großen Anteil für ihre Grundstücke, auch wenn dafür keine Selbstzahlungen zu leisten sind“, erklärt Wiegels. Denn Bauträger sind ja die Stadtwerke. Bauamtsleiter Manfred Kuhmann erklärt, dass bei der Berechnung der Beiträge immer die Baukosten für ganze Straßenzüge auf alle Anwohner des Bereiches aufgeteilt werden. Wer ein großes Grundstück und ein Einfamilienhaus weit abseits anderer Häuser besitzt, wird sicher am meisten zur Kasse gebeten. „In der Waldstadt, aber auch im Hansaviertel sind bereits die meisten Leuchten ausgetauscht worden“, berichtet Manfred Kuhmann. „Daher fällt die Beitragshöhe für die einzelnen Grundstücke in verschiedenen Straßen sehr unterschiedlich aus“, erklärt Wiegels. Der absolute Betrag für ein Grundstück könne durchaus das zehnfache der Summe für ein anderes, besonders günstiges Grundstück ergeben.

Keine Förderung für Leucht-„Pilze“

Förderung für ein Modernisierung der Leuchten hatte die Stadt laut Kuhmann in der Vergangenheit in Erwägung gezogen. Doch die alte Straßenbeleuchtung, die Kuhmann „Pilze“ nennt, wie etwa in der Möllner Hauptstraße, verbrauchte zwar deutlich mehr als die LED-Leuchtköpfe. Jedoch nicht genug, um eine Förderung aus Töpfen für den Klimaschutz zu bekommen. In der Ausschreibung war eine 60-prozentige Reduzierung des CO2-Verbrauchs bei der Erneuerung der Leuchten vorgegeben. Unter anderem deshalb habe sich die Stadt entschieden, die Modernisierung durch die Vereinigten Stadtwerke, deren Miteigentümer Mölln ist, vornehmen zu lassen. Mit der Installation der neuen LED-Lampen wird auf der jeweiligen Straße eine Verbesserung der Lichtverhältnisse geschaffen. Laut Wiegels scheinen die neuen Leuchten heller und zielgerichteter auf Straße und Gehweg.

Freies Leuchtfeld: Bürger müssen Bäume beschneiden

In Einzelfällen treten an geänderten Standorten oder wegen des erhöhten Lichtpunktes noch Störungen durch überhängende Bäume oder Büsche von angrenzenden Grundstücken auf, an deren Beseitigung werde noch gearbeitet. Grundstückseigentümer, deren Bäume oder Büsche in den Straßenraum ragen, müssen diese zurückschneiden, wenn sie den Verkehr, auch für Fußgänger, auf der Straße beeinträchtigen. Das ist immer auch der Fall, wenn die Ausbreitung der Lichtkegel der Leuchten behindert wird.

Florian Grombein