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Lauenburg Staffelübergabe auf Gut Basthorst: Milana von Ruffin übernimmt
Lokales Lauenburg Staffelübergabe auf Gut Basthorst: Milana von Ruffin übernimmt
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06:00 28.04.2019
Enno Baron von Ruffin und seine ältere Tochter Milana (34), die in 13. Generation das Gut leitet. Quelle: Foto: Silke Geercken
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Basthorst

Auf dem Gut Basthorst fand eine Staffelübergabe statt. Enno Baron von Ruffin (65) hat die Leitung des Unternehmens an seine ältere Tochter Milana Freifrau von Ruffin (34) übergeben. Es ist damit die 13. Generation der Familie, die das 600 Hektar große Gut im Kreis Herzogtum Lauenburg vor den Toren Hamburgs übernommen hat. Zum Gut gehören rund 40 Gebäude. Aus einem früher rein landwirtschaftlichen Betrieb wurde ein mittelständisches Unternehmen mit 50 Mitarbeitern.

Wer hält die Zügel fester in der Hand?

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Enno von Ruffin: Wir teilen uns die Arbeit. Milana ist für Innovationen zuständig, kümmert sich um alles rund ums Internet. Ich schaue, ob nach tagelangem Regen der Pflug für die Feldarbeit schon eingesetzt werden kann.

Es ist ja schon lange nicht mehr ausschließlich Landwirtschaft, der Anbau von Getreide und Kartoffeln, die das Gut am Leben hält.

Enno von Ruffin: Vor gut 30 Jahren fing es mit schlichtem Weihnachtsbaumverkauf und einer Würstchenbude an. Das schlug sofort so gut ein, dass wir ein Jahr später den ersten kleinen Weihnachtsmarkt aufbauten. Heute gibt es mehr als 100 Veranstaltungen jährlich auf dem Gut Basthorst. Zum Frühjahrsmarkt vom 1. bis 5. Mai erwarten wir wieder einige tausend Besucher.

Milana, war es für Sie von Anfang an klar, dass Sie das Gut eines Tages übernehmen würden?

Milana von Ruffin: Nein, die Entscheidung ist langsam gereift. Ich fühlte mich nicht verpflichtet. Nach dem Abitur ging es um die Frage des Studiums. Ich habe mich für Internationale Beziehungen und Agrarwissenschaften entschieden, in Göttingen, England und den USA studiert und mit zwei Master-Abschlüssen zunächst bei einer Hamburger Unternehmensberatung gearbeitet. Seit 2014 bin ich auf dem Hof, habe mich langsam eingearbeitet. Jetzt machen wir die anfallenden Arbeiten gemeinsam. Es ist ein großes Feld. Wir sind ein Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern und vier Auszubildenden.

Gibt es neue Ideen für weitere Veranstaltungen in Basthorst?

Milana von Ruffin: Es gibt ja bereits eine große Angebotspalette: Märkte, Hundemessen, Musical Dinner, Pferdeturniere, Konzerte, Firmenseminare, Hochzeitsfeiern. Dann sind da ja auch noch das Hotel und das Restaurant „Zum Pferdestall“. Wir sind dabei, weitere Ideen zu entwickeln. Neu ist der Wochenmarkt, den es ab Mai jeden Donnerstag auf dem Gut geben wird – ganztägig. Außerdem möchten wir zukünftig Bienen-Patenschaften für Blühstreifen auf unseren Feldern anbieten.

Sie sind mit einem Arzt verheiratet und Mutter von drei kleinen Söhnen. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Hausfrau, Mutter und Leitung des Gutes?

Milana von Ruffin: Wir haben eine Kinderfrau, und meine Mutter hilft mir sehr viel, kocht für die Familie, das volle Programm. Außerdem wohne ich am Ort meines Arbeitsplatzes, das bedeutet kurze Wege und erleichtert manches.

Ihre Mutter ist Vicky Leandros. Sie hat wieder eine Wohnung auf dem Gut. War es für Sie, Ihren Bruder Leo und Ihre Schwester Sandra damals ein Problem, die Kinder einer so stark in der Öffentlichkeit stehenden Sängerin zu sein?

Milana von Ruffin: Nein, wir sind sehr behütet in Basthorst aufgewachsen und wurden stets abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Fotos von uns durfte die Presse nicht machen. Und Facebook und Instagram gab es damals zum Glück noch nicht. Wir haben von dem Medienrummel nicht viel mit bekommen.

Baron Ruffin, Sie waren 29, als Sie das Gut von Ihren Eltern übernommen haben. Was wünschen Sie Ihrer Tochter?

Enno von Ruffin: Freude an der Tätigkeit und eine glückliche Hand für die Bearbeitung der vielen Geschäftsfelder, die das Gut inzwischen hat. Die Leitung bedarf viel Fleiß und Ausdauer und eine intensive Betreuung, die weit über eine 40-Stunden-Woche hinaus geht.

Silke Geercken

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