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Lauenburg Stasi-Opfer berichtet in Schwarzenbek
Lokales Lauenburg Stasi-Opfer berichtet in Schwarzenbek
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12:15 04.10.2019
Hans-Heinrich Stamer (rechts) präsentierte zum Auftakt des neuen Umwelt- und Kulturprogramms den Berliner Bürgerrechtler Tim Eisenlohr Quelle: Matthias Schütt
Schwarzenbek

Einblick in eine schwierige Jugend in der DDR gewährte der Bürgerrechtler Tim Eisenlohr am Donnerstag im Amtsrichterhaus Schwarzenbek. Zur Eröffnung der diesjährigen Veranstaltungsreihe des Forums für Kultur & Umwelt im Kreis Herzogtum Lauenburg, das unter dem Generalthema „In der Linse: Wege“ steht, präsentierte der 46-jährige Berliner seinen eigenen Lebensweg: vom bockigen Schüler zum Bürgerrechtler und Aktivisten der Flüchtlingshilfe.

Spannend und mit Witz berichtete Eisenlohr, wie aus dem Kind einer DDR-Vorzeigefamilie ein sozialer Problemfall mit Stasi-Akte wurde. Die Eltern sind zwar angepasst und karriereorientiert, wollen ihre Kinder aber zu selbstbewussten Menschen erziehen. Das führt zwangsläufig zu Kollisionen, genau dort, wo ein aufgeweckter Junge auf die Lebenslügen der Gesellschaft stößt: „Ich hatte Fragen, aber Fragen waren nicht erwünscht, sondern wurden als Störungen der Wohlfühlblase abgeblockt. Das aber machte mich nur bockiger.“

Die weiteren Veranstaltungen

6. Oktober, 15 Uhr, Verbindung(s)wege der Kunst, Alte Wache Lauenburg

6.-11. Oktober, Auf Farbwegen, Experimentelles Malen, Mölln

8. Oktober, 19.30 Uhr, Herzog Franz II., Vortrag, Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg

10. Oktober, 19 Uhr, Lebensweg des Hermann Genzken, Amtsrichterhaus Schwarzenbek

13. Oktober, 14 Uhr, Der Lanzer Kirchsteig, Wanderung, Treffpunkt „Halbmond“ Lauenburg

15. Oktober, 15 Uhr, Märchen zum Thema Wege, Seniorenresidenz Schwarzenbek

17. Oktober, 18 Uhr, Fluchtwege, Vortrag mit Diskussion, Krügersches Haus Geesthacht

22. Oktober, 19.30 Uhr, Lieder zu Flucht, Vertreibung, Auswanderung, Konzert mit Jörg-Rüdiger Geschke, Amtsrichterhaus Schwarzenbek

23. Oktober, 19.30 Uhr, Pilgerwege, Vortrag, Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg

24. Oktober, 19 Uhr, Verkehrswege im Kreis Herzogtum Lauenburg, Vortrag, Rokokosaal Ratzeburg

12. November, 19.30 Uhr, Elbe-Lübeck-Kanal, Vortrag, Sportzentrum Berkenthin

15. November, 19 Uhr, Insektenvielfalt auf dem Holzweg, Vortrag, Naturparkzentrum Mölln Uhlenkolk

29. November 19.30 Uhr, Aeham Ahmad, Konzert mit Lesung, Stadthauptmannshof Mölln

17. November, 14 Uhr, Abschlussveranstaltung im Grenzhus Schlagsdorf

Nähere Informationen: www.kultur-umwelt.de

 

Razzia in der Zionskirche

Dem demonstrativen Austritt aus den Jungen Pionieren folgen viele Kämpfe mit der Schule und die Hinwendung zu Bürgerrechtsgruppen, die sich in der Zionskirche mit Umweltthemen und politischen Fragen befassen. Der 14-Jährige gerät dadurch in ein Milieu, das die Staatsmacht auf den Plan ruft. 1987 wird er im Rahmen einer Razzia verhaftet und entgeht nur dank Intervention des Vaters der Untersuchungshaft. „Ich war zwar mehr das Maskottchen der Gruppe als ein tragender Pfeiler, aber doch Teil einer geschichtsträchtigen Entwicklung. Denn die Verhaftung von zwei Leuten führte zu den ersten Mahnwachen vor der Zionskirche.“ Dieser offene Widerstand in der Frühphase der Annäherung von Ost und West stieß schnell auf das Interesse internationaler Medien, so dass Eisenlohr in diesem Ereignis den Anfang vom Ende der DDR erkennt.

Die Stunde der Zivilgesellschaft

Seine positiven Erfahrungen prägen auch Eisenlohrs Blick auf die aktuellen Herausforderungen. So wie sich viele Menschen in der Flüchtlingshilfe engagieren und die Jugendlichen die Klimadiskussion vorantreiben, sieht er „die große Stunde der Zivilgesellschaft“ gekommen. „Bei allem, was uns bedroht, sehe ich darin große Chancen.“

Ein eindrucksvoller Abend und ein idealer Einstieg in das Kultur- und Umweltprogramm des Forums, das ganz verschiedene Formate unter dem Thema „Wege“ anbietet. Immer geht es um den kritischen Blick, um die „Linse“, die einen Gegenstand in unterschiedlicher Perspektive einfängt.

Von Matthias Schütt

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