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Lauenburg Stau durch gesperrte B 207 - Ärger über Ampelschaltung
Lokales Lauenburg Stau durch gesperrte B 207 - Ärger über Ampelschaltung
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23:28 08.09.2014
Rush-Hour up‘n Dörp: An der Bedarfsampel in Berkenthin (rechts Richtung Kanalbrücke/Bad Oldesloe, geradeaus Richtung Ratzeburg) waren die Ampelphasen fehlerhaft eingestellt. Wegen der Bauarbeiten an der B 207 soll die Umleitung bis Mitte November bestehen bleiben. Quelle: Fotos: Strunk
Berkenthin

Chaos an der Berkenthiner Kanalbrücke: Gestern morgen kam es zu der bereits angekündigten Sperrung der Bundesstraße 207 zwischen Groß Grönau und Ratzeburg wegen der Fahrbahnverengung und -sanierung im Bereich zwischen Groß Sarau und Pogeez. Im Zuge dessen wird der Verkehr von der A 24 kommend über die B 208 und Berkenthin Richtung Lübeck und A 20 umgeleitet.

Um den Verkehrsfluss möglichst reibungslos aufrecht zu erhalten, hatte der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) eine Bedarfsampel an der abknickenden Vorfahrt der B 208/Kanalbrücke und der Weiterfahrt Richtung Klempau/Lübeck aufgestellt. „Das hatte die Polizei vorgeschlagen“, erklärte LBV-Chef Jens Sommerburg.

Zum Thema: A 24 nach Osten bald wieder frei 

Problem: Die Ampeltaktung war gleichmäßig auf 20 Sekunden Grünphase für alle drei Seiten sowie 15 Sekunden „Räumzeit“ (Rotphase) eingestellt, wie Edwin Zumm von der Schweriner Verkehrsleittechnikfirma K & T erläuterte. Viel zu knapp vor allem für den aus Westen ankommenden Verkehr. Anwohner Andreas Strahlendorf schimpfte: „Hier herrscht ein Verkehrschaos. Die Ampelaufstellung ist ein Witz und völlig überflüssig. Am besten wäre es, wenn man gar nichts geändert hätte.“

Auch im Amt Berkenthin zeigte man sich „verärgert“ über die Ampelanlagen-Schaltung. „Wir waren heute Morgen genauso überrascht, wie viele andere Autofahrer auch, die insbesondere aus Richtung Ratzeburg durch Berkenthin in Richtung Lübeck oder Bad Oldesloe nur mühsam über zeitraubende Rotphasen voran kamen“, ärgert sich Frank Hase, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Berkenthin.

Wiederholt sei das Amt Berkenthin nicht vom Landesbetrieb für Verkehr (LBV) über wichtige Maßnahmen im Amtsbezirk unterrichtet worden, wie zuletzt, als die Gemeinde Behlendorf bei Rollsplittmaßnahmen quasi von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Die Amtsverwaltung erhielt am Morgen zahlreiche Anrufe von genervten Autofahrern.

Nicht nachvollziehen mag Hase, dass eine Ampel aufgeschaltet werde, ohne sich vor Ort ein Bild von der Notwendigkeit und der Taktung zu machen. „Unser Ordnungsamt hat daher den Landesbetrieb und die Polizei aufgefordert, sich umgehend ein Bild von den Auswirkungen zu machen, zumal das Wasserschifffahrtsamt in Lauenburg die Brücke in Krummesse über den Elbe-Lübeck-Kanal bis 15. Oktober ebenfalls gesperrt hat“, sagte Hase.

Karsten Steffen, Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg, zeigte sich auch nicht „amüsiert“. „Es wäre keine Sache gewesen, wenn der Landesbetrieb ein bis zwei Arbeitstage vorher mal eine kurze Nachricht geschickt hätte zu der bevorstehenden Sperrung.“

Mit diesen Vorwürfen konfrontiert zeigte sich LBV-Chef Sommerburg wiederum erbost: „Meine Mitarbeiter waren entsetzt von den Vorwürfen. Wir hatten schon Mitte Juni zu entsprechenden Verkehrslenkungsterminen eingeladen, an denen auch Vertreter von Kreis und Polizei teilgenommen haben.“ Solche Maßnahmen würden grundsätzlich gemeinschaftlich beraten, beobachtet und nachjustiert.

Heute soll die Ampel auf ein gelb blinkendes Warnlicht umgestellt und die weitere Verkehrsentwicklung beobachtet werden.

„Wir waren heute Morgen von der Ampel genauso überrascht wie die Autofahrer.“
Frank Hase, Leiter des Amtes Berkenthin
„Die Bedarfsampel ist ein Witz. Am besten wäre es, wenn der Verkehr normal fließt.“
Andreas Strahlendorf, Anwohner

Joachim Strunk