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Lauenburg Stifterin Carmen Langmaack vererbte Mölln Millionen
Lokales Lauenburg Stifterin Carmen Langmaack vererbte Mölln Millionen
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22:21 06.08.2018
Vorstand der Langmaack-Stiftung (v. l.): Norbert Meyen, Hans Schneider, Bürgermeister Jan Wiegels, Landrat Dr. Christoph Mager und der Angehörige Dr. Hans-Jürgen Langmaack. Quelle: Florian Grombein
Mölln

„Wir können und wollen das Geld nun ausschütten“, sagt Jan Wiegels, Bürgermeister und Kraft Satzung Vorsitzender der „Carmen Langmaack Stiftung – Naturzentrum Mölln“. Das Stiftungskapital sei bei der Hamburger Sparkasse angelegt worden und durch Verzinsung ist eine jährliche Ausschüttung von 50 000 Euro zu Gunsten förderfähiger Projekte möglich.

Carmen Langmaack verbrachte die Kindheit in Mölln, das Alter in Aumühle. 2015 starb sie mit 93 Jahren. Aus Verbundenheit vererbte sie Mölln drei Millionen Euro. Mit dem Vermögen ist nun eine Stiftung zur Förderung von Natur- und Tierschutz sowie Umwelterziehung gegründet worden.

„Wir können und wollen das Geld nun ausschütten.Jan Wiegels,

Bürgemeister der Stadt Mölln und Vorsitzender der Carmen-Langmaack-Stiftung

Geschäftsführung

Seit November 2017 ist die Stiftung anerkannt. „Der Stiftungszweck hat ein sehr breit gefasstes Spektrum“, sagt Geschäftsführerin Kathrin Payne (Foto). Sie ist auch Regionalmanagerin für die Aktivregion Herzogtum Lauenburg Nord.

Doch wer war Carmen Langmaack? Sie verstarb am 3. März 2015 mit 93 Jahren. Den Lebensabend verbrachte sie in einem Seniorenheim in Aumühle, wo sie Spaziergänge im Wald schätzte. Sie verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit in der Eulenspiegelstadt. Auch wenn sie danach nicht mehr dort gelebt habe, sei sie der Heimatstadt und der schönen Natur dort stets sehr verbunden geblieben. Schon seit vielen Jahren können Möllner auf dem Carmen-Langmaack-Weg am Ufer des Schmalsees spazieren. Auch der seit 2007 bestehende Skulpturengarten, der mittlerweile in das Naturparkzentrum umgezogen ist, wurde durch sie ermöglicht.

Der neuen Stiftung gehören neben dem Bürgermeister als Vorsitzendem auch der Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg, Dr. Christoph Mager, der jeweilige Vorsitzende des Tourismusausschusses der Stadt Mölln (im Augenblick Hans Schneider) sowie der Sohn des Cousins der Erblasserin, Dr. Hans-Jürgen Langmaack, an. Testamentsvollstrecker ist Norbert Meyn, ein Freund der Verstorbenen. Einen großen Teil ihres Vermögens erbte Carmen Langmaack von ihrem Vater, der Kinos in Mölln und Hamburg besaß. Als dessen Kinos im Krieg Nazi-Filme zeigen sollten, habe der Vater die Kinos verkauft und sei mit der Familie nach Hamburg gezogen, berichtet Dr. Hans-Jürgen Langmaack. „Sie war sprachbegabt und arbeitete nach dem Krieg als Sekretärin für die Botschaft Nicaraguas“, sagt der Angehörige weiter.

„So ein Gründungsakt ist mit vielfältigen Maßnahmen verbunden. Vor allem muss die Stiftung als gemeinnützig anerkannt werden“, sagt Kathrin Payne, Geschäftsführerin der Stiftung. Der Vorstand verwaltet die Stiftungsgelder und soll mit den Zinserträgen Projekte, die dem Natur-, Tier- und Umweltschutz sowie der Umweltbildung dienen, ermöglichen. Nachdem der Gründungsakt vollzogen und die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, beginnt die Arbeit. Vereine, Verbände und sonstige potenzielle Projektträger können sich bewerben. In Kürze wird die Homepage www.carmen-langmaack-Stiftung.de mit Antragsformularen online gehen.

Bewerbungen um Fördergelder unter 04542/803301 oder per E-Mail an kathrin.payne@stadt-mölln.de.

Florian Grombein