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Lauenburg Stiftung ehrt Karlheinz Goedtke mit zwei Ausstellungen in Mölln
Lokales Lauenburg Stiftung ehrt Karlheinz Goedtke mit zwei Ausstellungen in Mölln
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09:26 27.03.2015
Kraniche, Reiher und Störche waren wie andere Tiere beliebte Motive von Karlheinz Goedtke für seine Werke. Viele davon waren Auftragsarbeiten wie das Wolfsrudel vor dem Schwarzenbeker Rathaus. Insgesamt schuf Goedtke mehr als 200 Großplastiken in seiner Werkstatt. Quelle: Fotos: Wohlfahrt/hfr, hm (2), Stadt Mölln
Mölln

Das Kreispferd, der Möllner Till Eulenspiegel-Brunnen, der Lauenburger Rufer oder die Wölfe vor dem Schwarzenbeker Rathaus — die Skulpturen des Möllner Künstlers Karlheinz Goedtke sind im Kreis aber auch in ganz Schleswig-Holstein allgegenwärtig. Nur ist das längst nicht jedem bewusst. Zwei Ausstellungen zum 100. Geburtstag Goedtkes, den es in den Kriegswirren aus Kattowitz nach Mölln verschlug, sollen an das vielfältige Schaffen des Künstlers erinnern. Dafür haben sich die Stadt Mölln, die Stiftung Herzogtum Lauenburg und der Lions Club Herzogtum Lauenburg, deren Gründungsmitglied Goedtke 1959 war, zusammengetan.

Karlheinz Goedtke hat real wirkende Kunstwerke geschaffen, die identitätsstiftenden Charakter haben“, erinnert Stiftungspräsident Klaus Schlie. Seinen Durchbruch habe Goedtke 1950 mit der Eulenspiegelplastik auf dem Alten Marktplatz in Mölln gehabt. Damit habe er „eine Ära der Großplastiken eingeläutet“, so Schlie. Zum großen Geburtstag des Künstlers wollen sich die drei Institutionen dem künstlerischen Schaffen mit zwei aufeinander abgestimmten Ausstellungen widmen. So wird am 100. Geburtstag Goedtkes, dem 15. April, im Stadthauptmannshof vor geladenen Gästen die Ausstellung „Das plastische Werk“ eröffnet. Ab Sonntag, 19. April, sind im Möllner Museum dann grafische Arbeiten des Künstlers zu sehen.

„Wir sind der Tochter von Karlheinz Goedtke, Kristina Mantel, sehr dankbar, dass sie der Stiftung das gesamte grafische Werk als Dauerleihgabe überlassen hat“, sagt Schlie. Darunter seien auch viele Skizzenbücher, die auch Aufzeichnungen von Goedtkes zahlreichen Reisen unter anderem „quer durch Afrika“ enthielten. Ein Fundus, aus dem die Stiftung auch noch für weitere Ausstellungen schöpfen will. Außerdem konnten für die Geburtstagsausstellung auch eine Reihe von Kleinplastiken aus Privatbesitz ausgeliehen werden.

Im Rahmen der Ausstellung im Stadthauptmannshof will die Stiftung auch einen Film des Büchener Hobbyfilmers Dieter Schmidt zeigen. Der Zollbeamte begleitete in den 60er Jahren Goedtke bei der Entstehung eines Werkes mit einer Super8-Kamera. Der neu vertonte Film enthält auch einige noch original erhaltene Tonaufnahmen, in denen Goedtke seine Ideen erläutert.

Museumsleiter Michael Packheiser erinnert daran, dass Goedtkes Schaffen nicht immer so stark im Bewusstsein der Stadt Mölln verankert gewesen sein. So habe schon einst der ehemalige Möllner Bürgervorsteher Alfred Flögel gefordert, die Stadt Mölln müsse Goedtkes Werke „eigentlich viel stärker in den Mittelpunkt stellen“, sagte Packheiser.

Ungeliebte Goedtke-Kunst
Im Vorfeld seines 100. Geburtstages ist Karlheinz Goedtke in aller Munde. Kreisauf kreisab werden Skulpturen geputzt und in Archiven nach Hinterlassenschaften gewühlt. Doch so viel Aufmerksamkeit bekamen Goedtkes Werke nicht immer. So zierte einst das Relief „Hirte mit Schafen“ die Giebelwand eines Wohngebäude des Möllner Langhans-Stiftes. Dort prangt es heute möglicherweise noch immer — nur sehen kann es keiner mehr. Während einer energetischen Sanierung der Fassade haben Arbeiter das Kunstwerk offenbar einfach mit 15 Zentimeter starken Styroporplatten überklebt. Gestört hat das fast 20 Jahre lang allerdings niemanden. Erst im Zuge der Vorbereitungen des 100. Geburtstages fiel es jetzt auf. In Ratzeburg konnte die Stadt Mölln vor einigen Jahren Goedtkes Kunstwerk „Auffliegender Vogelschwarm“ gerade noch vor der Verschrottung retten. Nun ziert es einen Brunnen am Burgtor. „Ein Hausmeister hatte damals schon den Schrottwert der Plastik ausgerechnet“, sagt Michael Packheiser. Aber auch in Mölln verstaubte eine von Goedtke erschaffen Büste A.-Paul Webers jahrelang auf dem Dachboden des Stadthauses. Weil die einstige Weber-Realschule 2009 in Gemeinschaftsschule umbenannt wurde, war sie überflüssig geworden. hm

Holger Marohn

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