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Lauenburg Streit beim DRK blockiert Rettungseinsätze
Lokales Lauenburg Streit beim DRK blockiert Rettungseinsätze
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12:45 28.05.2019
Abgemeldete Einsatzfahrzeuge und kein Zutritt ins Gebäude: Die Bereitschaft des DRK-Ortsvereins hängt hilflos in der Luft. Quelle: TIMO JANN
Geesthacht

„Wir können da nur steuern und versuchen zu vermitteln. Aber es gibt Differenzen zwischen Vorstand und Bereitschaft“, erklärt Peter Timmermanns, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Hilfsorganisation. Dem Ortsvorstand gehören einige DRK-Mitglieder an, die selbst nicht aktiv aus dem Bereich Rettungsdienst kommen, die Aktiven der Bereitschaft fühlen sich ausgegrenzt.

Eskalation Anfang des Jahres

Eskaliert war die Situation wohl Anfang des Jahres. Damals warf der ehrenamtliche Geschäftsführer des Ortsvereins, der Ausbildungszertifikate gefälscht haben soll, das Handtuch. Die DRK-Bereitschaft, die beispielsweise bei Veranstaltungen Sanitätsdienste zur Sicherheit der Besucher übernimmt, soll 2018 Kosten in Höhe von 18000 Euro verursacht haben, für die die Aktiven keine Erklärung haben, woraufhin aber der Vorstand angesichts der angespannten finanziellen Lage des Ortsvereins die Notbremse zog.

Klarheit über die Finanzen

„Was wir jetzt brauchen, ist Klarheit über die Finanzen. Das sollte auch schneller gehen, aber wir rechnen jetzt in der Sommerpause mit ersten Ergebnissen“, so Timmermanns. Ein externer Wirtschaftsprüfer wurde eingeschaltet, um die Zahlen im Ortsverein aufzuarbeiten.

Derweil hadern die Helfer mit den Verantwortlichen. „Es ist, als würde man unseren Einsatz sabotieren“, kritisiert ein Freiwilliger. So mussten sich die Helfer zuletzt am Wochenende für den Sanitätsdienst beim Jahrmarkt ein Fahrzeug leihen, um überhaupt einsatzfähig zu sein. Der Rettungswagen, den Stadt und Kreissparkasse dem DRK-Ortsverein finanziert hatten, steht abgemeldet auf dem Hof am DRK-Heim an der Steglitzer Straße. Ebenso ein Kleinlaster und zwei weitere Fahrzeuge. „Unsere Ausrüstung kaufen wir selbst, um überhaupt noch losgehen zu können“, sagt ein anderer Helfer. An das eingelagerte Material kommen die Retter nicht heran.

Jugendrotkreuz trifft sich in Kirche

Selbst das Jugendrotkreuz als Nachwuchsorganisation ist betroffen. „Wir treffen uns jetzt in Räumen der Kirche“, erzählt ein Betreuer. „Es ist so schwer, Helfer zu gewinnen und die dann auch noch bei der Stange zu halten. Da kann ich dieses Vorgehen absolut nicht nachvollziehen“, sagt er. Timmermanns kann das zumindest teilweise. „Der Vorstand versucht natürlich, den Überblick zu behalten. Das ist derzeit nicht ganz einfach“, so der Geschäftsführer. Man sei aber mit der Kreisbereitschaftsleitung am Ball, betont er.

 

Einfach hinzuwerfen und zu einer anderen Organisation zu wechseln kommt für die Ehrenamtlichen nicht in Frage. „Wir sind Rotkreuzler, wir hängen an dem Verein. Aber man sollte vielleicht die hohen Ziele, die man sich als Organisation gesetzt hat, auch vor Ort leben“, meint ein Aktiver aus der Bereitschaft. Er fürchtet, dass eine Mitgliederversammlung die Auflösung der Bereitschaft beschließen könnte. In diesem Jahr gab es allerdings noch keine Versammlung. Der Chef des Kreisverbandes möchte soweit auch gar nicht denken. „Wir haben in Geesthacht eine motivierte Helferschaft und auch im Vorstand gute Leute, wir müssen den Ortsverein nur wieder in die Spur bekommen“, erklärt Timmermanns.

Acht Sanitätsdienste sind derzeit noch für 2019 geplant – und die mehr als 20 Mitglieder der Bereitschaft wollen diese auch durchziehen, darunter Rennveranstaltungen auf dem Heidbergring und das Funbeach-Volleyballturnier in Kröppelshagen. Sie hoffen auf eine schnelle Lösung in ihrem Sinne.

Timo Jann

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