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Lauenburg Süßer Wisent-Nachwuchs
Lokales Lauenburg Süßer Wisent-Nachwuchs
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11:50 05.07.2019
Die Wisente in Fredburg haben Nachwuchs: „Flash“ und „Florenzia“. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Fredeburg

Den Besuchern des Freigeheges der Wisente in Fredeburg bietet sich derzeit ein ganz besonderes Naturerlebnis. Die Kälbchen „Flash“ und „Florenzia“ springen munter zwischen ihrer Herde durch das hohe Gras. „Ein Kälbchen wurde leider nicht angenommen und verstarb kurz nach der Geburt“, sagt Bernd Karsten, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Herzogtum-Lauenburg. Die Vermutung liegt nahe, dass es krank war, sagte er.

Neue Futterstellen dringend benötigt

Die Kreisjägerschaft kümmert sich um Hege und Pflege der Wisente, während die Tiere auf Grund und Boden des Kreisforstbetriebes Farchau stehen. „Die Kreisforstbetriebe und die Kreisjägerschaft freuen sich sehr über den Nachwuchs im Wisent Gehege“, meint Bernd Karsten. „Allerdings müssen wir nun dringend an den Winter denken und die Erneuerung der Futterstellen planen.“ Der Neubau bereitet Bernd Karsten etwas Kopfschmerzen, denn das Aufstellen neuer Futterhäuser im Wintergehege kostet Geld, etwa 25.000 Euro. Seine Hoffnung sind Sponsoren, die den Neubau mit Spenden möglich machen sollen.

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Die kleinen Wisente sind in Fredeburg zu beobachten.

Die drei Kühe, der Bulle und die beiden jungen Kälber werden im Winter auf zwei Stellen im Gehege aufgeteilt, damit alle ausreichend Futter bekommen und es zu keinen Drängeleien kommt. Die alten Häuser sind mit den Jahren marode geworden. Ein festes Fundament ist erforderlich und ein guter, dichter Überstand ist nötig, damit das Futter für die Tiere trocken bleibt. Das Wisent-Gehege stand 2015 kurz vor der Auflösung, doch die Kreisjägerschaft Herzogtum Lauenburg zeigte sich als Retter in der Not und übernahm als Kooperationspartner des Kreisforstbetriebes die Verwaltung und Pflege der Wisente. Für Reparaturen, Instandhaltung, Tierarztkosten, Betreuungspersonal und Futter in Höhe von 13.000 Euro jährlich setzt die Kreisjägerschaft stark auf die Mithilfe wohlwollender Sponsoren.

Spender für Wisente

So wie die Tiermedizinische Fachangestellten der Tierarztpraxis Dr. Susann Fritzer in Mölln, die seit zehn Jahren eine Weihnachtstombola für einen guten Zweck veranstalten. In diesem Jahr war ein Teilbetrag für die Wisente bestimmt. Stellvertretend für ihre Kollegen besuchten Amrei Plewe und Claudia Polkoschek das Sommergehege und bestaunten voller Freude den Nachwuchs. Denn gerade jetzt ist ein Ausflug zu den Wisenten ein schönes Erlebnis: die kleinen Kälbchen erobern ausgelassen ihre Welt. Wisente sind die schwersten und größten Landsäugetiere in Europa! Hätten Sie es gewusst? Die Kälber kommen mit knapp dreißig Kilogramm auf die Welt. Ein ausgewachsenes Wisent kann bis zu fünfhundert Kilogramm wiegen. Auch die Größe von rund 1,80 Meter ist ganz beachtlich. Bernd Karsten ist besonders von der großen Ruhe, die die Tiere ausstrahlen, beeindruckt. Gern beobachtet der Jäger die Wisente vom erhöhten Aussichtsturm. Und wenn er da ist, beantwortet Bernd Karsten natürlich auch gern Fragen der Besucher.

LN