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Lauenburg Tierschutz fordert kreisweite Kastrationspflicht für Katzen
Lokales Lauenburg Tierschutz fordert kreisweite Kastrationspflicht für Katzen
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20:55 27.03.2018
Gaston Prüsmann kümmert sich um eine zunehmende Zahl wilder Katzen in der Stadt. Er füttert die Tiere, fängt sie ein, lässt sie kastrieren und dann wieder frei. So will der Vorsitzende des Möllner Tierschutzvereins durch Kastration eine „Katzenschwemme“ eindämmen.
Gaston Prüsmann kümmert sich um eine zunehmende Zahl wilder Katzen in der Stadt. Er füttert die Tiere, fängt sie ein, lässt sie kastrieren und dann wieder frei. So will der Vorsitzende des Möllner Tierschutzvereins durch Kastration eine „Katzenschwemme“ eindämmen.  Quelle: FLORIAN GROMBEIN/HFR
Mölln

„Bitte unterstützen Sie uns bei unserer Forderung und verhindern Sie unzähliges, ,unsichtbares’ Katzenelend!“, heißt es in der Petition, die beim Internetdienst Openpetition eingestellt ist. Seit Jahren kümmert sich der Tierschutz in Mölln um dutzende wilde Katzen im Süden der Stadt. Viele von ihnen waren vor diesem ehrenamtlichen Dienst unterernährt, verletzt oder krank. „Sie führen ein Leben voller Qual und Leid! Das verstößt gegen das tierschutzrechtliche Gebot, Tiere vor vermeidbaren Leiden zu schützen!“, heißt es in der Petition.

Der Möllner Tierschutzverein fordert eine kreisweite Katzenschutzverordnung und ruft Bürger auf, sich an einer Petition zu beteiligen. Der Vorsitzende Gaston Prüsmann fordert eine flächendeckende Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen.

Die Petition

Zur Petition geht es auf www.openpetition.de/petition/online/forderung-einer-katzenschutzverordnung-fuer-den-kreis-herzogtum-lauenburg

Die Kreisverwaltung nimmt das Problem zwar wahr, sieht sich aufgrund der Landesgesetzgebung jedoch nicht zuständig. „Diese Petition wird keine Aussicht auf Erfolg haben. Der Kreis ist gesetzlich gar nicht ermächtigt, eine entsprechende Regelung zu treffen“, erklärt Tobias Frohnert, Sprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg. Katzenschutzsatzungen könnten nach der Landesverordnung über die Übertragung der Ermächtigung zur Festlegung von Schutzgebieten für freilebende Katzen nach § 13 b Tierschutzgesetz nur von den amtsfreien Gemeinden und Ämtern erlassen werden. Eine kreisweite Regelung sei damit nach aktueller Rechtslage ausgeschlossen.

„Unser großes Ziel ist, dass die Katzenpopulation eingedämmt wird. Sonst werden wir bald in einer Katzenschwemme ertrinken“, sagt Prüsmann. Die Tiere seien hungrig und würden vermehrt in den Städten und Gemeinden auf Futtersuche gehen und möglicherweise gelbe Säcke aufreißen.

„Örtliche Katzenschutzsatzungen für die betroffenen Gebiete könnten helfen, das Problem einzudämmen“, erklärt Frohnert. Diese seien jedoch an bestimme Voraussetzungen geknüpft. Dazu müssten etwa die betroffenen Gebiete durch entsprechende Erhebungen eindeutig ermittelt werden. In gemeinsamen Gesprächen mit dem Kreisveterinäramt sei jedoch erkennbar gewesen, dass es sich um ein sehr heterogenes Problem handele. Es gebe im Kreisgebiet demnach lokal begrenzte Bereiche mit überhöhter Katzendichte mit den daraus resultierenden erheblichen gesundheitlichen Gefahren für die Tiere. Ratzeburgs Katzenschutzverordnung aus dem Juli 2017 erfüllte nach Auffassung des Kreises nicht die Voraussetzungen der Landesgesetzgebung und wurde bislang nicht umgesetzt.

„Eine Katze ist Analphabet. Sie weiß nicht auf welcher Seite der Straße sie lebt“, sagt Prüsmann scherzend, um sein Missfallen über die Gesetzgebung zu Katzenschutzverordnungen auszudrücken. Katzen wanderten nun einmal. Bestimmte Gebiete in einer Stadt auszuweisen sei „totaler Blödsinn“. Das Land befürchtet seiner Vermutung nach Klagen von Tierhaltern bei flächendeckenden Katzenschutzverordnungen.

Der Möllner Tierschutz arbeitet mittlerweile auch mit Tierschützern in Lauenburg und Geesthacht zusammen. Auch auf der Wirtschaftsschau in Lauenburg will Prüsmann für seine Petition werben. Am Donnerstag, 29. März, wird sich der Tierschützer außerdem zu diesem Thema mit dem Möllner und dem Ratzeburger Bürgermeistern, Verwaltungsangestellten aus Breitenfelde sowie mit Vertretern des Ordnungsamtes zum Thema treffen. Am 4. April steht darüber hinaus ein Treffen mit dem Landrat an.

„Wir sind an sich stets für eine gute Zusammenarbeit mit den Behörden gewesen. Doch wenn es kein Fortkommen gibt, müssen wir eben eine Petition starten oder sogar demonstrieren“, sagt Prüsmann.

 Florian Grombein