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Lauenburg Wir sind kein todtrauriger Haufen
Lokales Lauenburg Wir sind kein todtrauriger Haufen
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15:15 24.12.2018
Adventscafé beim Trauercafé des Freundeskreises Hospiz Geesthacht - an der liebevoll gedeckten Tafel nahmen 17 Personen Platz. Quelle: Dorothea Baumm
Geesthacht/Ratzeburg

Die Tafel ist weihnachtlich gedeckt. Kein Platz frei, für eine Nachzüglerin rücken alle ein wenig zusammen, ein Gedeck wird geholt, und es findet sich sogar noch ein Weihnachtstütchen für sie. Die Stimmung ist gut, immer wieder erklingt ein Lachen. Willkommen beim Adventscafé. Nicht irgendein Adventscafé. Willkommen beim Adventscafé im Rahmen des monatlichen Trauercafés des Freundeskreises Hospiz Geesthacht.

Hier können Sie sehen, wie herzlich es bei den Trauercafés in Geesthacht und Ratzeburg zugeht.

Jeden vierten Montag im Monat findet das Trauercafé von 15 bis 17 Uhr im Gemeindehaus der Christuskirche Düneberg in Geesthacht statt. Jeden ersten Montag im Monat bietet der Hospizverein Ratzeburg-Mölln und Umgebung das Trauercafé in Ratzeburg an: 15 bis 17 Uhr im Gemeindesaal der Ansverus-Kirche an der Mechower Straße. In Mölln findet das Treffen jeden ersten Dienstag im Monat von 14.45 bis 16.45 Uhr im Höltig-Stift statt.

Sie leiten das Trauercafé Trost, das jeden vierten Montag im Monat im Gemeindehaus der Christuskirche Düneberg stattfindet: die ausgebildeten Trauerbegleiterinnen Rossita Eichholz (Mitte) und Andrea Platte und der Ehrenamtler Adelbert Knittler. Quelle: Dorothea Baumm

Was ist ein Trauercafé? Die Angebote sind konfessionell nicht gebunden, kostenfrei und für jeden trauernden Menschen ab 18 Uhr offen. Die Angebote im Kreis werden von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen geleitet, in Geesthacht ist regelmäßig Adelbert Knittler als ehrenamtlicher Helfer dabei. „Manche kommen einmal, stellen fest, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind – und das reicht ihnen dann schon“, erzählt Andrea Vogt. Die Trauerbegleiterin, die das Ratzeburger Trauercafé leitet, betont aber, das sei die Ausnahme.

Trauer verläuft nicht linear

Manche, das ist auch die Erfahrung in Geesthacht, kommen jahrelang zu den Treffen. Manche legen eine Pause ein, und dann sind sie wieder regelmäßig dabei. So, wie die Trauer nicht linear verläuft, so ist es auch mit der Teilnahme an der Gruppe. Fest steht: Diese offenen Angebote, die einen geschützten Raum für Menschen in Trauer bieten, sind wichtig.

Für manche Menschen sogar überlebenswichtig. Stephan sagt: „Ohne das Trauercafé und die Trauergruppe wäre ich heute nicht in dem Zustand, in dem ich jetzt bin.“ Der Zustand, in dem er jetzt ist, seit seine Freundin im Frühjahr 2017 ganz plötzlich gestorben ist – wie ist der? Ist eine Zukunft für den 33-Jährigen wieder vorstellbar, vielleicht eine neue Partnerschaft?

Hier wurde ich verstanden

Der junge Mann nickt vehement, „ja“, sagt er, „absolut, ja“. In der Gruppe und hier im Trauercafé habe er seine Geschichte immer wieder erzählen können. Das, was anderen Menschen irgendwann zuviel wird, wo es dann heißt, man müsse mal drüber wegkommen, das Leben gehe weiter – das hatte hier Raum. „Ich konnte es erzählen, ich wurde verstanden. Und so konnte ich überhaupt erst begreifen, was geschehen war.“

Die Menschen, die hier so freundlich miteinander reden, immer wieder auch miteinander lachen: Sie alle haben einen schmerzhaften Verlust erlitten. Ob es der Partner, ein Kind, ein Elternteil, ein Geschwister oder ein enger Freund ist: Trauer lässt sich nicht bemessen. Trauer kennt aber viele unterschiedliche Gefühle und Zustände.

So können Sie helfen

Wer schon einmal das Sterbeneines Angehörigen oder eines lieben Freundes erlebt hat, weiß, wie schwer und kräftezehrend es ist, Abschied zu nehmen. In diesem Jahr wollen wir mit unserer Leser-Aktion „Hilfe im Advent“ diejenigen unterstützen, die ehrenamtlich in Hospizvereinen das Wertvollste geben, was sie haben: Zeit und Anteilnahme. Helfen Sie gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, die Bedingungen für die Ehrenamtler und ihre Klienten in der letzten Lebensphase zu verbessern.

Hanno Hannes, Lokalchef Lauenburgische Nachrichten

Das Spendenkonto

Verwendungszweck: „Hilfe im Advent“

Kontoinhaber: Hospizverein Ratzeburg, Mölln und Umgebung

IBAN : DE26 2305 2750 0081 5525 80

Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

„Wir sind kein todtrauriger Haufen, es wird auch ganz viel gelacht“, sagt Andrea Platte. Gemeinsam mit Rossita Eichholz und Adelbert Knittler leitet sie das Trauercafé in Geesthacht. „Hier darf alles sein. Auch Wut und Tränen.“ Was Stephan noch wichtig ist: „Mir haben die vielen Trauergenerationen geholfen, die man hier sieht. Zu Anfang habe ich gedacht, ich komme aus meiner Trauer, aus der Verzweiflung nie raus. Aber hier habe ich begriffen: In anderthalb Jahren sieht vielleicht alles ganz anders aus.“

Dorothea Baumm

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