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Lauenburg Trockenheit: Waldbrandgefahr im Lauenburgischen steigt
Lokales Lauenburg Trockenheit: Waldbrandgefahr im Lauenburgischen steigt
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16:12 25.04.2019
Brand am Elbufer bei Schnakenbek am Dienstagnachmittag: Hier half der Feuerwehr auch ein Baggerschiff mit einigen Schaufelladungen Wasser aus der Elbe. Quelle: Timo Jann
Elmenhorst/Schnakenbek

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD weist für die Region die zweithöchste Warnstufe aus. „Man muss mit offenem Feuer in der Natur jetzt extrem vorsichtig sein, damit man keinen Brand entfacht“, warnt Kreiswehrführer Sven Stonies. An Ostern waren einige Osterfeuer außer Kontrolle geraten. Stonies: „Leichte Regenschauer werden die Lage vorerst nicht entspannen.“

So warnt der Deutsche Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat auf seiner Internetseite einen Waldbrandgefahrenindex. Dort wird aufgezeigt, wie groß die aktuelle Gefährdung ist. Es gibt fünf Stufen – von sehr geringe Gefahr bis sehr hohe Gefahr. Die örtliche Einschätzung – so der DWD – könne von der Darstellung abweichen.

Feuerwehr bereits bei Flächenbränden im Einsatz

In den vergangenen Tagen mussten die Feuerwehrleute im Kreis Herzogtum Lauenburg bereits mehrere Flächenbrände löschen. In Geesthacht auf der Elbinsel, in Brunstorf, in Witzeeze, in Aumühle – und in Schnakenbek direkt am Elbufer im Bereich Glüsinger Grund. Dort kam der Feuerwehr unerwartet ein Baggerschiff des WSA zu Hilfe: Dessen Maschinist warf einige Schaufeln Wasser auf die brennende Fläche. „Wir hatten Glück, dass der Wind die Flammen Richtung Ufer und nicht den Hang hinaufgetrieben hat“, berichtete Lauenburgs Feuerwehrchef Lars Heuer.

Neben dünnen, handlichen Schläuchen setzt die Feuerwehr verstärkt auch auf Löschrucksäcke. Quelle: Timo Jann

In den Wäldern ist noch die Trockenheit von 2018 zu spüren. „Die Wasserlöcher sind eigentlich alle trocken, das ist ein Indiz dafür, dass im Boden kein Wasser steckt“, berichtet Hamwardes Förster André Guiard. Im südlichen Kreisgebiet sind ehemals große Nadelbaumbestände längst durch Buchen unterbaut. „Da ist die Brandgefahr dann nicht ganz so groß, weil Laubbaumbestände nicht so heftig brennen wie Nadelwälder“, sagt der Förster. Doch weiter nördlich im Kreis gibt es durchaus noch reine Nadelwälder. Allerdings sind kreisweit immerhin überall die Wälder gut mit Löschfahrzeugen befahrbar. „Wir können zur Not auch noch einen äußerst geländegängigen Unimog einsetzen, um an abgelegene Brandstellen zu gelangen. Der hat sich auch letztes Jahr sehr bewährt“, erklärt Thorsten Bettin, der Chef der Schwarzenbeker Feuerwehr.

Waldbrandsymposium für Feuerwehrleute

Die Feuerwehrleute versuchen, sich mit Fortbildungen zum Thema Wald- und Flächenbrandbekämpfung auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Natur einzustellen. Jan Piossek etwa, Zugführer der Feuerwehr Schwarzenbek, fährt demnächst zu einem Waldbrandsymposium. „Das taktische Vorgehen werden wir dann in unsere Ausbildung integrieren“, sagt Bettin. Viele Wehren haben bereits mit kleinen Schläuchen und Löschrucksäcken aufgerüstet. Heuer: „Die sind bei Flächenbrände effektiv und vor allem handlich im Vergleich zu den normalen Schlauchleitungen.“ Dennoch ist bei hohen Temperaturen eine Brandbekämpfung in der Natur ein meistens mühsames Unterfangen. „Wir halten extra viel Wasser vor, weil es oft in Wäldern keine Wasserentnahmestellen gibt und wir dann die Zeit bis zum Aufbau einer Schlauchleitung überbrücken oder im Pendelverkehr fahren können“, sagt Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz.

Kommt der nächste „Jahrhundertsommer“?

Das Wetter ist jedenfalls auf dem besten Weg, nach 2018 in diesem Jahr den nächsten „Jahrhundertsommer“ zu schaffen. „Wir können nur an die Menschen appellieren, besonders vorsichtig zu sein. Autos sollten wegen heißer Katalysatoren nicht auf Wiesen geparkt werden, Kippen gehören sowieso nicht aus dem Fenster geworfen und jetzt Unkraut abzuflammen ist auch keine gute Idee“, erklärt Bettin. Im Notfall sollte sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 angefordert werden.

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