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Lauenburg Illegale Müllkippen im Wald entdeckt
Lokales Lauenburg Illegale Müllkippen im Wald entdeckt
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16:13 07.02.2019
Unbekannte haben illegal Renovierungsmüll auf einem Waldweg in Klempau – zwischen Hainbuchenring und Krummesser Klärteichen – entsorgt. Bürgermeister Ralf Neumann hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. Quelle: Joachim Strunk
Klempau

„Das war mitten am Tag. Meine Frau geht diesen Weg mit unserem Hund immer mittags um 12 und nachmittags um fünf Uhr“, erklärt Klempaus Bürgermeister Ralf Neumann. Auf dem ersten Gassigang sei ihr am Dienstag vergangener Woche noch nichts aufgefallen. Nachmittags lag dann aber der große Müllhaufen am Wegesrand.

„Das müssen eigentlich Leute mit Ortskenntnissen sein“, vermutet Neumann. Denn bei dem Weg handelt es sich nicht um die unbefestigte Verbindung vom Klempauer Moorweg bis zum Kählstorfer Weg in Krummesse, sondern um eine Nebenstrecke östlich davon, die zu den Krummesser Klärteichen führt.

Drei Kubikmeter Renovierungsmüll

Einer anderen Anwohnerin, ebenfalls am besagten Tag dort mit ihrem Hund unterwegs, war ein heller Transporter oder Lieferwagen aufgefallen, der mit zwei oder drei jungen, südländisch aussehenden Männern in der Fahrerkabine zügig auf dem land- und forstwirtschaftlichen Weg unterwegs war. Kurz danach bemerkte auch sie den Müllhaufen. Schätzungsweise etwa drei Kubikmeter.

Wie dreist kann man nur sein? Am helllichten Tag luden Unbekannte ihren Renovierungsmüll, etwa drei Kubikmeter, einfach so am Waldrand bei Klempau. Bürgermeister Ralf Neumann erstattete Anzeige.

„Wenn man das zur Deponie bringt, wo es hingehört“, so Ralf Neumann, wären das vielleicht 150 Euro an Gebühren. Denn hier handelt es sich offensichtlich um Renovierungsabfall. „Da sind vor allem Wandreste, Regale, Dämmmaterial, Schienen und Einrichtungsgegenstände“, beschreibt es auch eine der Passantinnen, die den Bürgermeister ebenfalls auf den Umweltfrevel hingewiesen haben.

„Ich habe gleich Anzeige bei der Polizei in Berkenthin erstattet“, so Neumann. Die habe die Angelegenheit weitergeleitet an die Umweltbehörde des Kreises nach Ratzeburg. Es sei natürlich schwierig, im Nachhinein noch die Täter zu ermitteln. Deshalb appelliert Neumann eindringlich an die Klempauer und Krummesser Spaziergänger, die dort ihre täglichen Touren mit oder ohne Hunden machen, dass sie auffällige Fahrzeuge beschreiben und sich deren Kennzeichen merken sollen. „Es sind ja auch oft Kurierfahrer hier unterwegs, die Abkürzungen nutzen, um ihre Pakete zuzustellen. Aber es gibt nun mal ein Durchfahrverbot für Fahrzeuge außer im land- und forstwirtschaftlichen Bereich.“ Das sei zumindest eine Ordnungswidrigkeit für solche Fahrer.

Asbest auch in Schwarzenbek abgeladen

Unbekannte hatte erst vergangene Woche im Bistal bei Escheburg augenscheinlich Faserzementplatten mit Asbest abgekippt. „Es sieht aus wie eine Anhängerladung voll“, hatte Holger Leddin vom Geesthachter Polizeirevier berichtet. Hinter den Fischteichen im Bistal nutzten der oder die Umweltsünder die abgelegene Lage, um sich des Bauschutts zu entledigen. Die Polizei ermittelt. Gesucht wird jemand, der in der Region in der jüngsten einen Anbau oder ähnliches neu eingedeckt hatte, der zuvor mit den wahrscheinlich gefährlichen Eternitplatten belegt war.

Hintergrund

Das Vorgehen der Kreisverwaltung sieht in Fällen von illegaler Müllentsorgung so aus: Wenn eine Anzeige eingeht, beispielsweise durch die Polizei, erfolgt in der Regel eine örtliche Kontrolle. Dabei wird Art, Menge und Örtlichkeit dokumentiert und ein Entsorgungsauftrag erteilt. Dabei wird versucht Hinweise auf den oder die Täter zu erlangen.

Zum Bußgeld: Maximal sind bei gefährlichen Abfällen bis zu 100 000 Euro möglich. (Paragraf 69 KrWG „Bußgeldvorschriften“: Paragraf 69 Abs. 1: Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig […]; Nr. 2: entgegen Paragraf 28 Absatz 1 Satz 1 Abfälle zur Beseitigung behandelt, lagert oder ablagert. Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können mit Bußgeld bis zu 100 000 Euro geahndet werden.)

Die Geldbuße kann teuer werden

Umweltsünder, wie die illegalen Müllentsorger, müssten dagegen mit wesentlich höheren Strafen rechnen. Der Sprecher der Kreisverwaltung in Ratzeburg, Tobias Frohnert, erklärte auf LN-Anfrage: „Mit Bußgeld und Bergungskosten inklusive Verwaltungsgebühren wird der Verursacher wohl mit rund 1000 Euro rechnen können. Wenn der Abfall aus Altöl, Asbest oder ähnlich Gefährlichem bestehen sollte, würde es erheblich teurer werden. Bei der Berechnung der Kosten spielt der erlangte wirtschaftliche Vorteil des Täters eine Rolle sowie die tatsächlichen Bergungskosten.“

Immerhin konnten in diesem Fall keine gefährlichen Stoffe im Abfall festgestellt werden. Hinweise bei weiteren Auffälligkeiten bitte an den Bürgermeister der Gemeinde Klempau, Ralf Neumann, oder an die Polizei in Berkenthin, Tel. 045 44/710.

Joachim Strunk

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