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Lauenburg Bundesweiter Vorreiter: VS Media schreiben Erfolgsgeschichte
Lokales Lauenburg Bundesweiter Vorreiter: VS Media schreiben Erfolgsgeschichte
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19:54 16.09.2019
Hier wird am 18. September 2009 in Breitenfelde der erste Spatenstich für den Glasfaserausbau im Kreis Herzogtum Lauenburg gemacht. Quelle: VS Media
Nusse

Es war ein denkwürdiger Tag, als an einem Freitagnachmittag die Bürgermeister in Breitenfelde gemeinsam zum Spaten griffen und symbolisch den Breitbandausbau für die Vereinigten Stadtwerke im Kreis Herzogtum Lauenburg starteten. Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass mit den Arbeiten der Vereinigten-Stadtwerke-Tochter VS Media in den Ämtern Breitenfelde, Berkenthin und Sandesneben-Nusse das Glasfaser-Zeitalter im Lauenburgischen begann.

War die Erschließung mit praktisch unendlich schnellen Datenleitungen anfangs durchaus noch kritisch beäugt worden, gilt der Kreis inzwischen bundesweit als dateninfrastruktur-technische Vorzeigeregion. Allein die Vereinigten Stadtwerke betreuen inzwischen 41 000 Kunden. So erfolgreich wie bei der VS Media lief es allerdings nicht überall.

Ein Megabit galt als schnell

An die Anfänge vor zehn Jahren kann sich Petra Grimm noch gut erinnern. Sie hatte damals gerade bei den Stadtwerken angefangen und war eine der ersten im neuen Team. „Das war für uns absolutes Neuland“, sagt Grimm. Mit Strom und Gas und wie man deren Leitungen im Boden verlegt, kannten sich die Stadtwerke aus. Nur der Aufbau und Betrieb eines Daten- und Kommunikationsnetzes war ein neues Feld.

Entsprechend groß seien auch die internen Diskussionen gewesen, erinnert sich Grimm. „Da gab es wohl auch Aufsichtsratssitzungen, in denen sehr kontrovers diskutiert wurde“, so Grimm. Denn nicht zuletzt stand die Welt damals voll unter dem Eindruck der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise. Geld für Investitionen war entsprechend schwer zu bekommen. Auf der anderen Seite hatte die Bundesregierung 2008 ihre Breitbandinitiative für schnelles Internet gestartet. Wobei „schnell“ ein sehr relativer Begriff war. So sei als flächendeckendes Ausbauziel damals eine Übertragungsrate von einem Megabit definiert worden. Heute bieten die Versorger mit Gigabit-Anschlüssen teilweise schon die tausendfache Übertragungsrate an.

Auch Pannen am Anfang

Dennoch hätten diese Initiative und die Diskussion einiges bewegt, sagt Grimm aus der Erinnerung. „Das Thema war einfach präsent“, sagt Grimm. So hatte damals die Gemeinde Breitenfelde bereits überlegt, etwas zu tun, und hatte einen Anbieter aufgetan. Dieser hätte sich zwar mit der Glasfasertechnik ausgekannt, aber nicht eine mit den Stadtwerken vergleichbare Schlagkraft gehabt. „Der Aufbau und Betrieb eines Infrastrukturnetzes ist eine gewaltige organisatorische Aufgabe“, sagt Matthias Schubert, Leiter der VS Media. Und auf ein Projekt in der Größe, wie es die Stadtwerke angeschoben hätten, sei die ursprünglich von Breitenfelde favorisierte Firma nicht eingestellt gewesen. Letztlich auch ein Grund dafür, warum sich die ursprüngliche Kooperation irgendwann auflöste. Der private Anbieter sei einfach auf die Betreuung einzelner Orte ausgerichtet gewesen und nicht „das Massengeschäft“, wie es die Stadtwerke betreiben würden.

Doch auch die Vereinigten Stadtwerke mussten beim Ausbau in den ersten Gemeinden ordentlich Lehrgeld zahlen. „Anfangs haben wir die bei unseren Neukunden bestehenden Altverträge teilweise drei Monate vor der geplanten Inbetriebnahme unseres Netzes gekündigt“, sagt Grimm. Da es gerade am Anfang auch immer mal wieder nicht vorhersehbare Verzögerungen gegeben habe, sei es auch mal vorgekommen, dass der vorhandene Internet- und Telefon-Anschluss abgeschaltet gewesen sei, bevor der Glasfaseranschluss funktionierte. „Irgendwie haben wir dann eigentlich immer einer Lösung gefunden. Aber das war viel Stress“, erinnert sich Schubert.

Glasfaser sorgt für Erfolgsgeschichten

Wesentlich zu dem Erfolg des Ausbaus hätten allerdings auch die Gemeinden selbst beigetragen. Wenn sich die Bürgermeister wie Rolf Feddern in Bliestorf oder Karl Bartels vor Ort nicht so engagiert hätten, wäre das nicht so leicht gewesen, heißt es. „Es war einfach unheimlich wichtig, die Ämter gleich mit im Boot zu haben“, sagt Schubert. Und als die Bürger dann sahen, dass in Breitenfelde gebuddelt wurde, sei es andernorts auch ganz schnell gegangen. „Wir hatten da teilweise vier Informationsveranstaltungen pro Woche“, sagt Schubert.

Und die einzelnen Orte hätten sich ein regelrechtes Wettrennen um das Erreichen der Ausbauquote geliefert. Denn diese Reihenfolge hätte später auch für den eigentlichen Baubeginn gegolten. Was der Anschluss für die einzelnen Orte bedeutet habe, sei fünf Jahre später auch bei dem Breitbandforum in Berkenthin deutlich geworden. „Da sind dann die einzelnen Bürgermeister aufgestanden und haben sich bedankt. Das ging richtig gut runter“, sagt Schubert. Auch hätten Bürger berichtet, dass sie ohne die Glasfaserversorgung „nicht hierher gezogen“ wären. Hinzu kämen immer mal wieder Erfolgsgeschichten von Unternehmen, die es ohne den Glasfaserausbau nicht gegeben hätte.

Banken stehen Schlange

Und auch bei den Stadtwerken sorgte das Glasfaser-Zeitalter für einen regelrechten Boom. Sei der Glasfaserausbau anfangs bei den Stadtwerken eher so nebenbei gelaufen, sind inzwischen 45 Mitarbeiter bei der VS Media beschäftigt, die sich um den kompletten Ablauf von der Planung über die Baubegleitung, den Vertrieb und die spätere Kundenbetreuung kümmern.

Rund 130 Millionen Euro haben die Stadtwerke inzwischen in den Glasfaserausbau investiert. Geld, das vor allem anfangs bei den Banken erst einmal aufgetrieben werden musste. „Die Banken konnten damals zunächst das Risiko überhaupt nicht einschätzen. Es gab schließlich keine Referenzen. Für Telefonnetze war ja immer die Telekom zuständig“, sagt Schubert. Schließlich sei die Investitionsbank Schleswig-Holstein bereit gewesen, die ersten Projekte zu finanzieren. Heute hingehen stünden die Banken bei den Stadtwerken quasi Schlange. Hinzu kämen spezielle Breitband-Darlehen mit guten Konditionen und tilgungsfreien Jahren.

Erstes Amt flächendeckend

Inzwischen ist der Glasfaserausbau im Versorgungsbereich der Vereinigten Stadtwerke flächendeckend erfolgt oder steht kurz davor. Als erstes Amt gilt das Amt Lauenburgische Seen demnächst als komplett Glasfaser verfügbar. Denn für die letzten 50 Häusern in Außenlagen, die als nicht wirtschaftlich anschließbar gegolten hätte, habe das Land eine Förderung bewilligt. 6500 Wohneinheiten gibt es im Amt insgesamt.

Inzwischen ist längst auch in anderen Regionen des Kreises mit dem Glasfaserausbau begonnen worden. Im Süden treiben dies vor allem ab 2012 die Stadtwerke Geesthacht voran. So reibungslos, wie bei der VS Media lief es allerdings nicht überall. Ein Jahr nachdem in Breitenfelde das große Buddeln begann, kündigten E.on-Hanse und der Internet-Provider wilhelm.tel gemeinsam mit der Gemeinde Büchen an, das „modernste Kommunikationsnetz in Schleswig-Holstein“ in dem Ort bauen zu wollen.

Ausbau nicht überall reibungslos

Doch statt im Herbst mit den Arbeiten zu beginnen, stieg die Norderstedter Stadtwerke-Tochter wilhelm.tel ein Jahr später aus – ohne einen Spatenstich. Grund war eine fehlende Quote. Grund sollen strategische Fehler bei den Produkten und in der Vermarktung gewesen sein. Einige Jahre später wagte Hansewerk dann einen neuen Anlauf und übergab das Netz später an die Stadtwerke Geesthacht.In anderen Teilen des Amtes Büchen wurden die VS Media tätig. Im Amt Lütau kooperieren die Versorgungsbetriebe Elbe mit der VS Media. Lediglich in Lauenburg wird als einziger Region im Lauenburgischen bislang noch nicht glasfasertechnisch gebuddelt. Allerdings liegen auch dort schon die Pläne dafür in den Schubladen.

Hier gibt es weitere Informationen:

Stadtwerke expandieren mit Glasfaser

VS Media digitalisiert die Region

Alle Dörfer bald mit schnellen Internet

VS Media feiert zehnjährige Erfolgsstory

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Von Holger Marohn

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