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Lauenburg Verbotene Chemie-Versuche?
Lokales Lauenburg Verbotene Chemie-Versuche?
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20:10 29.03.2017
Ein Unfall im Chemie-Unterricht an der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg sorgt weiter für Diskussionen.
Ein Unfall im Chemie-Unterricht an der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg sorgt weiter für Diskussionen. Quelle: Archiv
Lauenburg

Ein Unfall im Chemie-Unterricht an der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg sorgt weiter für Diskussionen. Bei einem Experiment war am vergangenen Freitag ein Schüler durch eine brennende Flüssigkeit schwer verletzt worden. Der 16-Jährige saß nach Polizeiangaben in der ersten Reihe und wurde nach dem Unfall durch den Rettungsdienst und einen Notarzt versorgt und in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Der 16-Jährige befindet sich weiter in stationärer Behandlung.

Den LN bestätige Bürgermeister Andreas Thiede Aussagen von Eltern, wonach der in Altbau der Schule befindliche Chemieraum zuletzt von der Unfallkasse besichtigt worden war und es Auflagen gegeben habe. Inwieweit diese mittlerweile umgesetzt worden seien und ob der Raum zum Zeitpunkt des Experimentes bereits für einen Unterrichtsbetrieb frei gegeben gewesen sei, könne er nicht sagen.

Während die Polizei Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen hat und Schüler als Zeugen befragt, berichten mehrere Eltern davon, dass Schüler von Seiten der Schule unter Druck gesetzt wurden, nichts über den Chemieunterricht des Lehrers zu erzählen. Unter anderem sagen Eltern mit ihrem Klarnamen bei Facebook: „Mein Sohn geht auch auf diese Schule und der Lehrer ist echt schon eine harte Nummer, macht Experimente, obwohl ein Verbot besteht und sagt dann zu den Kindern, wenn sie darüber sprechen, bekommen sie Ärger.“ An anderer Stelle heißt es ebenfalls in den sozialen Medien: „Ich hoffe, betroffene Mitschüler trauen sich zu reden. Unser Sohn wurde mächtig unter Druck gesetzt, nichts über den Unterricht erzählen zu dürfen.“

Schulleitung und Bildungsministerium wollen sich dazu nicht äußern. „Es gibt einen Austausch mit der Schule und die Polizei ermittelt. Da mischt sich das Ministerium nicht ein“, sagt eine Sprecherin.

Laut Polizei ist das Experiment inzwischen grundsätzlich rekonstruiert worden. Die Schüler würden weiter vernommen. Die Albinus-Schule ist eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe.

 hm