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Lauenburg Viel Beifall für die Cyclassics-Radler
Lokales Lauenburg Viel Beifall für die Cyclassics-Radler
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22:49 20.08.2018
Das Team „Sky“ fuhr in Linau im Kreis Herzogtum Lauenburg mit an der Spitze des großen Hauptfeldes. Die Durchfahrt der Profis dauerte nur rund eine Minute. Quelle: Foto: Jens Burmester
Linau

Schon früh am Morgen hatte sich Bäcker Kramp aus Nusse auf das Radrennen eingestellt. Er hatte seine Kundschaft in Linau, wo er jeden Sonntag vor Ankes Trachtengalerie mit einem Verkaufswagen steht, lange im Voraus informiert, dass er bereits um 8.30 Uhr wieder schließt. Für seine Kunden sei das kein Problem gewesen.

War das eine tolle Kulisse, die sich den Teilnehmern der Cyclassics-Rundfahrt entlang der Strecke in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn am Sonntag geboten hat! Das gilt zwar für alle Teilnehmer der 100 Kilometer langen Fahrt, doch die Jedermänner hatten mehr Zeit, zu genießen.

22 verletzte Radler

22 Personen mussten während des Rennens nach Unfällen allein in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg in Krankenhäuser gebracht werden. Das erklärte der Leiter der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe, Carsten Horn am Montag. Dabei verlief das Profirennen sturzfrei. Polizei und Rettungsdienst zogen am Ende ein durchweg positives Fazit der Veranstaltung. jeb

Vor dem Gasthof Westphal fanden sich gleich mehrere Familien ein, um draußen vor der Tür gemeinsam zu frühstücken und dabei die Radfahrer anzufeuern. Die Biker ließen sich auch von Plakaten wie „Freibier“ nicht zum Anhalten animieren. Bis auf eine Frau, die anhielt und ein Bier bestellte. Später stellte sich heraus, dass die gar nicht zum Pulk der so genannten „Jedermänner“ gehörte. Und auch auf den anderen voll gesperrten Straßen in der Gemeinde am Rande der Hahnheide hatten sich Anwohner vor ihren Häusern und auf den Gehwegen gemütlich eingerichtet – zumeist mit süffigen Kaltgetränken. Natürlich durften auch Rasseln, Hupen und Transparente nicht fehlen. So manch ein Radfahrer dankte mit einem Winken oder einem netten Spruch.

Noch voller als bei den Jedermännern wurde es, als die Profis erwartet wurden. Und die waren so flott unterwegs, dass es gerade einmal knapp 60 Sekunden dauerte, bis zuerst die Gruppe mit den fünf Führenden und dann einige Sekunden später das komplette Hauptfeld vorbeigerauscht war.

Die niedersächsischen Gemeinden südlich von Hamburg hatten wegen zunehmender Belastung durch Sport-Großveranstaltungen ihre Unterstützung für die Cyclassics beendet. Auch in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg hatten einige Bürgermeister versucht, ihre Gemeinden von der Fahrstrecke auszunehmen, weil sie Ärger durch Anwohner und Schwierigkeiten für den Rettungsdienst befürchteten.

Doch am Renntag war an der Strecke von all dem nichts zu spüren. Die Zuschauer waren überall angetan von der Veranstaltung, freuten sich, die Weltelite des Radsports einmal hautnah zu erleben. „Das kennt man doch sonst nur vom Fernsehen“, war mehr als nur einmal zu hören. Dem hielt Linaus Bürgermeister Jürgen Griese entgegen, dass er im Vorwege zahlreiche bitterböse Anrufe und auch Schriftstücke erhalten habe.

„Das ist eine tolle Veranstaltung für Stormarn“, hatte Stormarns Landrat Henning Görtz dagegen im Vorfeld der Veranstaltung gesagt. Veranstalter Oliver Schiek möchte die Tour auch im kommenden Jahr wieder durch Stormarn und das Lauenburgische führen.

Jens Burmester

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