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Lauenburg Viele Einsätze, wenig Schäden
Lokales Lauenburg Viele Einsätze, wenig Schäden
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21:10 27.07.2015
Diesen Ast hätten auch Autofahrer zur Seite räumen können. Die beiden Ratzeburger Feuerwehrmänner René Neumann (li.) und Adrian Blunck zeigen den Ast für den die Ratzeburger Feuerwehr alarmiert wurde.
Diesen Ast hätten auch Autofahrer zur Seite räumen können. Die beiden Ratzeburger Feuerwehrmänner René Neumann (li.) und Adrian Blunck zeigen den Ast für den die Ratzeburger Feuerwehr alarmiert wurde.
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Ratzeburg

Sturmtief „Zeljko“ hat den Menschen in Schleswig Holstein am Sonnabend sowie in der Nacht zum Sonntag ungemütliche Stunden bereitet. Im Kreis Herzogtum Lauenburg mussten die Feuerwehren im Vergleich zu vorherigen Stürmen aber nur wenige Male ausrücken.

Den größten Einsatz hatte die Freiwillige Feuerwehr Langenlehsten in Zusammenarbeit mit der Schwarzenbeker Drehleiter abzuarbeiten: „Innerhalb des Dorfes war am Sonnabend gegen 18.10 Uhr ein großer Baum auf eine Werkstatthalle gefallen und musste beseitigt werden“, teilte ein Sprecher der Integrierten Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe mit.

In Lauenburg hatten sich am frühen Sonntagmorgen gegen 0.55 Uhr in Höhe der Elbstraße zwei Fahrgastschiffe gelöst und trieben dort mittig im Fahrwasser. Die Feuerwehr sicherte die Boote und brachte sie anschließend zurück zu ihrem Ursprungsplatz. „Größere Schäden richtete der angekündigte Sommersturm „Zeljko“ aber nicht an“, so der Leitstellensprecher.

Weiterhin wurden im Kreis Herzogtum Lauenburg in der Zeit von Sonnabend 6 Uhr bis Sonntag 18 Uhr aufgrund umgestürzter Bäume, abgebrochener Äste oder überfluteter Straßen die Freiwilligen Feuerwehren Kankelau, Elmenhorst, Escheburg, Groß Sarau, Gudow, Steinhorst, Lehmrade, Müssen, Talkau, Ratzeburg und Grinau alarmiert.

Bedauerlicherweise wurden auch diesmal die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in einigen der aufgezählten Feuerwehreinsätze völlig umsonst gerufen. „Einige kleinere Äste können nämlich genauso gut durch Autofahrer selbst zur Seite geräumt werden. Hierzu muss nicht aus eigener Bequemlichkeit die Feuerwehr extra ausrücken“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Personen wurden durch das Unwetter nicht verletzt. Auch die Kreisforsten verzeichneten keine größeren Schäden. „In unseren Wäldern sind nur vereinzelte Bäume umgestürzt oder Äste abgebrochen, aber insgesamt so gut wie keine Schäden entstanden“, sagte Klaus Hoffmann, Verwaltungsleiter des Eigenbetriebs Kreisforsten. In Albsfelde in der Straße Berkenstücken wurde am Waldrand in der Nacht zum Sonntag durch „Zeljko“ eine alte Eiche umgeworfen und an einem weiteren Baum im Wald die Krone abgerissen. „Der umgestürzte Baum war im Bereich des Wurzelwerks bereits stark verrottet und wurde zudem vor zirka sechs Jahren bereits von einem Blitz getroffen“, sagte Anwohner Karl-Friedrich Zechlin.

In Ratzeburg wurden die erst vor wenigen Monaten gepflanzten Bäume am Fährhaus Athen am Stichkanal zwischen Domsee und Kleinen Küchensee durch Sturmböen wie Streichhölzer umgeknickt.

Pech hatten auch die gut gekleideten Gäste einer Hochzeitsgesellschaft in Mölln, die am Sonnabendnachmittag nach Verlassen der Nikolai-Kirche von „Zeljko“ überrascht wurden. Viele wurden auf dem Weg zum Parkplatz pitschnass. Es bleibt zu hoffen, dass die Hochzeitsgäste noch Wechselwäsche im Kofferraum dabei hatten und unbeschwert feiern konnten. . .

Christian Nimtz