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Lauenburg Waldbrand-Übung mit 300 Freiwilligen
Lokales Lauenburg Waldbrand-Übung mit 300 Freiwilligen
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15:24 28.10.2019
Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften. Quelle: TIMO JANN
Langenlehsten

Alarm im Wald unweit von Langenlehsten bei Büchen an der früheren Grenze: Fast 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Bundeswehr probten am Sonnabend das gemeinsame Vorgehen bei einem ausgedehnten Waldbrand. „Das Thema Waldbrand war in diesem Sommer, aber auch schon 2018, ein sehr großes Thema für uns“, berichtete Thomas Ebert vom Katastrophenschutz des Kreises. Deshalb habe man bereits Ende 2018 begonnen, besehende Konzepte zu überarbeiten. Erbert: „Mit dieser Übung wollten wir prüfen, wie die Strukturen passen.“ Das Übungsszenario sah einen sich ausbreitenden Waldbrand in der Nähe von Langenlehsten vor.

Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften. Quelle: TIMO JANN
Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften. Quelle: TIMO JANN
Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften.
Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften. Quelle: TIMO JANN
Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften. Quelle: TIMO JANN
Groß angelegte Waldbrand-Übung im Kreis Herzogtum Lauenburg mit 300 Einsatzkräften. Quelle: TIMO JANN

Das Hauptaugenmerk lag bei der Übung auf der schwierigen Situation der Löschwasserversorgung. „Wir haben von der Boize eine 3,5 Kilometer lange Schlauchstrecke verlegt, das haben wir so bisher noch nie ausprobiert,“ beschreibt Übungsorganisator Erbert eine der Herausforderungen. Die Boize ist ein kleiner Bach, der jetzt nach dem Regen der vergangenen Wochen zwar Wasser führt, im Sommer aber oftmals nicht genutzt werden könnte. Parallel dazu wurde mit zahlreichen Fahrzeugen Löschwasser in den Wald transportiert. Dazu wurden Tiefbrunnen in Langenlehsten angezapft. Bei Tests hatte sich am Vortag gezeigt, dass einer der Brunnen versandet war. Auch das passiert.

Die Übung zeigte aber auch, dass bei den Feuerwehren immer seltener Tanklöschfahrzeuge, mit denen sich viel Wasser transportieren lässt, vorhanden sind. Verstärkt kommen Löschfahrzeuge beschafft, die vielseitiger einsetzbar sind. „Das Problem haben wir erkannt, wir sind bereits mit dem Innenministerium im Gespräch, ob wir für den Katastrophenschutz nicht geländegängige Unimogs anschaffen könnten, die mit einer Ladefläche für unterschiedlichste Zwecke genutzt werden könnten“, so Erbert. Waldbrände in diesem Jahr hatten in anderen Regionen gezeigt, dass nur mit geländegängigen Fahrzeugen ein effektiver Einsatz möglich ist. Im Kreis Herzogtum Lauenburg – der Kreis ist größter kommunaler Waldbesitzer Deutschlands – sind solche Fahrzeuge Mangelware.

Die Übung sollte aber vor allem der Erprobung der geplanten Einsatztaktik dienen. „In der Theorie wird das funktionieren, ob es praktisch klappt wollten wir jetzt ausprobieren,“ so Erbert. Und es gibt bereits erste Erkenntnisse, doch vor deren Veröffentlichung wollen die Verantwortlichen den Übungsverlauf genau auswerten. „Dieser Übungseffekt ist ja entscheidend. Wir wollten prüfen, wie es läuft“, erklärte Landrat Christoph Mager, der den Einsatzkräften für ihr Engagement in der Freizeit dankte. Immerhin waren sie acht Stunden im Einsatz.

Als zusätzliche Herausforderung wurde von der Übungsleitung auch noch ein Unglück mit einem verletzten Waldarbeiter eingespielt, der gerettet und versorgt werden musste.

Die Erkenntnisse aus der Übung sollen in das Waldbrandkonzept des Kreises einfließen um im Ernstfall auf die gemachten Erfahrungen in der Übung zurückgreifen zu können. Erbert: „Wir brauchen ein flexibles Konzept, dass wir bei uns im Kreis überall anwenden könnten.“ Der Wald bei Langenlehsten, der den Kreisforsten gehört, gilt mit seiner hauptsächlich aus Nadelbäumen bestehenden Vegetation allerdings als besonders brandgefährdet. Allerdings gibt es kreisweit viele große Waldgebiete.

Einige der an der Übung beteiligten Feuerwehrleute waren im Juli auch bei dem verheerenden Waldbrand auf einem früheren Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit im Einsatz. Dort hatten sich die Flammen auf 1200 Hektar ausgebreitet und für einen Katastrophenfall mit mehreren evakuierten Dörfern gesorgt.

Von Timo Jann

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