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Lauenburg Waldschule: Ein Nachkriegskind wird 50
Lokales Lauenburg Waldschule: Ein Nachkriegskind wird 50
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19:18 03.07.2014
Die neue Waldschule in Groß Grönau entsteht: Bei der Grundsteinlegung im Oktober 1962 regnete es in Strömen.
Groß Grönau

Wenn heute bei feinstem Sommerwetter ein buntes Fest auf dem — trotz der Bauarbeiten am künftigen Verwaltungstrakt — aufgehübschten Gelände der Waldschule stattfindet, fällt der Blick zurück in den Oktober 1962 nicht leicht. Damals versammelten sich Dutzende Menschen bei tristem, kaltem Regenwetter am Falkenhusener Weg beziehungsweise am Tannenredder, um der Grundsteinlegung für die „neue Waldschule“ beizuwohnen.

Als „typisches Nachkriegskind“, geboren 1964 — „Zeiten der Not hat sie bisher nicht erleben müssen“ — beschrieb später der damalige Rektor Joachim Moßner anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Juli 1989 „seine“ Waldschule in Groß Grönau. Sie sei auch notwendig gewesen, da seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die alte Schule neben der Kirche überfüllt war.

„Fünf Lehrer unterrichteten 200 Schüler in sechs Klassen“, schrieb der damalige LN-Redakteur. „Die Folge war Schichtunterricht. Ein weiterer Ausbau der alten Schule (das heutige Gemeinschaftshaus) war nicht mehr möglich. Um für alle Beteiligten einen zufriedenstellenden Neuanfang zu finden, beschloss der Vorstand des Gesamtschulverbandes am 12. Januar 1959 einstimmig, eine neue Schule zu bauen.“

Der günstigste Standort dafür war das Gelände am Falkenhusener Weg „gegenüber der Zollbaracke. Dieses Gelände gehörte jedoch der Stadt Lübeck, musste nach langen Verhandlungen gegen ein anderes Grundstück eingetauscht werden.

Am 8. Oktober 1964 begann der offizielle Schulbetrieb der neun-klassigen Schule mit dem Umzug aus der alten Dorf- in die neue Waldschule. Anderthalb Jahre später wurde die Turnhalle eingeweiht, die im Jahr 2011 abbrannte. Von der Versicherungssumme konnte der Löwenanteil der Baukosten für die schicke neue Halle bezahlt werden.

1972 wuchs die Schülerzahl auf 440 Kinder an, drei Jahre später wurde der Fachklassentrakt (Musik-, Kunst- und Werkraum sowie ein zusätzliches Klassenzimmer) eingeweiht. 1977 wurde Ulrich Wenderholm pensioniert und der neue Schulleiter Joachim Moßner sollte bis zum Jahr 2000 die Entwicklung der Waldschule lenken und begleiten.

Ende der 1980er Jahre gingen die Schülerzahlen wieder zurück, 1988 lag die Zahl bei nur noch 263. Im Sommer 1996 wurden die letzten vier Hauptschüler entlassen, ab dem Schuljahr 1996/97 ist die Waldschule eine reine Grundschule.

Im Februar 2000 wurde Moßner in den Ruhestand verabschiedet, sein Nachfolger heißt bis heute Jörg Woelky. Unter seiner Ägide wurde 2006 aus der betreuten Grundschule eine offene Ganztagsschule mit Öffnungszeiten von 7 bis 16 Uhr. 2011 wurde der Fachklassentrakt saniert und durch eine Mensa mit Küche erweitert.

Die neue Turnhalle wurde im April 2013 neu eröffnet. In der Übergangszeit fand der Sportunterricht der Schüler in der Grönau-Halle statt.

Zwar stehe die Waldschule „etwas isoliert. Wir haben keine direkten Nachbarschulen“, erklärte Woelky anlässlich des Besuchs von Innenminister Andreas Breitner (SPD) am vergangenen Montag. Dennoch versuche die Waldschule am Schulleben auf Kreisebene teilzunehmen: durch die Teilnahme an und die Ausrichtung von kreisweiten Sportveranstaltungen, die Matheolympiade oder Schachturniere (deutsche Meisterschaften).

„Zurzeit besuchen 230 Kinder unsere Schule. Etwa 70 Kinder gehören nicht zu unserem Einzugsgebiet“, führte Woelky weiter aus. Dass die Zahl der Schüler wieder wachse führt er auf vier Gründe zurück:

das großzügige und unterstützende Engagement des Schulträgers, die Beliebtheit der offenen Ganztagsschule mit aktuell 130 Kindern, die idyllische Lage am Waldrand sowie in der hervorragenden Schulatmosphäre zwischen Kindern, Eltern und Lehrkräften. Woelky: „Mir persönlich bringt die derzeitige Situation viel Freude. Ich sehe es als Chance an, diesen Wandlungsprozess zu begleiten und freue mich darüber, dass der Schulträger mich und das Kollegium als Partner in die Planungen mit einbezieht.“

Public Viewing in der Sporthalle
Wenn Deutschland heute (Freitag, 4. Juli) um 18 Uhr im Viertelfinale auf Frankreich trifft, müssen die Fußballbegeisterten nicht Hals über Kopf vom großen Jubiläumsfest der Groß Grönauer Waldschule flüchten. Das Spiel wird auf einer großen Leinwand in der neuen Sporthalle übertragen, einem gemeinsamen Vergnügen steht da nichts entgegen.

Das Schulfest beginnt um 15 Uhr. Kinder, Erwachsene und ehemalige Schüler sind eingeladen, auf dem Schulhof und in den neuen Gebäuden an einem bunten Treiben teilzunehmen. Ein Buffet, Spiele, Musik, Vorführungen und ein Luftballonwettbewerb sorgen für ein vielseitiges Programm. Mit einem Grillen am Abend soll der Tag für alle erfolgreich ausklingen.

Joachim Strunk

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