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Lauenburg Sechs Schafe bei Groß Boden totgebissen, sechs schwer verletzt
Lokales Lauenburg Sechs Schafe bei Groß Boden totgebissen, sechs schwer verletzt
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18:43 16.04.2019
Der zweite Wolfsangriff im Lauenburgischen? In der Nacht zu Dienstag wurden in Groß Boden Schafe gerissen. Quelle: dpa
Groß Boden

Eckhard Bauer aus Krummesse ist ein erfahrener Tierarzt. Er wird vom Kreisveterinäramt auf eine Weide bei Groß Boden geschickt, auf der sich in der Nacht zum Dienstag ein Tierdrama abgespielt hat. Wenn er berichtet, was er gesehen hat, stockt seine Stimme. „Es war sehr, sehr traurig: da stand ein Lämmchen vor seiner totgebissenen Mutter und die steht nicht mehr auf.“ Sechs Schafe lagen tot auf der Weide und sechs Tiere musste Eckhard Bauer einschläfern, weil sie aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen keine Überlebenschance hatten.

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Mutterschafe und Osterlämmer auf der Weide

Seit fünf Tagen war die Mutterherde auf der Weide, die frisch geborenen Osterlämmer hatten das erste Gras ihres Lebens unter ihren Klauen. Laut Tierarzt wurden die meisten Tiere durch Kehlbisse getötet. Ein Lamm sei zur Hälfte aufgefressen gewesen. Ein Rissbegutachter habe die Spuren der Bisse untersucht und Proben genommen, damit die DNA des beißenden Tieres untersucht werden könne. Erst nach dieser Untersuchung gibt es 100-prozentige Gewissheit. Dennoch würden die Breite der Bisse auf einen Wolf hindeuten.

Die von dem mutmaßlichen Wolf überfallene Herde soll aus 80 Tieren bestehen und mit einem Elektrozaun gesichert gewesen sein.

Rissbegutachter hat Proben genommen

Der zuständige Wolfsbetreuer heißt Jens Matzen, ist der Koordinator für Schleswig-Holstein. Er hat einen Rissbegutachter in Marsch gesetzt, der unter anderem Blutproben genommen hat. Matzen berichtet: „Die Proben gehen zum Forschungsinstitut Senckenberg nach Gelnhausen (Hessen). Das ist das zentrale Wildtier-Genlabor für Deutschland. Darüber hinaus wird ein Kadaver in die Pathologie des Landeslabors nach Neumünster verbracht und dort untersucht.“ Wegen der Ostertage rechnet Matzen erst in rund drei Wochen mit einer Bestätigung ob es ein Wolf war, oder ob nicht.

Auch bei der Kreisverwaltung ist der Vorfall bekannt. Das Veterinäramt habe einen Tierarzt beauftragt, die verletzten Tiere zu erlösen. Ob es sich um einen Wolf handele, kann der Kreis laut Karsten Steffen von der Kommunalaufsicht weder bestätigen, noch dementieren.

Sonntag ein ähnlicher Vorfall in Duvensee

Mutmaßlich ebenfalls ein Wolfsangriff wurde am Sonntag in Duvensee registriert. In dem Ort, nordwestlich von Mölln gelegen, wurde eines von zwei in einem Garten gehaltenen Schafen gerissen. Dass dort ein Wolf auf der Jagd war, darauf deuten nach Einschätzung des Wolfsbetreuers nach Begutachtung vor Ort die Spuren am Kadaver hin.

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