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Lauenburg Was Max Pechstein in Buchholz malte...
Lokales Lauenburg Was Max Pechstein in Buchholz malte...
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18:45 29.06.2019
Nina Klappert mit Michael Packheiser (links) und Ingo Welling vor Pechsteins Gemälde "Gehöft bei Ratzeburg". Quelle: Matthias Schütt
Buchholz

Die kleine Gemeinde Buchholz am Ratzeburger See gilt als Künstlerdorf. „Das liegt an einem gewissen Flair, das die Künstler anzieht“, meint die Malerin Maren Ruf zu den über 10 Kollegen, die hier ihre Inspiration finden. Was sie und ihre Mitbürger bisher nicht wussten: Das galt auch schon 100 Jahren, als der berühmte Expressionist Max Pechstein hier einen fruchtbaren Frühlingsurlaub verbrachte.

Lange Jahre war diese Episode verschüttet, bevor der Buchholzer Ingo Welling und der Möllner Museumsleiter Michael Packheiser die Spurensuche nach Pechsteins Aufenthalt im Frühjahr 1919 aufnahmen. Ausgangspunkt ihrer Recherchen war das Ölgemälde „Gehöft bei Ratzeburg“, von dem bereits seit Langem eine Reproduktion im Buchholzer Gemeindehaus hängt. Der Landwirt Ernst Löding hatte in der dargestellten Gebäudekonstellation das Gehöft der Familie Rohweder auf der Hofstelle Fleck 1 erkannt.

Als Packheiser, studierter Kunsthistoriker, davon erfuhr, war er elektrisiert. Schließlich handelt es sich bei Max Pechstein (1881-1955) um einen der am höchsten gehandelten deutschen Expressionisten. Seine Werke erzielen Millionenpreise, wenn sie denn überhaupt auf dem Markt auftauchen. Wie aber kam er nach Buchholz? Das war die Frage, der Welling und Packheiser jetzt nachgingen und mithilfe einer älteren Ratzeburgerin auch beantworten konnten.

Berliner Malerfreunde

Nina Klappert, Jahrgang 1933, ist die Adoptiv-Enkelin von Hermann Münchhausen (nach anderen Quellen: Hans), einem Berliner Maler, der während des Ersten Weltkriegs die Hauptstadt verließ, um als Landwirt in Buchholz die schwere Zeit besser zu überstehen. Münchhausen war mit Pechstein befreundet und sein Gastgeber, als der ihn im Mai 1919 besuchte. Über Münchhausens künstlerisches Werk ist nicht viel bekannt, erläuterte jetzt Packheiser bei einer Vorstellung der Spurensuche im Buchholzer Dorfhus. Immerhin konnte Nina Klappert einige Fotos und Informationen beisteuern, darunter eine Aufnahme aus Münchhausens Berliner Atelier. Einzige belegte Spur seiner künstlerischen Arbeiten in unserer Region ist der Ehrenhain mit Kriegerdenkmal auf dem St. Georgsberg in Ratzeburg.

Gegen Kriegsende hatte das Ehepaar Münchhausen ein Waisenkind aufgenommen, die 1912 geborene Erika Brehme. Deren Tochter Nina hat ihren Adoptiv-Großvater jedoch nie kennengelernt, weil der getaufte Jude 1935 mit seiner Frau aus Deutschland floh. Er starb Ende der 1940er-Jahre in England. Viel mehr ist über ihn nicht bekannt.

Pechstein indes ist ein berühmter Maler geworden, dessen Werk auch wissenschaftlich intensiv erforscht wurde. Im zweibändigen Werkverzeichnis von 2011 sind für die Buchholzer Wochen drei Ölgemälde nachgewiesen. Allerdings lässt sich nur das „Gehöft bei Ratzeburg“ eindeutig in Buchholz verorten. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Reise ist außerdem eine Sammlung von sechs Holzschnitten unter dem Titel „Ein Dorf“ entstanden. Einer der Holzschnitte zeigt deutliche Parallelen zu der Buchholzer Hofstelle, die den Maler wohl sehr beeindruckt hat.

Matthias Schütt

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