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Lauenburg Weniger Retter leisten immer mehr Einsätze
Lokales Lauenburg Weniger Retter leisten immer mehr Einsätze
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12:17 30.03.2019
Bilanz des Kreisfeuerwehrverbandes: Immer weniger Einsatzkräfte müssen bei Bränden und Unfällen, wie hier bei Büchen, immer mehr leisten. Quelle: TIMO JANN
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Elmenhorst

Trotz eines kurzen zwischenzeitlichen Zuwachses bei den Mitgliederzahlen: 2018 verloren die 128 Feuerwehren im Kreis Herzogtum Lauenburg zusammen erneut 100 Aktive. Nur noch 4200 Aktive stehen für Einsätze parat – bei steigenden Einsatzzahlen. 3659 Mal waren die Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr gefordert. „Das bedeutet, dass sich circa zehn Mal am Tag die Frauen und Männer unserer Feuerwehren für die Sicherheit der Bürger einsetzen“, zog Kreiswehrführer Sven Stonies vor knapp 200 Delegierten in der Elmenhorster Mehrzweckhalle Bilanz.

Kreiswehrführer Sven Stonies. Quelle: TIMO JANN

Landrat Dr. Christoph Mager dankte den Freiwilligen für ihr Engagement. Er berichtete außerdem, dass im Herbst das erste vom Land finanzierte Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF Kats) in Dienst gestellt werden könne. Vier weitere LF Kats sollen dann bis 2022 folgen. „Es wäre an der Zeit, schneller zu handeln“, äußerte Mager seinen Unmut über diese Zeitschiene. Man werde die Zeit aber nutzen, um sich ein Konzept der Stationierung zu überlegen. Das erste Fahrzeug soll wohl für Ausbildungen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Elmenhorst stationiert werden, die anderen vier Löschfahrzeuge könnten auch bei Feuerwehren im Kreis untergestellt und für alle Einsätze genutzt werden. Zeitlich ähnlich zögerlich: Die 2500 Digitalfunkgeräte, die die Hilfsorganisationen und Feuerwehren im Kreis nutzen, benötigen jetzt ein Update. Ein Jahr werde es dauern, alle Arbeiten zu erledigen, so Mager.

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Bei den 2018 absolvierten Einsätzen gab es zwei deutliche Schwerpunkte. Erst gleich zu Jahresbeginn massive Regenfälle, die vor allem im südlichen Kreisgebiet für Überschwemmungen und Einsätze gesorgt hatten. Und dann im Sommer die anhaltende Trockenheit mit zahlreichen Bränden in der Natur. „Die hohe Einsatzbelastung hatte viele Herausforderungen für unsere Feuerwehren“, sagte Kreiswehrführer Sven Stonies. Denn es mussten auch zahlreiche schwere Verkehrsunfälle, teilweise mit Todesopfern, und mit 29 Großfeuern auch in diesem Bereich eine hohe Anzahl von Einsätzen abgearbeitet werden. „Leider kann ich die durch unsere Feuerwehren bei der Abarbeitung der hohen Anzahl an Einsätzen verhinderten wirtschaftlichen Schäden nicht in Zahlen beziffern“, erklärte der Kreiswehrführer, weil immer nur die Schadenshöhe erfasst werde.

Die Dürre im Sommer 2018 bescherte den Feuerwehrleuten reichlich Arbeit durch Brände in der Natur, wie hier bei Hamwarde. Quelle: TIMO JANN

Um die Belastung der Retter besser verteilen zu können, gelte es, Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamtes zu ergreifen, mahnte Stonies. Denn immer öfter belastet auch die geringe Verfügbarkeit von Einsatzkräften tagsüber die Wehren. Mitarbeiter arbeiten außerhalb oder dürfen den Arbeitsplatz nicht verlassen. Dann stehen oft nur kleine Mannschaften bei Einsätzen parat, so dass mehrere Wehren alarmiert werden müssten. Für Motivation würden sicher auch moderne Fahrzeuge und adäquate Wachen gehören, machte Stonies deutlich. Da seien die Gemeinden als Träger der Feuerwehren gefordert.

Anfang 2018 mussten die Feuerwehren gegen zahlreiche Überschwemmungen, wie hier bei Kollow, ankämpfen.. Quelle: TIMO JANN

Der Löschzug Gefahrgut (LZG) mit 63 Einsätzen und die Technische Einsatzleitung (TEL) mit 25 Einsätzen verzeichneten 2018 jeweils Rekordwerte. Die Feuerwehrbereitschaften, die bei größeren Lagen alarmiert werden sollen und auch außerhalb des Kreisgebietes zum Einsatz kommen können, sind nach ersten Übungen im vergangenen Jahr jetzt startklar.

29 Großbrände, wie hier auf dem Gelände der früheren Teppichfabrik in Geesthacht, sorgten 2018 für jede Menge Arbeit bei den Feuerwehren im Lauenburgischen. Quelle: TIMO JANN

Timo Jann

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