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Lauenburg Weniger Schiffe bei Geesthachter Schleuse
Lokales Lauenburg Weniger Schiffe bei Geesthachter Schleuse
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15:06 25.01.2019
In der Schleuse bei Geesthacht wurden 2018 nur noch 14 182 Binnenschiffe gezählt. Die Ladungsmenge ist rückläufig. Quelle: Fotos: Timo Jann
Geesthacht

In Geesthachts Schleuse wurden 2018 mit 14 182 Frachtern gut 1000 weniger als 2017 registriert. Obwohl die Schiffsgröße zunimmt, ging die Ladung an Bord binnen Jahresfrist um 400 000 Tonnen auf 8,55 Millionen Tonnen zurück. 2015 waren es noch 10,34 Millionen Tonnen. „Die Waren müssen ja irgendwo bleiben, ich denke, die Befrachter, die sich um den Weitertransport aus den Häfen kümmern, hatten unschlagbare Angebote der Bahn und sind deshalb vom Binnenschiff abgekommen“, meint Dörte Münstermann, die sich beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg um den Bereich Schifffahrt kümmert.

Niedrigwasser schuld?

Einen Zusammenhang zum Niedrigwasser, das 2018 für extreme Verhältnisse gesorgt hatte, sieht sie nicht. Obwohl einige Pegel die niedrigsten Werte aller Zeiten aufwiesen. „Die Schiffe können ja bequem über den Elbe-Seiten-Kanal ausweichen“, sagt Dörte Münstermann. Das sei gerade flussaufwärts für die Reeder auch günstiger, weil man nicht gegen den Strom fahren müsse.

Zuletzt hatte es mit 8,41 Millionen Tonnen Ladung 2004 weniger registrierte Fracht als 2018 in der Geesthachter Schleuse gegeben. Damals wurden gut 3000 Binnenschiffe mehr gezählt. Zum Vergleich: 1964 wurden in der Schleuse 34 100 Frachter gezählt – diese hatten nur 5,35 Millionen Tonnen geladen.

Die Geesthachter Schleuse aus der Vogelperspektive. Quelle: Timo Jann

Aus einer Antwort des Bundes auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke aus Sachsen-Anhalt geht hervor, dass die Elbe zwischen Geesthacht und Tschechien im vergangenen Jahr an 240 Tagen weniger als 1,40 Meter nutzbare Wassertiefe aufwies. Vertreter des Bundes und mehrerer Länder sowie von Naturschutz- und Wirtschaftsverbänden hatten sich 2017 auf ein Gesamtentwicklungskonzept für den Fluss verständigt, das vorsieht, dass die Fahrrinne überwiegend 1,40 Meter tief sein soll. Flussabwärts könnten so zumindest unbeladene Frachter gut fahren. Die Grünen meinen aber nun, dass die Elbe als Transportweg für die Binnenschifffahrt keine Zukunft habe.

Verschiedene Interessen

Die Fachleute des WSA sehen das anders. „Beim Gesamtkonzept Elbe müssen wir zwischen den verschiedenen Interessen von Wasserwirtschaft bis Naturschutz abwägen“, sagt Tilmann Treber, der Leiter des Lauenburger WSA. Die nicht ausgebaute Strecke bei Hitzacker und Dömitz sei der Schwachpunkt.

Treber geht nicht davon aus, dass dort noch große Baumaßnahmen erfolgen werden. „Es gibt ja die Kanäle als Umfahrung.“ Wichtig sei aber, die Funktion der Elbe aufrecht zu erhalten. Ausbaggerungen etwa würden Sandbänke verhindern, ohne die würde der Flusslauf verlanden. Dann wäre eine Wasserabführung bei Hochwasser nicht mehr gegeben. Maßnahmen mit Staustufen, die Tschechien plant, würden die Schiffbarkeit der Elbe in Deutschland nicht verbessern, so Treber.

Timo Jann

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