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Lauenburg Weniger Straftaten und höhere Aufklärung
Lokales Lauenburg Weniger Straftaten und höhere Aufklärung
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14:00 16.03.2019
Präsentierten die Kriminalstatistik 2018 für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn: Hans-Jürgen Köhnke, Leiter der Kriminalinspektion Bad Oldesloe, und seine Stellvertreterin Stefanie Bluhm. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Gute Gründe zur Zufriedenheit hatten Hans-Jürgen Köhnke, Leiter der Kriminalinspektion Bad Oldesloe, und seine Stellvertreterin Stefanie Bluhm, als sie die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorlegten.

Wie im gesamten Land ist auch die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeidirektion (PD) Ratzeburg, die für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn zuständig ist, gesunken. Und zwar prozentual noch mehr. Während der Rückgang landesweit bei 1,1 Prozent lag, sank er in der PD um 4,6 Prozent. Das sind 1096 Straftaten weniger als 2017. Insgesamt erfassten die Polizeistatistiker 22 620 Straftaten.

Einwohner der Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn können sich sicherer fühlen –im Jahr 2018 gingen die registrierten Straftaten laut Statistik der Polizei zurück.

Deutliche Verbesserung in Stormarn

Auffallend dabei ist, dass sich die Situation in Stormarn besonders deutlich verbessert hat: Hier zählten die Statistiker 964 Taten weniger, das ist ein Rückgang von 7,1 Prozent. Das sei insofern schön, so Kriminaldirektor Köhnke, weil Stormarn im Jahr zuvor – im Gegensatz zum lauenburgischen Nachbarkreis – einen Ausreißer nach oben hatte.

„Nun hat sich das wieder nivelliert, die Häufigkeitszahlen in beiden Kreisen haben sich weitgehend angenähert. Der Gesamttrend der letzten zehn Jahre nach unten hat sich dadurch bestätigt.“

Präventionsarbeit und Eigensicherung

Konkrete Gründe für den deutlichen Rückgang konnten die beiden Kripo-Leiter nicht nennen. Allerdings zeitigt sicherlich die intensivierte Präventionsarbeit der Polizei insbesondere im Bereich Wohnungseinbrüche Erfolge. Auch das gestiegene Sicherheitsbewusstsein in der Bevölkerung und deren Maßnahmen zur Eigensicherung tragen ihren Teil dazu bei.

Zudem ist die polizeiliche Arbeit verbessert worden. So stieg die Aufklärungsquote im Jahresvergleich von 47,7 auf 49,4 Prozent.

Häufigkeitszahl

Bei der Häufigkeitszahl handelt es sich um die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Also: Zahl der Taten multipliziert mit 100 000 und dann dividiert durch die Einwohnerzahl.

Durch den Quotienten wird die Kriminalitätsbelastung einer bestimmten Stadt, Region oder eines Landkreises ausgedrückt und somit grundsätzlich miteinander vergleichbar.

Die Aussagekraft wird allerdings dadurch geringfügig beeinträchtigt, dass ausländische Durchreisende, Touristen, grenzüberschreitende Berufspendler sowie Nichtdeutsche, die sich unerlaubt aufhalten, in der statistisch erfassten Einwohnerzahl nicht enthalten sind.

Viert- und fünftsicherste Kreise

Die bereits genannten Häufigkeitszahlen (siehe Beistück) drücken die statistische Gefährdung aus. Diese ist im Landesvergleich ebenfalls gesunken. An der Spitze dieser Statistik thronen die kreisfreien Städte Neumünster (13 472), Lübeck (10 487), Kiel (9930) und Flensburg (9214). Danach folgen sechs Kreise. „Das Herzogtum“, so Köhnke und Bluhm, „ist mit 5118 Fällen der viertsicherste, Stormarn mit 5190 der fünftsicherste Kreis – und noch unter dem Gesamtlandesschnitt (6467)“.

Die Entwicklung in den Städten beider Kreise ist unauffällig und im Trend – bis auf zwei Ausnahmen. In Bargteheide (Stormarn) sank die Zahl der Taten ziemlich drastisch, was auf besondere polizeiliche Maßnahmen im Schulbereich der Stadt zurückzuführen ist, wo die Situation 2017 eskaliert war.

Graffiti-Sprüher und Drogen-Konsumenten

Umgekehrt die Entwicklung in Schwarzenbek (Hzgt. Lauenburg), wo die Fallzahlen um 236 (+20,8 Prozent) kletterten. Die resultieren vor allem aus einem drastischen Anstieg um 113,4 Prozent bei Sachbeschädigungen (Graffiti) sowie um 91,7 Prozent bei Drogendelikten.

Insgesamt rückläufig in beiden Kreisen sind Delikte des Wohnungseinbruchsdiebstahls (-16,1 Prozent), des Raubes (-30,6) und des Betruges (-6,4 Prozent). Dagegen angestiegen sind gefährliche beziehungsweise schwere Körperverletzungen (+4,1), fahrlässige Brandstiftungen (+20 Taten = +62,5 Prozent), Nachstellung, Beleidigung und Unterschlagung.

Im Vergleich der Städte ereigneten sich die meisten Straftaten (nicht zu verwechseln mit den Häufigkeitszahlen in der Grafik) in Ahrensburg, Bad Oldesloe (beide Stormarn) und Geesthacht (Hzgt. Lauenburg).

Joachim Strunk

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