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Lauenburg Wikinger und Römer erobern Ratzeburgs Wylag
Lokales Lauenburg Wikinger und Römer erobern Ratzeburgs Wylag
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16:54 27.07.2019
Das 24. Racesburg Wylag geht vom 27. Juli bis zum 4. August 2019. Zu Gast sind 365 Darsteller von Römern bis zu den Wikingern. Erik (41) lebt die Haithabuzeit um 900 und betreibt im Lager eine Holzwerkstatt. Außerdem bläst er einfach gerne mal ins Horn. Quelle: Holger Marohn
Ratzeburg

Über dem Lager ertönt ein Signalhorn, wenige Meter weiter marschiert eine schwerbewaffnete römische Legion im Gleichschritt und am Ufer feuert eine Blige, ein mittelalterliches Belagerungsgeschütz, Pakete mit Mehl auf den Ratzeburger See hinaus.

Die Besucher sind beeindruckt

Es ist ein buntes Treiben, das sich den Besuchern des 24. Racesburg Wylag am Ratzeburger See bietet. Hermann Klinkhammer, Vorsitzender des Trägervereins Racesburg Wylag aus Mechernich in Nordrhein-Westfalen, nennt es eine Völkerwanderung. Denn während Römer, Wikinger, Ritter, Slaven und Normannen am Ratzeburger See Zelt an Zelt leben, sind sie historisch nie aufeinandergetroffen.

„Ich bin beeindruckt von dem, was hier geboten wird“, sagt Klaus Sinjen aus Probsteierhagen. Mit seiner Frau besucht er Bekannte in Ratzeburg und die haben ihn zu dem Lager mitgenommen. Noch bis Sonntag, 4. August, sind die 365 Reenactor, die Pendler zwischen ihrem normalen zivilen Leben und der Zeitreise in ihre historische Welt, in Ratzeburg zu Gast.

365 Reenactors von Römern bis zu den Wikingern sind mit ihrem Gefolge bis zum 4. August in Ratzeburg zu Gast. Die Teilnehmer sind eine große Familie. Viele kommen seit vielen Jahren in die Inselstadt zum Wylag.

Filzkappe schützt vor Hitze

Mehrmals im Jahr schlüpft auch Andreas Dehning in die Rolle des römischen Legionärs Primus Titus Atticus. Im normalen Leben ist der 54-Jährige ein Bauingenieur, genauer gesagt Wasserbauer. „Mich haben schon immer die technischen Bauten der Römerzeit interessiert“, sagt Dehning und kommt beim Thema Viadukte, den historischen römischen Wasserleitungen, ins Schwärmen.

Die Legio XXI Rapax

Die echte Legio XXI Rapax wurde vermutlich zu Zeiten Kaiser Augustus im Jahr 31 vor Christus aufgestellt. Hauptsächlich stationiert war die Legion in Germanien und Raetia. Bekannt wurde sie durch ihre Einsätze unter Tiberius bei der Eroberung von Raetia 15 v. Chr., Feldzügen des Germanicus gegen Arminius in den Jahren 14 bis 16.

Die Tradition der Legio XXI Rapax lässt eine internationale Gemeinschaft Gleichgesinnter, die das Interesse an der römischen Antike verbindet, wieder aufleben. Die etwa 120 Mitglieder kommen aus Polen, Deutschland, Italien, Österreich, Luxemburg, Tschechien, der Ukraine und Weißrussland. Die Truppe ist somit eine internationale Vereinigung. Ursprünglich gegründet wurde die Gruppe 2003 in der Nähe von Hamburg.

Wenn er mit seiner Legio XXI Rapax in ganz Europa unterwegs ist, sei das auch immer ein Stück Geschichtsforschung. „Wir tragen und benutzen wirklich nur das, was in Material und Art auch historisch belegt ist“, sagt Dehning. Dazu gehört auch eine etwa einen Zentimeter dicke Filzkappe unter dem Helm. „Ohne die wäre das bei der brennenden Sonne überhaupt nicht auszuhalten“, sagt Dehning. Und das Problem Hitze und Sonne in Verbindung mit der schweren Rüstung kannten schließlich auch schon die echten Römer.

Darsteller sind große Familie

Ohnehin kennen die 365 Darsteller auch bei ihrem Lagerleben praktisch sämtliche Launen des Wetters. „Jedes Zelt hat hier auch mindestens einen Klappspaten und ein paar Gummistiefel dabei. Wenn es dann ein richtiges Gewitter gibt, werden dann eben schnell ein paar Gräben um die Zelte gezogen und am nächsten Tag wieder alles zugeschüttet“, sagt Vereinsvorsitzender Klinkhammer. Da packe auch jeder mit an, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird. Und wenn es wie im letzten Jahr zu heiß werde, habe man das größte Wasserreservoir direkt vor der Tür. „Wir sind hier eine große Familie“, sagt Klinkhammer.

Holger Marohn

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