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Lauenburg „Wir leben in spannenden Zeiten“
Lokales Lauenburg „Wir leben in spannenden Zeiten“
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20:15 11.06.2018
Mölln/Bad Oldesloe

„Mal positiv ausgedrückt“, sagt Peter Koll, Geschäftsführer der Kreisbauernverbände im Herzogtum Lauenburg und in Stormarn, süffisant und ironisch: „Wir leben in spannenden Zeiten“. Nur, dass diese Spannung langsam echt an den Nerven reißt und den meisten Landwirten Angstschweiß auf die Stirn treibt. „So schön das Wetter gerade ist und die Leute sich freuen über den Sonnenschein“, sagt Hans-Peter Grell, Kreisbauernpräsident im Herzogtum Lauenburg, „so wenig können viele nachvollziehen, welche Sorgen die Landwirte gerade haben“.

Image-Probleme, Regulierungsflut und trockene Felder: Hans-Peter Grell, Bauernpräsident im Herzogtum Lauenburg, hat zur Zeit genug Sorgen. Quelle: Foto: Joachim Strunk

Viel Zuspruch und Resonanz hat Grell zumindest am Sonntag anlässlich des Tages des offenen Hofes auf dem Milchhof Albers in Sterley und in Buchholz am Ratzeburger See beim Spargelbauern Andreas Löding bemerkt. „Da war Volksfeststimmung.“ Ob das Image der Landwirte angesichts der anhaltenden Diskussion über den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sich in der Bevölkerung gebessert hat, kann er nicht beurteilen. Auf jeden Fall hat er viel Verständnis für die Nöte der Bauern bei den Besuchern festgestellt: Hält die mehrwöchige Trockenheit weiter an, muss mit Missernten gerechnet werden. Insbesondere beim Weizen sieht es derzeit nicht gut aus. Zu mickrig, klein und „un-ährenhaft“ zeigen sich die Pflanzen vor allem auf mageren Böden.

Die angespannte politische Situation mit den Strafzöllen, die US-Präsident Trump erst nur auf Stahl und Aluminium beschränkt hat, könnte sich verschärfen. Denn Gegenmaßnahmen der EU und Deutschlands könnten Zölle auf Soja und Mais sein – wichtige Futtermittel der US-Landwirtschaft für die heimische Landwirtschaft. „Die Weltwirtschaft ist so verflochten, dass man noch lange nicht sagen kann, wie sich alles auswirken wird“, sagen Grell und Koll.

Mehr Aufklärung erhoffen sie sich hierbei aber von einem ausgewiesenen Experten: Albert Deß (71, CSU), langjähriger Bundestagsabgeordneter (1990-2004) und seit 2004 Mitglied im EU-Parlament (seit 2009 agrarpolitischer Sprecher der konservativen EVP-Fraktion), ist Gastredner beim Kreisbauerntag, der am nächsten Montag in Seedorf stattfindet (siehe Beistück).

„Hier sind nicht nur Landwirte, sondern alle politisch und landwirtschaftlich Interessierten eingeladen. Die Veranstaltung ist öffentlich“, so Peter Koll. Man erwarte eine Einschätzung des EU-Insiders Deß über die aktuelle Lage in der EU – neue Regierungen in Italien und Spanien, Brexit – und den daraus resultierenden Auswirkungen auf den nächsten EU-Haushalt und damit die Landwirtschaft.“

81. Kreisbauerntag auf dem Hof Jahnke in Seedorf

Brexit, EU-Haushalt und US-Strafzölle – EU-Agrarpolitik in schwierigen Zeiten“ lautet das Thema des Hauptreferats auf dem 81. Kreisbauerntag am nächsten Montag, 18. Juni, der um 19.15 Uhr offiziell auf dem Betrieb der Familie von Reinhard und Anke Jahnke in Seedorf, Hollenbeker Weg 10, eröffnet wird.

Albert Deß, EU-Parlamentarier der CSU und agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion in Brüssel, wird zu dem genannten Thema seine Gedanken zur Diskussion stellen. Das Gespräch über seine Thesen beginnt im Anschluss mit den versammelten Landwirten aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Der Feuerwehrzug Tramm spielt von 18 Uhr an zur Begrüßung, nach der Diskussion werden Würste und Getränke gereicht.

Joachim Strunk

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