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Lauenburg Wo Sie in Mölln und Umgebung jetzt noch Masken bekommen
Lokales Lauenburg Wo Sie in Mölln und Umgebung jetzt noch Masken bekommen
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13:29 25.04.2020
Ein Geschäft im Süden Schleswig-Holsteins bietet am Mittwoch den Mundschutz im Zehnerpack an. Das hat jetzt schon Seltenheitswert. In gut einer Woche soll die Maskenpflicht landesweit greifen. Quelle: FLORIAN GROMBEIN
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Mölln

Ab kommenden Mittwoch gilt in allen Geschäften, Bussen und Bahnen in Schleswig-Holstein eine Maskenpflicht – auch Kinder ab sechs Jahren sollen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus nach den ersten Lockerungen einzugrenzen. Und wer nun durch deutsche Innenstädte wie Mölln oder Lübeck läuft, spürt sie: die unterschwellig aufkommende Hektik bei der Suche nach einer Maske. Für sich selbst, die Kinder oder die betagten Verwandten. Das Thema war am Mittwoch in aller Munde. In vielen Apotheken und Baumärkten, wo sie vor der Krise wie selbstverständlich zu bekommen waren, sind sie mittlerweile vergriffen. Spätestens seit der Nachricht über die Maskenpflicht in Schleswig-Holstein geraten auch Produzenten von Alltagsmasken aus buntem Stoff an ihre Grenzen. Wir haben uns umgehört und noch ein paar Anbieter gefunden. Und wir freuen uns über Tipps von Ihnen, liebe Leser.

Möllner lässt 350 Masken pro Tag nähen

„Eine Bestellung dauert mittlerweile eine Woche“, sagt Detlev Schmalfeld. Der Prokurist des Hammer-Heimtex-Marktes in hat Alt-Mölln die Maskenproduktion in seinem Geschäft sehr früh professionell organisiert. Die Masken werden zu einem moderaten Preis von unter fünf Euro angeboten. Schließlich steckt jede Menge Arbeit für die Näherinnen dahinter. 350 Masken am Tag werden derzeit von den mittlerweile insgesamt fünf beschäftigten Näherinnen hergestellt. Doch die Zahl der Vorbestellungen ist so hoch, dass Kunden sich bereits eine Woche gedulden müssen.

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Detlev Schmalfeld, Prokurist des Hammer-Textilmarktes in Alt-Mölln kommt mit der Produktion der Alltagsmasken kaum hinterher. Er verkauft sie nach eigenen Angaben zum Herstellungspreis auf Bestellung. Doch die Wartezeit beträgt derzeit schon eine Woche. Quelle: Florian Grombein

Hier soll es noch Masken geben

Auch in einigen Möllner Facebookgruppen wird bereits darüber gesprochen, wo es jetzt noch Masken gibt. Unter anderem bei „Tedi“ im Grambeker Weg 101, in der „Nusser Stöberstube“ (Hauptstraße 2), bei Silvias Nähstudio + Stickerei“ in Grambek (Ringstraße 1) soll es noch Alltagsmasken geben. Die Nachbarschaftshilfe Mölln der Stadtverwaltung, gegründet als Reaktion auf die Verbreitung des Coronavirus, vermittelt laut einiger Nutzer ebenfalls noch Masken. Auch die Möllner Coronahilfe, die sich in sozialen Medien austauscht, kann Masken vermitteln. Privatleute aus Mölln haben bereits tausende Alttagsmasken, zum Teil aus Stoffresten, genäht und verteilt. Professionellere Masken gibt es laut einiger Facebook-Nutzer bei „DST Workwear“ in Berkenthin (Von-Parkentin-Straße 57).

Zusätzliche Anbieter melden sich

Auf einen Aufruf der Lübecker Nachrichten hin haben sich weitere Anbieter gemeldet. In Grambek bietet die Manufaktur MK Behelfsmasken an. Interessenten können sich per Mail unter manufaktur-mk@web.de oder bei der Handynummer 0176/47 61 50 96 melden. Die Änderungsschneiderei Kök in Mölln (Mühlenplatz 5, 015 75/157 83 45) produziert ebenfalls Masken. Die Manufaktur ADEV stellt handgefertigten Mundschutz unter der Marke Lübecker Mundschutz her.

Der Lübecker Mundschutz besteht aus zweilagigem Baumwollstoff, Qualität Ökotex Standard 100, und ist mit individuelle anpassbaren Gummibändern ausgestattet. Er ist bei 60 Grad waschbar und wird in zwei Größen und 14 Mustern produziert. Der Lübecker Munschutz kann in allen Filialen der Firma Schütt und Grundei, unter anderem in Mölln und Ratzeburg gekauft werden. Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr, weil sich daran stündlich etwas ändern kann und die Masken schnell vergriffen sein können.

Welche Masken sind sinnvoll in der Coronakrise? Diese Grafik des Vergleichsportals Vergleich.org soll es verdeutlichen. Quelle: HFR

Keine Panik: Wie man die Maskenpflicht noch erfüllt

Wer keine Maske mehr bekommt, sollte aber nicht in Panik geraten. Denn die neuesten rechtlichen Bestimmungen aus Kiel erlauben es auch, dass man Mund und Nase zum Schutz der Mitmenschen mit einem Schal oder Ähnlichem bedeckt. Auch darauf haben sich schon Geschäfte eingestellt, wie ein Besuch unserer Reporter in den Innenstädten gezeigt hat. Vielerorts werden bunte Schals und leichte Tücher verkauft, die dank Gummizug nicht so einfach aus dem Gesicht rutschen.

Wer noch einen Tipp hat, wo es im Lauenburgischen Masken gibt oder selbst welche anbietet, meldet sich bitte unter redaktion.lauenburg@ln-luebeck.de.

Die Maskenpflicht im Norden

Ohne Mund- und Nasenschutzdürfen die Schleswig-Holsteiner vom nächsten Mittwoch an nicht mehr einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Dies beschloss das Kabinett am Mittwoch in Kiel im Kampf gegen das neuartige Coronavirus.

Für die genannten Zwecke reichen sogenannte Alltagsmasken aus Stoff oder im Notfall auch ein Schal aus. „Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung trägt dazu bei, dass wir schrittweise wieder ins öffentliche Leben zurückkehren können“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). „Es kann helfen, andere Menschen wie beispielsweise Verkäuferinnen und Verkäufer in den Geschäften zu schützen.“

Professionelle Schutzmaskenseien ein knappes Gut und blieben daher dem medizinischen Bereich und der Pflege vorbehalten, sagte Günther. Ausdrücklich sei auch eine Bedeckung mit Stoffmasken, Tüchern oder Schals möglich.

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomerykritisierte unterdessen die in der Corona-Krise geplante bundesweite Maskenpflicht. „Wer eine Maske trägt, wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand“, sagte Montgomery der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Bei unsachgemäßem Gebrauch könnten Masken gefährlich werden.

Im Stoff konzentriere sich ein Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut, schneller könne man sich kaum infizieren, sagte Montgomery. Eine gesetzliche Maskenpflicht könne es nur für echte Schutzmasken geben, eine Pflicht für Schals oder Tücher sei „lächerlich“. Zugleich verwies er darauf, dass man derzeit noch alle „echt wirksamen Masken“ für das medizinische Personal, Pflegende und Gefährdete brauche.

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Von Florian Grombein