Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wohltorf: Suche nach Vermisstem in Brandruine geht weiter
Lokales Lauenburg Wohltorf: Suche nach Vermisstem in Brandruine geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:59 27.05.2019
In den Trümmern des Hauses suchen Rettungskräfte nach dem vermissten Bewohner. Quelle: radio tele nord
Wohltorf

Sein Pieper lag wie immer griffbereit neben dem Bett, um genau 5.06 Uhr schlug er Alarm. „Kurz darauf wurde ich schon von einem Kameraden telefonisch über die Lage in Wohltorf alarmiert“, sagt Björn Albrecht (48), Fachberater des THW. „Ich war sofort hellwach und überlegte, welche meiner Helfer über die Fähigkeiten und Ausbildungen für diesen nicht ganz einfachen Einsatz verfügen.“ Nach rund 25 Minuten Fahrt zum Brandort hatte Albrecht alles Notwendige organisiert.

Zu diesem Zeitpunkt lag Anwohner Lothar Stützer (68) noch gemütlich im Bett. Er wohnt nur etwa 200 Meter von der Unglücksstelle entfernt: „Ich hatte am frühen Morgen einen lauten Knall gehört und dabei sofort an den defekten Auspuff eines Autos gedacht, deshalb drehte ich mich um und schlief weiter“, sagt er.

Erst als er nach dem Frühstück mit seinem Fahrrad an der Brandruine vorbeikam und die vielen Rettungskräfte sah, „wurde mir bewusst, dass hier in unmittelbarer Nachbarschaft ein Unglück geschehen war. Obwohl ich die Hausbewohner nicht persönlich kannte, bin ich traurig und fühle mit den Angehörigen mit.“

Ein Wohnhaus in Wohltorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) hat am frühen Donnerstagmorgen gebrannt. Es ist dabei komplett zerstört worden. Augenzeugen berichten von einer Explosion. Die Feuerwehr suchte nach Vermissten.

Zugang zum Keller ist freigelegt

Der Rentner ist einer von vielen Wohltorfern, die immer wieder an der Brandstelle vorbeischauen, um sich dort zu informieren, ob es Neuigkeiten gibt.

Ungeachtet dessen geht an der Brandstelle die Arbeit für Björn Albrecht und seine Kameraden weiter. Bei der mehrstündigen Suchaktion haben die Rettungskräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk einen Zugang zum Keller freigelegt, um auch dort nach dem vermissten Hausbewohner und einer möglichen Brandursache zu suchen. Albrecht ist im Polizeiauftrag mit Leichenspürhund „Akita“ in den Keller gestiegen, um dort nach dem Mann zu suchen. Beide haben ihn nicht gefunden. „Der Keller war weitgehend, lediglich das eingedrungenen Löschwasser hat uns die Suche etwas erschwert.“

Brandermittler des LKA suchen in der Brandruine nach Spuren. Quelle: radio tele nord

Helfer ziehen sich erstmal zurück, falls Leichenteile gefunden werden

Im Polizeiauftrag wurde die Suche unter Beteiligung des THW am Freitag fortgesetzt. Um die Mittagszeit trafen immer mehr große blaue Autos an der Brandruine ein. Auch ein großer Radlader und ein tonnenschwerer Greifbagger waren dabei. Nachdem die Brandermittler das Trümmerfeld dokumentiert hatten, kam das THW mit schwerem Gerät zum Sucheinsatz.

Keine leichte Aufgabe, erklärt Albrecht: „Wir haben die Helfer vor Beginn ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir unter Umständen eine Leiche oder Körperteile finden könnten. Den Helfern ist das bewusst. Sobald wird ein Leichenteil finden, werden wir uns sofort zurückziehen und genau auswählen, welche Helfer wir noch in den weiteren Einsatz schicken können. Wir können unsere Helfer sehr gut einschätzen und wissen genau, wem wir so eine Situation zumuten können und wem nicht.“

Die Suche nach Vermissten in Trümmerfeldern werde zwar regelmäßig geübt, „aber dann sind die Opfer Dummys und nicht echt wie hier.“

Anwohner Lothar Stützer (68) hatte den Knall der Explosion zwar gehört, dachte jedoch an den defekten Auspuff eines Autos. Quelle: radio tele nord

Mundschutz gegen den Staub

Echt ist auch der Staub, der während der Arbeiten über der Brandruine steht. Geschützt mit einem Mundschutz lassen die Brandermittler keinen Stein auf dem anderen. Wenn es tiefer geht, wird der Bagger eingesetzt, der nachmittags mit Blaulicht an der Brandruine eingetroffen war.

Der Baggerfahrer soll Zugänge innerhalb der Ruine legen und das verbliebene Dach des Wohnhauses anheben, damit die Ermittler unter der Zwischendecke eventuelle Spuren finden und sichern können. „Unsere Fachgruppe Beleuchtung leuchtet die Einsatzstelle taghell aus. Wir bleiben in Wohltorf, solange uns die Polizei zur Unterstützung braucht. Ansonsten wird die Arbeit am Sonnabend fortgesetzt“, sagt Albrecht.

Peter Wüst

Ungewöhnliche Präsentation im Amt Sandesneben-Nusse: Bei der Europawahl informieren die Freiwilligen Feuerwehren vor den Wahllokalen über ihre Arbeit

24.05.2019

111 Motorradfahrer starteten in Lütau zur Frühjahrsausfahrt der „Flaming Stars Schleswig-Holstein“, die von Mitgliedern der Feuerwehren gegründet wurden. Diesmal geht es nach Potsdam, unter anderem ins Filmhotel „Lili Marleen“ in Babelsberg.

24.05.2019

Das Testzentrum für automatisiert fahrende Busse Tabula soll ab Herbst für die Bürger geöffnet werden. Auf drei Routen geht es dann durch Lauenburg. Die Fahrten sind kostenfrei.

24.05.2019