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Lauenburg Schaf in Duvensee gerissen – war es der Wolf?
Lokales Lauenburg Schaf in Duvensee gerissen – war es der Wolf?
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13:36 15.04.2019
In Duvensee wurde ein Schaf mutmaßlich von einem Wolf gerissen. Ein Wolfsbetreuer nahm Proben für einen DNA-Test. Quelle: Timo Jann
Duvensee

Ein Wolf hat in Duvensee, nordwestlich von Mölln gelegen, eines von zwei in einem Garten gehaltenen Schafen gerissen. Darauf deuten nach Einschätzung des Wolfsbetreuers, der die Situation vor Ort begutachtete, die Spuren an dem Kadaver hin. „Der Anblick war schlimm. Kopf und Vorderbeine fehlten“, berichtete Gartenbesitzer Andreas Dirks. Er hält die Tiere für Sohn (vier Jahre) und Tochter (acht Monate). „Am Sonntag wollten wir die Tiere füttern gehen, als mein Sohn zum Glück noch mal schnell rein und auf die Toilette musste und ich das Elend alleine entdeckt hatte“, so Dirks. Für die Kinder wäre der Anblick des gerissenen Schafes ein Schock gewesen.

Jens Matzen, der Koordinator der Wolfsbetreuer in Schleswig-Holstein, möchte zunächst den üblichen Gentest abwarten. „Es spricht einiges dafür, dass es ein Wolf war, aber wir sind da immer zunächst vorsichtig und wollen mit einem DNA-Test erst Gewissheit“, erklärte Matzen. Er schätzt, dass es jetzt über Ostern wohl drei Wochen dauern werde, ehe das Ergebnis der Untersuchungen in dem Fall vorliegen dürfte.

In Duvensee wurde ein Schaf mutmaßlich von einem Wolf gerissen. Ein Wolfsbetreuer nahm Proben für einen DNA-Test. Quelle: Timo Jann

Dirks und Hans-Peter Grell, der Bürgermeister von Duvensee und Präsident des Kreisbauernverbandes, waren am Freitag in Mölln auf einem Vortrag zum Thema Wolf. Der BUND hatte zur Diskussion eingeladen. Denn die Sorgen sind groß, doch auffällige Wölfe gab es im Lauenburgischen bisher nicht. „Das ist schon ein Ding. Wir informieren uns und denken, wir malen nicht das Bild vom bösen Wolf, und dann schlägt er direkt hier im Dorf zu“, sagte Grell. „Wir wollen es ja eigentlich anders machen und keine Angst schüren, aber das hier ist schon heftig“, sagte der Bürgermeister des kleinen Ortes. In Mölln und Steinhorst, beides in der Nähe gelegen, hatte es 2017 und 2018 Losungen beziehungsweise Sichtungen von Wölfen gegeben.

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„Die Nutztiere im Kreis Herzogtum Lauenburg sind eigentlich gut geschützt“, berichtet Wolfsbetreuer Matzen. „Da wurde an den Zäunen der Weiden früh gut nachgebessert“, sagt er. Den Zaun in Duvensee bezeichnete er als „vielleicht nicht ganz optimal“. In anderen Regionen des Landes bestehe da auch noch Bedarf, die Bedingungen zum Schutz der Nutztiere vor dem Wolf zu verbessern. In Duvensee war es ein Zaun, der unter Strom stand. Den Wolf schreckte das nicht ab. Dirks: „Was soll er sich denn die Mühe machen und durch den Wald jagen, wenn er hier mit einem ordentlichen Sprung über den Zaun an die Schafe ran kommt. Das hätte ich nicht gedacht, er war ja bis auf 50 Meter an unserem Haus“, sagt Dirks erschüttert. Er hatte gedacht, die Nähe zum Menschen würde die Tiere abschrecken und die Schafe schützen.

Seine Familie hatte die beiden Schafe eines Züchters aus Sirksfelde schon als Lämmer im eingezäunten Garten bei sich aufgenommen und an die Kinder gewöhnt. „Das war für die Kleinen immer schön und außerdem haben sie uns den Rasen kurz gehalten“, sagt Dirks. Doch jetzt ist der Schreck groß. „Der Wolfsbetreuer hat die Bissspuren im Nacken des Schafes eindeutig einem Wolf zugeordnet. Die Löcher von den Zähnen konnte man sehen“, beschreibt Dirks die Situation. Den Kadaver nahm der Betreuer zur Untersuchung mit, nachdem er an den Bissstellen Proben genommen hatte.

In Duvensee wurde ein Schaf aller Voraussicht nach von einem Wolf gerissen. Ein Wolfsbetreuer nahm Proben für einen DNA-Test. Quelle: Timo Jann

Dirks versteht das ganze System für Nutztierhalter im Land nach dem Vortrag in Mölln noch nicht. „Da wird erzählt, sie sollen ihre Schafherden mit Schutzhunden sichern und dann heißt es nachher, die DNA-Tests seien nicht eindeutig, weil man auch eben auch Spuren von Hunden festgestellt hat“, wundert er sich. „Und der Anblick, wie der Wolf hier zugeschlagen hat, ist schlimmer, als man meint, wenn man von Wolfsrissen hört oder liest“, berichtet Dirks.

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Timo Jann

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