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Lauenburg Zeitweise Stillstand auf den Straßen
Lokales Lauenburg Zeitweise Stillstand auf den Straßen
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22:10 18.01.2018
Am Geesthachter Richtweg musste ein Streufahrzeug eine festgefahrene Schneedecke auflösen, damit der Verkehr wieder rollen konnte. Mehrere Laster waren dort steckengeblieben. Besonders an Steigungen hatten Lastwagen im Lauenburgischen überall Probleme. Quelle: Foto: Timo Jann
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Ratzeburg

Die Ratzeburg Möllner Verkehrsbetriebe (RMVB) hatten ihren Busverkehr nahezu eingestellt. Betriebsleiter Jörn Böge erklärte den LN am Nachmittag, dass nicht nur der Überlandverkehr davon betroffen sei, sondern auch der komplette Stadtverkehr in Mölln. „In Ratzeburg läuft der Busverkehr zwar noch, allerdings nur nach einem Notfahrplan“, so Böge. Es habe einfach keinen Sinn mehr gemacht, denn bei den Straßen- und Witterungsbedingungen hätten alle Busse ihre Fahrpläne sowieso nicht einhalten können. Offiziell sei die Entscheidung gegen 14.30 Uhr erfolgt.

Besonders im Nordkreis hat der starke Schneefall gestern den Verkehr teilweise fast zum Erliegen gebracht. Besonders Lastwagen hatten Probleme, glatte Steigungen zu schaffen. Auch Busse kamen nicht mehr durch. Bei Klinkrade und in der Schaalseeregion rutschten Busse in den Graben.

Abfuhr später

Die Abfallwirtschaft Südholstein hatte gestern extreme Schwierigkeiten bei der Abfallentsorgung. Im Laufe des Vormittags ist die Leerung der Rest-und Bioabfallbehälter eingestellt worden. Alle Kunden sollen die Behälter bitte bis zum Folgetag am Fahrbahnrand zur Abfuhr bereit stehen lassen.

Im Verlauf des Vormittags waren drei Busse der RMVB in der Schaalseeregieon von der Straße abgekommen und in den Graben gerutscht. „Der Sachschaden ist in allen Fällen sehr gering. Und auch bei einem der drei Busse, in Dargow, sind Fahrgäste im Bus gewesen, die allerdings unverletzt geblieben sind“, erklärte Böge. Bei Klinkrade rutschte ein Linienbus der Autokraft in den Graben. Passagiere und Fahrer mussten über eine Leiter aussteigen. Beim Busbetrieb Dahmetal in Kastorf wollte sich niemand äußern. Vielmehr verwies ein Mitarbeiter am Telefon an die Autokraft. Doch dort in Bad Oldesloe, wo jeder Anruf direkt nach Hannover weitergeleitet wird, war der Anschluss dauerbesetzt.

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Im Schulzentrum in Sandesneben endete der Unterricht für alle Schüler gegen 11.30 Uhr. Die Sekretärinnen riefen wegen des Ausfalls der Schulbusse viele Eltern an und ließen die Kinder von der Schule abholen. Das hat nach LN-Informationen gut funktioniert.

Die Streufahrzeuge der Straßenmeisterei in Breitenfelde waren schon ganz früh am Morgen unterwegs und streuten eine Salzmischung auf die Straßen. „Mit Beginn des Schneefalls am frühen Vormittag wurde dann zunächst damit begonnen, die Straßen zu räumen.“ Dafür waren unser eigener Streuwagen sowie weitere neun Streufahrzeuge von Fremdfirmen unterwegs“, erklärte Peter Wegner von der Meisterei in Breitenfelde.

Probleme habe es vor allen Dingen am Harmsdorfer Kreuz und an den Auffahrten der B 207 in Mölln gegeben. Dort seien Lastzüge die Auffahrten nicht hinauf gekommen. Das sei zwar auch an der A24-Anschlussstelle Talkau an der B 207 der Fall gewesen, doch für die Auf- und Abfahrten sei die Autobahnmeisterei zuständig. Zeitweise war es auch nicht möglich, vom Kreuz Lübeck kommend an den Abfahrten Lübeck-Süd und Groß Sarau die A 20 zu verlassen.

Ein Sprecher der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS Süd) in Bad Oldesloe, zuständig für die Einsätze von Feuerwehren und Rettungsdiensten in den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein, sprach von einem relativ normalen Einsatzaufkommen. Größere Unfälle habe man dort nicht registriert. Allerdings hätten die Retter für die Abarbeitung eines Einsatzes statt normalerweise einer Stunde an diesem Tag mehr als die doppelte Zeit benötigt.

Die Polizei zählte zahlreiche Unfälle, die Zahl stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Eine 66-Jährige soll in Ratzeburg schwer verletzt worden sein. Weil die Beamten alle Hände voll zu tun hatten, wurde sogar eine Präventionsveranstaltung der Polizeidirektion Ratzeburg zum Thema Einbruchsschutz in Ahrensburg abgesagt.

„Nichts geht mehr“ hieß es am Mittag am Richtweg in Geesthacht. An der Bundesstraße 404 mit dem stärksten Gefälle im Land kamen die Lastwagen aufgrund einer vereisten festgefahrenen Schneedecke am 90 Meter hohen Geesthang weder vor noch zurück. Es bildeten sich lange Staus.

Ähnlich sah es in Lauenburg an der Anhöhe zur Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal aus. Laster, die die Hafenstraße (B 209) befuhren, kamen in Richtung Süden den Anstieg nicht hoch.

jeb/tja/hh