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Lauenburg Zeitzeugen des Mauerfalls diskutieren in Ratzeburg
Lokales Lauenburg Zeitzeugen des Mauerfalls diskutieren in Ratzeburg
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15:16 10.11.2019
Nur mäßige Beteiligung herrschte beim Public-Viewing auf dem Ratzeburger Marktplatz zum Live-Stream aus der St. Petri-Kirche. Quelle: Thomas Biller
Ratzeburg

Es war das „längste Gespräch Deutschlands“, das von der Bundesregierung anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren angesetzt war. Mit dem letzten Live-Stream aus Ratzeburg endete die aufwendige Veranstaltung kurz vor Mitternacht.

Fast sechs Stunden hielten sich die knapp 150 Gäste in und um St. Petri, Stadtkirche im Zentrum Ratzeburgs, auf. Gemeinsam wurden die Schaltungen aus Berlin, Hof, Geisa und Zicherie/Böckwitz verfolgt, gesungen und Gespräche geführt. Moderationsprofi Nils Holst vermochte immer wieder die Stimmung hochzuhalten, bis endlich die Liveübertragung aus Ratzeburg nach 22.30 Uhr begann.

Anna-Lu – ein „Wiedervereinigungskind“

Neben zahlreichen bekannten Gesichtern aus Ratzeburg und der Region, nahm auch Anna-Lu Krause aktiv am Live-Stream teil. Die 16-jährige Schülerin der Lauenburgischen Gelehrtenschule war mit zwei Schulkameradinnen und ihrer Mutter in die zum Fernsehstudio umgebaute Kirche gekommen.

Weitere Fotos vom Abend des 9. November 2019

Die Geschichtslehrerin hätte die Teilnahme ermöglicht, berichtete Anna-Lu im Gespräch mit den LN. „Ich bin ein Wiedervereinigungskind. Meine Mutter stammt aus Berlin (DDR), mein Vater von der Insel Sylt“, erzählte die 16-Jährige. Kennengelernt hatten sich die Eltern in Berlin und dann in Friedrichshain gelebt.

Ratzeburg – die eierlegende Wollmilchsau

Seit August 2019 leben Tochter und die Mutter mit neuem Partner in Ratzeburg. „Wegen der Liebe und der besseren Perspektiven hier“, sagte Mutter Katja Krause. Und: „Ich treffe hier viel mehr glückliche Menschen, und es gibt so viele Angebote in den Bereichen Weiterbildung, Sport und Kreativität. Ich bin Fan; Ratzeburg ist für mich die eierlegende Wollmilchsau“.

„Eintagsbar“

Für die geladenen Gäste des „längsten Gesprächs“ stand ein Catering-Zelt bereit. Aber auch in der Kirche selbst hatte eine „Bar“ geöffnet. Veranstaltungskaufmann Julius Krähn aus Potsdam versorgte die Gäste mit Getränken aus Ost und West. „Es ist ein Job wie immer, nur eine andere Location mit einem tollen Ambiente“, meinte Krähn über seine „Eintagsbar“.

Höhepunkte der Liveübertragung aus St. Petri waren die Einspielfilme aus der Region mit der ehemaligen Grenze und den Grenzöffnungen im Herbst und Winter 1989/90 und die persönlichen Erinnerungen. An der Podiumsrunde nahmen Sängerin Ella Endlich, Tänzer, Choreograf und Coach Detlef D! Soost, Verena Schott, paralympische Schwimmweltmeisterin, und die Linguistin Dr. Clara Herdeanu teil.

Mehr Respekt und Verständnis füreinander!

Viel Applaus gab es für Ella Endlich, die, von ihrem Vater Norbert Endlich an der Gitarre begleitet, ihr Lied „Geschichten“ in St. Petri präsentierte.

Detlef D! Soost wünschte sich für das künftige Miteinander, dass es mehr Austausch von Angesicht zu Angesicht geben solle, als die Nutzung von sogenannten sozialen Medien. Unter großer Zustimmung der Gäste sagte Soost: „Ich wünsche mir mehr Respekt und Verständnis füreinander!“

Online-Rückblick

Zum nachträglichen Genuss: Einspielfilme, persönliche Geschichten und Rückblicke werden unter dem Titel „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“ im Internet auf der Seite der Bundesregierung angeboten: www.unseregeschichte.bund.de

Bei Temperaturen im unteren einstelligen Bereich war das Interesse am Public Viewing auf dem Marktplatz gering. Kaum ein Dutzend Menschen verfolgten die Übertragung aus der wenige Meter entfernten St. Petri Kirche.

Von Thomas Biller

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