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Lauenburg Touristen-Camping boomt am Salemer See
Lokales Lauenburg Touristen-Camping boomt am Salemer See
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21:51 11.07.2019
Thorsten Ennen (46, l.) ist für fünf Tage nach Salem gekommen - mit Lebensgefährtin Elke Antons und deren Tochter Natascha (19, r. mit deren Sohn Mathis, 4). Quelle: Joachim Strunk
Salem

„Das ist meine Lebens-Apotheke!“, sagt Karl-Heinz Wichert, den auf dem Natur-Campingplatz Salemer See alle nur als „Charly“ kennen. Der 83-Jährige kommt schon seit 65 Jahren hierher zum Relaxen – eine Beschäftigung, die im vorigen Jahrtausend noch als „Urlaub“, „Freizeit“ oder „Entspannung“ bekannt war.

Sein Alter sieht man ihm nicht an. Der ehemalige Bauschlosser und Kunstschmied aus Hamburg-Rahlstedt genießt „im Schnitt acht Monate im Jahr“ die Zeit am Salemer See. Normalerweise hat der Platz von November bis März/April geschlossen. Doch Dauercamper wie „Charly“ können auch in der Ruhezeit kommen.

„Fünftes Rad am Wagen“ und Nothelfer

„Ich habe schon im Februar im fast zugefrorenen See gebadet“, erzählt der aufgeschlossene Rentner, der sich hier sein zweites Heim mit Wohnwagen, Vorzelt, kleiner Hobbywerkstatt und eigenen Sanitäreinrichtungen auf einem Doppelplatz geschaffen hat. WC, Dusche und Waschstelle – alles ordnungsgemäß ans Abwassernetz angeschlossen.

So schön ist es auf dem Natur-Campingplatz

Aufgrund seiner langjährigen Camper- und beruflichen Erfahrung ist „Charly“ nicht nur Dauergast, sondern nach eigenen Worten auch „fünftes Rad am Wagen“ – als Ansprechpartner oder Nothelfer – ehrenamtlich, versteht sich.

Das weiß Manfred Martens sehr zu schätzen. Der 63-jährige Salemer ist Vorsitzender der „Interessentenschaft“ Salem, einer Gemeinschaft von 25 Grundeigentümern, die den Natur-Campingplatz seit Mitte der 1950er Jahre betreibt: „Aus dem Jahr 1954 habe ich die ersten schriftlichen Aufzeichnungen gefunden“, sagt Martens, dessen Eltern im Ort Landwirte waren und einen Teil der ehemaligen Seeweiden für die Campinggäste zur Verfügung stellten.

Knick nach der Grenzöffnung

Martens hat im Laufe der Jahrzehnte ein Auf und Ab erlebt. Bis Ende der 1980er war der Zulauf gut bis sehr gut. Doch nach der deutsch-deutschen Grenzöffnung 1989 erlebte man einen deutlichen Knick bei den Gästezahlen.

Erst seit einigen Jahren geht es wieder bergauf. Das liege wohl an der Angst der Deutschen vor unsicheren Verhältnissen in den bisher beliebten Auslandsurlaubsorten wie Türkei oder Nordafrika, an teureren Flugreisen oder mittlerweile auch am schlechten Gewissen, grundsätzlich Fernreisen zu buchen.

Pfingsten komplett ausgebucht

„Der vergangene Sommer war natürlich bombig“, sagt Manfred Martens. Das war ja eine durchgehende Sonnenperiode von Anfang Mai bis Ende Oktober. Aber auch das jüngste Pfingstwochenende war nicht schlecht: „Wir waren erstmals komplett ausgebucht“.

Das ist gar nicht überraschend, denn die durchschnittliche Auslastung am Salemer See liegt laut Martens bei 80 Prozent. Wobei er bei dieser Zahl schon vorsichtig formuliert. Ein Wert darüber könnte auch nicht ganz falsch sein. Fakt ist: „Das Touristen-Camping boomt, spontane Wochenend-Besucher oder Gäste, vor allem Familien, die für länger – ein, zwei Wochen – buchen“.

Kein Park, keine World, Promenaden oder Häfen

Was lockt denn die Leute ausgerechnet in diese Gegend, an diesen Ort, an diesen See? „Es ist definitiv kein Ostsee-Publikum“, sagt Martens. Man habe hier nun mal keinen Hansa-Park, keine Sea-World, keine Promenaden oder Häfen wie in Scharbeutz, Timmendorf oder Travemünde.

Thorsten Ennen (46) kommt aus Uplengen im Kreis Leer, Ostfriesland. Eigentlich selbst eine Urlaubsregion an der Nordsee. Er kennt Salem seit 20 Jahren: „Ich bin hier mal anlässlich eines Minicooper-Treffens gelandet“. Seitdem hat er sich in den Ort verliebt. „Der Platz ist einfach wunderschön, idyllisch, landschaftlich einmalig.“

In Salem, am See – im Urlaub!

Am ganz frühen Mittwochmorgen, noch vor 6 Uhr, ist er hier gemeinsam mit Lebensgefährtin Elke, deren Sohn (21) und Tochter Natascha (19, die wiederum mit Söhnchen Mathis, 4) aufgeschlagen. In zwei Zelten bleiben sie bis Sonntag. Kurzurlaub.

Natascha arbeitet selbst im Tourismus, macht eine Ausbildung zur Zweiradmechatronikerin in Ostfriesland. „Ab dem nächsten Wochenende kommen die Urlauber aus Nordrhein-Westfalen, dann muss ich wieder bei der Arbeit sein“, sagt sie und freut sich über die ruhigen Tage hier am idyllischen Salemer See.

Ein besonderes Ausflugsprogramm haben Ennen und seine Familie gar nicht aufgestellt. „Wir kennen Leute aus Lübeck, mit denen treffen wir uns und verbringen ein paar gemeinsame Tage“, sagt Ennen, dem man schon nach einem halben Tag anmerkt, dass er glücklich und zufrieden ist, in Salem, am See, auf dem Campingplatz – im Urlaub! – „angekommen“ zu sein.

Joachim Strunk

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