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Lauenburg Gaststätte am Drüsensee: Ein Fachwerkhaus, das schon mal auf Reisen ging
Lokales Lauenburg Gaststätte am Drüsensee: Ein Fachwerkhaus, das schon mal auf Reisen ging
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18:30 19.07.2019
Die beliebte Ausflugsgaststätte am Drüsensee war früher deutlich kleiner als heute, wie diese etwa 100 Jahre alte Ansichtskarte dokumentiert. Quelle: Norbert Dreessen
Lehmrade

Die Erkenntnis ist nicht neu, aber sie stimmt nach wie vor: In Gasthäusern, die man am Ufer eines schönen Sees findet, fühlen sich die Besucher besonders wohl. Das gilt ohne Zweifel auch für ein Lokal, das seine Lage schon im Namen trägt, Brandts Gaststätte am Drüsensee nämlich.

Dies war mal ein typisch norddeutsches Bauernhaus, und das sieht man zumindest den älteren Teilen des Gebäudes auch an. Ein wenig Landwirtschaft wird auf dem weitläufigen Gelände am Drüsensee in Lehmrade, nur wenige Kilometer hinter der Möllner Stadtgrenze, immer noch betrieben. Einen Stall für 16 Pensionspferde gibt es hier auch.

Familienbetrieb in fünfter Generation

Die Gastronomie steht aber im Mittelpunkt, und sie hat Tradition. Horst Brandt, der jetzige Chef des Hauses, erzählt nicht ohne Stolz, dass er den beliebten Gasthof als Familienbetrieb nun schon in fünfter Generation führt.

Der Bauernhof wurde 1899 gegründet und elf Jahre später um eine Gastwirtschaft erweitert. „Das war zunächst nur eine ganz kleine kleine Kneipe“, so Horst Brandt. Dass man in einem Balken über der Eingangstür die Jahreszahl 1784 entdeckt, hat aber auch seine Berechtigung: Dieser Teil des Hauses ist wirklich so alt, war einmal eine Aalräucherei und befand sich etwa einen Kilometer entfernt vom heutigen Standort.

Vor etwa 150 Jahren wurde das komplette Fachwerkgebäude abgebaut, ging auf die Reise und wurde an neuer Stelle wieder aufgebaut. Maurer und Zimmerleute hatten hier im Laufe der Zeit ohnehin viel zu tun, denn das Gasthaus erwarb sich einen guten Ruf. Die Zahl der Gäste stieg immer weiter, mehrmals mussten Erweiterungen vorgenommen werden. Sogar fünf Ferienwohnungen wurden eingebaut.

Hier kommen Historie und Genuss zusammen.

Regionale und frische Produkte

Familie Brandt spezialisierte sich bei der Zusammenstellung der Speisekarte früh auf regionale Produkte, wobei alles immer frisch sein sollte. Da war es wohl kein Zufall, dass dieses Lokal das erste Kühlhaus im Kreis Herzogtum Lauenburg aufweisen konnte. Noch immer gebe es bei ihm vor allem „gute deutsche Küche“, sagt Inhaber Brandt. Seine älteren Gästen wollten genau solche Gerichte, fügt er hinzu. Jüngere Menschen, so hat er beobachtet, bevorzugten dagegen eher italienische, chinesische oder griechische Restaurants. Die Torten aus eigener Herstellung dürften allerdings allen Generationen schmecken.

In Brandts Gaststätte finden insgesamt 105 Personen Platz, wobei man für private oder Firmenfeiern Räume in verschiedenen Größen auswählen kann. Bei schönem Wetter sehr begehrt sind die 120 Plätze im Freien, nur ein paar Zentimeter vom Drüsensee entfernt. Die Besucherzahl hier sei „sehr wetterabhängig“, berichtet der Wirt – und im Sommer sei im Lokal grundsätzlich mehr los als im Winterhalbjahr.

Um die Gäste kümmert sich ein festes Team von fünf Mitarbeitern, das bei Hochbetrieb um weitere sieben Kräfte vergrößert werden kann. Regelmäßige Aktionen wie das Osterfeuer oder das Pfingstkonzert kommen immer besonders gut an – und alle genießen dabei den Blick auf den See, das am Ufer wachsende Schilf und das umliegende Naturschutzgebiet.

Größtes Gewässer der Möllner Seenplatte

Der Drüsensee ist das größte Gewässer der Möllner Seenplatte. Die wiederum besteht aus sieben Seen mit einer Gesamtfläche von etwa 135 Hektar, die östlich und nördlich der Stadt Mölln liegen.

Neben dem Drüsensee gehören zur Seenplatte der Lütauer See, der Schmalsee, der Hegesee, der Schulsee, der Stadtsee und der Ziegelsee. Letzterer wird vom Elbe-Lübeck-Kanal durchquert.

Der Drüsensee ist etwa zwei Kilometer lang, bis zu 450 Meter breit und hat eine Fläche von 73 Hektar. Er ist nur acht Meter tief und in seiner Mitte befindet sich eine kleine und unbewohnte Insel, die Bismarckinsel.

 

Norbert Dreesen

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