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Lübeck 1055 Stimmen für den Schlutuper Einzelhandel
Lokales Lübeck 1055 Stimmen für den Schlutuper Einzelhandel
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18:07 21.02.2019
Monika Kastner, Leiterin der Initiative (vorne l.) und Günter Steffen von der Awo (vorne r.) zeigen stolz die gesammelten 1055 Unterschriften zum Erhalt des Lebensmitteleinzelhandels in Schlutup. Im Hintergrund stehen Hans Jürgen Wicke, Leiter der Awo in Schlutup (l.), Norman Boje vom Coop-Vorstand und der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Mitbegründer der Initiative Harald Quirder. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Schlutup

Große Enttäuschung und Verärgerung brachte die Schließung des Schlutuper Sky-Marktes Ende Oktober letzten Jahres. 150 Anwohner demonstrierten damals für die Rettung der Filiale, leider vergebens. Daraufhin gründete sich eine Initiative, durch die in Zusammenarbeit mit dem SPD-Ortsverein und der Awo insgesamt 1055 Unterschriften für den Erhalt des Lebensmitteleinzelhandels gesammelt wurden. „Das sind über 1000 Unterschriften auf rund 6000 Einwohner. Das zeigt, dass die Schließung des letzten Vollsortimenters die Leute bewegt“, sagt Harald Quirder, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und Mitbegründer der Initiative.

Als Vollsortimenter werden Supermärkte bezeichnet, die ein sehr breites Spektrum von Artikeln der Lebensmittelbranche anbieten. Sky war der letzte Markt dieser Art in Schlutup. Seit dem Auszug gibt es im Stadtteil nur noch einen Discounter, der „den Bedarf des täglichen Lebens nicht komplett abdecken kann“, so die Initiatoren. Besonders Senioren und weniger mobile Einwohner stelle dies vor Probleme, denn für einen Großeinkauf müssten sie Schlutup verlassen.

Am 21. Februar übergaben Harald Quirder und Monika Kastner, die Gründer der Initiative, die Unterschriften den Vorstand der Genossenschaft Coop, die Eigentümer des nun leer stehenden Gebäudes des ehemaligen Sky-Marktes ist. Anwesend waren auch Awo-Leiter Hans Jürgen Wicke und Awo-Mitglied Günter Steffen.

Vor dem Awo-Gebäude in Schlutup: Vertreter der Bürgerinitiative übergeben 1055 gesammelte Unterschriften für den Erhalt des Lebensmitteleinzelhandels an den Coop-Vorstand. v.l.: Awo-Leiter Hans Jürgen Wicke, Aufsichtsratsvorsitzender der Coop Detlef Aue, Mitbegründerin der Initiative Monika Kastner, Norman Boje vom Coop-Vorstand, SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Harald Quirder, Coop-Sprecherin Louisa Kaufmann und Günter Steffen von der Awo. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Käufer werden gebraucht, Interesse ist da

„Als Eigentümer sind wir natürlich daran interessiert, dass die Immobilie nicht leer steht“, erklärt Norman Boje vom Coop-Vorstand. Problematisch sei jedoch, dass das Unternehmen Rewe, welches zuletzt für die Sky-Filiale verantwortlich war, noch immer Mieter der Ladenfläche ist. Grund für die Schließung waren schlicht zu wenig Käufer. „Wenn alle, die die Initiative unterschrieben haben, auch dort einkauften, würde sich wieder ein neuer Markt lohnen“, sagt Boje. Harald Quirder ist optimistisch: „Die zahlreichen Stimmen zeigen, dass ein großes Interesse unter den Schlutupern besteht. Wir brauchen aber auch Leute, die hier herziehen und neue Kaufkraft mitbringen.“

Neuer Vollsortimenter soll her

Dies erkennt auch der Coop-Vorstand an: „Hier wurde wahnsinnige Arbeit geleistet. Wir nehmen das auf jeden Fall mit und setzen damit ein Zeichen.“, so Boje. Harald Quirder erklärt: „Wir hoffen, dass sich bald ein Mieter findet, der die Schlutuper wieder mit Lebensmitteln aller Art versorgt.“ Von Seiten der Coop und Rewe gibt es bereits Bestrebungen, diesen Wunsch zu erfüllen. Laut Boje könne man sich auch vorstellen, einen kleineren oder privaten Anbieter einziehen zu lassen. Allerdings wäre im Falle eines Neueinzuges ein Umbau nötig. Günter Steffen von der Awo weiß: „Die Kanalisation muss überprüft werden. Wenn es regnet, steht der ganze Parkplatz unter Wasser.“ Außerdem habe es in der Vergangenheit Wassereintritte im Keller des Gebäudes gegeben.

Norman Boje vom Coop-Vorstand lobt die Bürgerinitiative: „Hier wurde wahnsinnige Arbeit geleistet.“ Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Initiative findet viele Unterstützer

Trotz der Hürden freuen sich die Initiatoren über viel positive Resonanz. Monika Kastner lobt besonders das Interesse der Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD), die kürzlich versprach, sich für die Veränderungen in Schlutup einzusetzen. Zudem hätten sich viele Unternehmen an der Initiative beteiligt, so zum Beispiel die Lübecker Hafen-Gesellschaft. Großes Engagement zeigten auch die ortsansässigen Gastronomen wie beispielsweise die Betreiber des griechischen Restaurants „Taverna Tinos“ und die Bäckerei Schüler. „Außerdem sollten sich auch die Einzelhandels- und Tourismusverbände einbringen“, fordert Kastner. Sie und ihre Kollegen hätten mit der Initiative aber schon jetzt viel erreicht. „Wir haben die Leute miteinander ins Gespräch gebracht und ihr Interesse geweckt. Das muss die Stadt jetzt nutzen.“

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