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Lübeck 20 Wandergesellen unterstützen Klosterbau im Geschichtserlebnisraum Roter Hahn
Lokales Lübeck 20 Wandergesellen unterstützen Klosterbau im Geschichtserlebnisraum Roter Hahn
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15:53 12.09.2019
Oliver, wandernder Kunstgießer, gießt eine mittelalterliche Gürtelschnalle. Quelle: Fotograf Lutz Roeßler
Kücknitz

Von Weitem sind die Flammen des Feuers schon zu sehen. Viele interessierte Menschen tummeln sich um den Ofen herum. Ein Fliesenleger schaufelt die Bronze in ein Gefäß, mitten im Feuer. Nach wenigen Minuten ist die Bronze flüssig. Dann versucht der Kunstgießer die flüssige Bronze vorsichtig mit einer Zange in die entsprechenden Formen zu gießen. Die Zuschauer beobachten gespannt jede Bewegung. Nach kurzem Abkühlen werden die Formen langsam getrennt. Übrig bleiben die Einzelteile einer in mittelalterlicher Arbeitsweise gegossenen Gürtelschnalle. Diese wird anschließend von einer Goldschmiedin mit einer Bürste gesäubert. Dann ist sie fertig.

Wandernder Gesellen unterstützen das Projekt

Im Geschichtserlebnisraum Roter Hahn waren 20 Gesellen zu Besuch, die das Mittelalterdorf handwerklich beim Projekt Klosterbau unterstützt haben. Dazu gehören Tischler, eine Goldschmiedin, Zimmermänner, aber auch Fliesenleger und Schneiderinnen. Sie erweitern das Dorf, das im Stil des 12. Jahrhunderts gebaut wurde.

Wie in grauen Vorzeiten wird im Geschichtserlebnisraum Kücknitz handwerklich gearbeitet.

Das Bronzegießen einer Gürtelschnalle war das Highlight der Woche. Ein Kunstgießer und ein Fliesenleger gossen die Schnalle nach mittelalterlichen Methoden. Um den Guss herum sitzen und stehen weitere begeisterte Handwerker und Besucher. Ein Handwerker erklärt die Methode. „Die Formen sind aus Sepia, das ist Tintenfischrücken. So wurde Bronze schon im Mittelalter gegossen.“

Weitere mittelalterliche Projekte

Außerdem wird noch ein Gewand aus dem 12. Jahrhundert geschneidert. Eine bogenförmige Tür für das Kloster, ein Schrank aus 650 Kilogramm Eiche und viele weitere Werke aus dem Mittelalter werden ebenfalls hergestellt. Alles war in 14 Tagen aber nicht zu schaffen. „Der Schrank und die Tür werden in den zwei Wochen leider nicht ganz fertig werden, dafür müssen noch einige Handwerker länger bleiben“, erklärt Zimmermann Andreas, einer der Wandergesellen.

Beim Verein Geschichtserlebnisraum, der auf seinem Gelände offene Kinder- und Jugendarbeit betreibt, ist man trotzdem glücklich. „Wir haben uns sehr gefreut, es ist eine tolle Bereicherung und ein Traum, dass die Gesellen hier sind“, sagt Frank Thomas, Sozialarbeiter des Projekts. Der Geschichtserlebnisraum besteht aus mittelalterlichen Hütten, die aus einfachem Holz gezimmert sind, kleine und große, auf dem ganzen Hof verteilt. Außerdem steht ein Holzschiff mit Kletterseilen mitten auf dem Feld, es dient als Spielgerät. Aber auch verschiedene Tiere wohnen hier. Hühner laufen frei über den Platz, Pferde stehen im Stall, selbst Ziegen sind zu hören. Außerdem sind große, rot-weiße Zelte im Zentrum des Platzes für die Arbeiter aufgebaut, die an den Möbelstücken arbeiten. „Wir arbeiten im mittelalterlichen Stil und versuchen auch so viel wie möglich mit mittelalterlichen Methoden zu arbeiten“, sagt Lasse, der ebenfalls ein Zimmermann auf Wanderschaft ist.

Das passiert mit den fertigen Handwerksstücken

Alle Werke schmücken und erweitern das Dorf in der Innen- wie auch Außenausstattung um mittelalterliche Möbel und dem weit ausgebauten Kloster. Dabei ist das Thema bis in die Details zu erkennen. Nicht nur die Häuser und Einrichtungen sehen aus wie im 12. Jahrhundert, auch die Kleider sind im mittelalterlichen Stil gehalten. Genauso wie die Gürtelschnalle, die, gerade vor Ort gegossen, ebensogut schon mehrere Hundert Jahre alt sein könnte.

Von Alina Gransee

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