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Lübeck Mehr als 200 Schüler demonstrieren in Lübeck für den Klimaschutz
Lokales Lübeck Mehr als 200 Schüler demonstrieren in Lübeck für den Klimaschutz
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14:24 24.01.2019
Lautstarker Protest gegen die aktuelle Klimapolitik: Bei „Fridays for Future“ gingen in Lübeck mehr als 200 Schüler auf die Straße. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Vom MuK-Parkplatz dröhnt Musik, Michael Jackson’s „Earth Song“ passt wunderbar zum Thema. Es ist Freitag, kurz vor 11 Uhr, und nach und nach versammeln sich immer mehr Jugendliche mit Plakaten an der MuK. Wie in insgesamt 50 deutschen Städten geht es um Klimaschutz. „Wir haben keinen Plan(eten) B! It’s time to stand up“ steht auf einem Plakat, „The climate ist changing, why aren’t we?“ auf einem anderen.

Carolin Hemeter (18) von der Geschwister-Prenski-Schule: „Es ist der letzte Ausweg, jetzt auf die Straße zu gehen. Für mich steht außer Frage, dass ich mich engagiere.“ Quelle: Sabine Risch

Der 17-jährige Jonathan Aurin von der Thomas-Mann-Schule ist einer der Organisatoren. „Nach dem Streik am 17. Dezember haben wir das über alle Kanäle kommuniziert“, erklärt er. Eine unabhängige Jugendgruppe diverser Schulen habe die Demo organisiert. Auch Danny Leithol (19) von der Geschwister-Prenski-Schule gehört zu denjenigen, die sich jeden Mittwoch um 15.15 Uhr im Café des Soli-Zentrums treffen, um Aktionen zu planen. „Jeder kann mitmachen“, sagt Danny.

„Die Leute merken langsam, dass das Klima nicht mehr auf uns wartet“, spricht er wenig später ins Mikro. Um die Erderwärmung aufzuhalten, müssten wir „erst einmal realisieren, dass die Erde ein Problem hat“, sagt er unter Applaus und verweist auf den Klimawandel-Leugner Donald Trump.

Helene Pages vom Johanneum trägt das Schild eines Sechstklässlers. Die 18-Jährige findet es „wichtig, sich fürs Klima einzusetzen. Wir tun viel zu wenig!“ Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandieren die Schüler während ihres Marsches durch die Innenstadt. Vor dem Katharineum pausieren sie und fordern die aus den Fenstern Schauenden lautstark auf: „Schüler lasst das Büffeln sein, setzt euch für das Klima ein!“ Einige wenige folgen der Aufforderung.

Auf dem Koberg gibt Lukas Leitner (17) vom Johanneum durch, dass in knapp 50 weiteren deutschen Städten 15 000 Schüler unterwegs seien. Er erinnert noch einmal an den Auslöser für die Aktionen: „Das ist ganz klar Greta Thunberg!“ Die 16-jährige Schwedin sitzt seit Monaten jeden Freitag vor dem Parlament von Schweden. Nach ihrem Vorbild gehen Jugendliche auch in Deutschland während der regulären Unterrichtszeit auf die Straße.

„Es gibt keinen Plan(eten) B. It’s time to stand up!“ steht auf dem Plakat, das unter anderem Bente Binding (r., 17) und Justus Raasch (19) halten. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Thema im Schulausschuss

Der Schüler Georg Willi Podein (18) von der Geschwister-Prenski-Schule hat die Politiker am Donnerstag im Schulausschuss der Bürgerschaft um Hilfe gebeten. Im Anschluss an einen Schülerstreik am 17. Dezember, der von der Gruppe „Fridays for Future“ organisiert worden war, hatten einige Schulleiter Missbilligungen an Schüler ausgesprochen, die wegen der Demo dem Unterricht ferngeblieben waren. „Wir müssen den Stoff, den wir verpasst haben, aufholen und sind durch die Fehlstunden genug gestraft“, sagt Podein, „aber wir wollen ein Zeichen setzen.“ An seiner Schule habe es keine Missbilligungen gegeben, sagt Podein gestern. Man habe sehr gut mit dem Schulleiter kooperiert.

Der Schulausschuss zollte den Schülern einhellig seinen Respekt. „Wir finden es toll, dass die Schüler sich verantwortlich fühlen“, sagte Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos), „aber wir können uns nicht in Schul-Interna einmischen.“ Weiher schlug vor, dass die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Kontakt zu der Gruppe „Fridays for Future“ aufnimmt.

Auch Schulrat Helge Daugs sprach von einem „großartigen Engagement“. Es müsse Wege geben, zu demonstrieren und Missbilligungen zu vermeiden. Er stehe für Gespräche zur Verfügung, sagte Daugs. Helmut Nölck (Unabhängige): „Wir appellieren an die Schulleiter, mit Augenmaß vorzugehen.“

Um 13.15 Uhr ist die Demonstration nach Polizeiangaben friedlich beendet. Während Polizist Thomas Wolf, der seit Jahren fast jede Demo in Lübeck begleitet, die Teilnehmerzahl zu Beginn auf 200 schätzt, zählen die „Fridays for Future“-Akteure 400. Nächste Aktion: Kommenden Freitag streiken auch Lübecker Schüler ab 12 Uhr am Bundeswirtschaftsministerium vor der Kohlekommission. Ein kostenloser Bus für 50 Personen ab Lübeck ist bereits so gut wie ausgebucht.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ – unter diesem Motto ziehen die Schüler am Freitag durch die Innenstadt.

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Sabine Risch

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