Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck 27 Monate Haft für Haustür-Betrug in Lübeck
Lokales Lübeck 27 Monate Haft für Haustür-Betrug in Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 12.08.2019
Das Amtsgericht in Lübeck (Archivfoto) Quelle: Friederike Grabitz
St. Lorenz Nord/ St. Gertrud

Sie klingelte an der Tür, mit verzweifeltem Blick. „Ich wohne hier im Haus und habe mich ausgeschlossen. Bitte helfen Sie mir“. Sie brauche Geld, um mit dem Taxi ihren Zweitschlüssel von der Arbeitsstelle zu holen, danach zahle sie es zurück, sagte die 27-jährige. 21-Mal haben Hausbewohner der angeblichen Nachbarin Geld gegeben, die meisten eine kleinere Summe im zweistelligen Bereich. Sie bekamen es nie zurück, denn die sympathische junge Frau war eine Betrügerin. Insgesamt 1825 Euro, die sie mit dieser Masche bekam, gab sie nicht für eine Taxifahrt aus, sondern für Drogen. Sie hatte im August und September 2018 hauptsächlich in St. Lorenz Nord an Haustüren geklingelt.

Vollendeter und versuchter Betrug in 22 Fällen

Nun muss sie das Geld zurückzahlen. Die junge Frau stand am Montag wegen Betrugs in 20 Fällen, versuchten Betrugs in einem Fall und Betrugs mit Raub vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Lübeck. In diesem letzten Fall hatte sie einen Briefumschlag mit 490 Euro gestohlen, aus dem eines ihrer Opfer das angebliche Taxigeld genommen hatte.

„Es tut mir Leid“, sagte die Frau, die alle Taten gestand. Sie wolle einen Schlussstrich ziehen, eine Therapie und anschließend einen Schulabschluss machen. Ihre Verteidigerin bat das Gericht um ein mildes Urteil.

„Hilfsbereitschaft ausgenutzt“

„Dass Sie geständig sind und eine Therapie wollen, spricht zu Ihren Gunsten“, räumte Richter Felix Spangenberg ein. Schwerer wiegt jedoch für ihn, dass die Angeklagte „die Hilfsbereitschaft von Menschen ausgenutzt hat, die dann im Ernstfall vielleicht nicht mehr helfen“, sagte er. Nach knapp zwei Stunden Verhandlungszeit verkündete er das Urteil: Zwei Jahre und drei Monate Haft, die Rückzahlung der Betrugssumme sowie die Kosten für das Verfahren. Mit dem Strafmaß folgte der Richter dem Antrag von Staatsanwalt Moritz Ihde. Er sah bei der jungen Frau mit dem „durchaus einnehmenden Wesen“ ein „eingeschliffenes Verhaltensmuster“: Sie war schon zuvor wegen Betrugs verurteilt worden.

Die Angeklagte reagierte sichtlich erschrocken. In seiner Begründung erläuterte der Richter: „Ob das ein hartes Urteil ist, ist schwer zu sagen. Aus der Perspektive all derer, die geholfen und sich dann geärgert haben, ist es angemessen“. Er beendete den Prozess mit ermutigenden Worten: „Sie schaffen das, Sie können sich gut durchsetzen - an der Haustür und auch im Leben“.

Von Friederike Grabitz

Bei strahlendem Sonnenschein informierten sich CDU-Politiker bei den Entsorgungsbetrieben über alternative Streumittel für Radwege. Seit 30 Jahren wird Sand gestreut. Die Beschwerden reißen nicht ab.

13.08.2019

Im einstigen Lübecker Club „Parkhaus“ wurde 2009 „Pump up the Volume“ geboren. Jetzt, nach Schließung des Clubs, findet ein 90er-Festival im Strandsalon statt.

12.08.2019

Am 31. Juli hat die Gemeindediakonie das einzige Familienzentrum in der Lübecker Innenstadt geschlossen. Die Kirche konnte Sicherheitsauflagen des Landes nicht erfüllen.

12.08.2019