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Lübeck 29-Jähriger droht Polizisten mit Softair-Pistole
Lokales Lübeck 29-Jähriger droht Polizisten mit Softair-Pistole
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18:33 25.11.2013
Von Peer Hellerling
Die Polizei stellte Pistole, Pumpgun und Sturmgewehr sicher.
Die Polizei stellte Pistole, Pumpgun und Sturmgewehr sicher. Quelle: Foto: Polizei
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Glimpfliches Ende eines Polizeieinsatzes: Gestern Nacht hat ein 29-Jähriger in St. Lorenz Nord mit einer Pistole zunächst auf einen Bus des Stadtverkehrs gezielt, anschließend bedrohte er mit der Handfeuerwaffe noch die alarmierten Polizeibeamten. Erst mithilfe eines Diensthundes konnte der geistig zurückgebliebene Lübecker zur Aufgabe gezwungen werden. Wie sich im Anschluss herausstellte, handelte es sich bei der Waffe um eine sogenannte Softair-Pistole. Rechtlich gesehen hätten die Einsatzkräfte durchaus von ihrer Dienstwaffe Gebrauch machen dürfen.

„Der Einsatz hätte böse ausgehen können“, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. „Es ist dem besonnenen Vorgehen der Beamten zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“ Der 29-Jährige war gegen 0.30 Uhr einem Busfahrer des Stadtverkehrs aufgefallen, als dieser mit dem leeren Fahrzeug zum Depot fuhr. Auf Höhe der Haltestelle Am Behnkenhof beobachtete der 55-Jährige, „wie der Mann offenbar mit einer Waffe auf den Bus zielte“, sagt Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke. Der Mitarbeiter setzte seine Fahrt fort und alarmierte währenddessen die Polizei.

Eine Streifenwagenbesatzung entdeckte den 29-Jährigen in der Memelstraße. Muhtz: „Dort zielte er direkt auf die Beamten.“ Diese bemerkten die Pistole, zogen sich zurück und warteten auf Verstärkung.

Über Lautsprecher forderten die insgesamt sieben Polizisten den Mann mehrmals auf, die Waffe aus der Hand zu legen. Außerdem drohten die Einsatzkräfte, ihrerseits die Waffen zu ziehen. Erst der angekündigte Einsatz eines Diensthundes überzeugte den 29-Jährigen. „Aus Angst warf sich der Mann auf den Boden, legte die Waffe ab und konnte überwältigt werden“, sagt Muhtz. „Das Motiv für die Tat ist unklar.“ Um 0.50 Uhr war der Einsatz beendet, verletzt wurde niemand.

Der Lübecker ist „in seiner geistigen Entwicklung stark zurückgeblieben“ und wohnt in einer betreuten Gruppe, so Muhtz weiter. Zur Tatzeit hatte der Mann einen Atemalkoholwert von 0,66 Promille. Die sichergestellte Druckluft-Pistole wirkt täuschend echt. Der 29-Jährige gab an, in seinem Zimmer weitere Softair-Waffen zu besitzen. Dort entdeckte die Polizei Imitate einer Pumpgun und eines Sturmgewehrs. Am frühen Morgen wurde der 29-Jährige in die Obhut seines Vaters übergeben.

pah