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Lübeck Abschied für Ungeimpfte: Was sagen Lübecker Hoteliers und Gäste zur 2G-Regel?
Lokales Lübeck

2G in Hotels: Was sagen die Lübecker Hoteliers und ihre Gäste dazu?

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19:00 21.11.2021
Von 3G auf 2G: Darja Mumber (30) vom Hotel Gran Belveder streicht den negativen Corona-Test als Aufnahmekriterium durch.
Von 3G auf 2G: Darja Mumber (30) vom Hotel Gran Belveder streicht den negativen Corona-Test als Aufnahmekriterium durch. Quelle: Agentur 54°
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Lübeck/Scharbeutz

Kleiner Strich mit großer Wirkung: Die Angestellte Darja Mumber setzt den schwarzen Filzstift an das Hinweisschild im Hoteleingang und schwärzt die unterste Zeile – der „negative Antigen- oder Schnelltest“ verschwindet von der Liste der Einlasskriterien. Denn wie in ganz Schleswig-Holstein gilt jetzt auch im Hotel Gran Belveder in Scharbeutz: Beherbergt werden darf nur, wer geimpft oder genesen ist – 2G statt 3G.

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Urlauberin: „Es ist die einzige Chance, den Virus in den Griff zu bekommen“

Den meisten Gästen scheint das nichts auszumachen – ganz im Gegenteil: „Ich finde es gut, dass jetzt 2G herrscht, das ist die einzige Chance, den Virus in den Griff zu bekommen“, findet Birgit Mellmann, eine Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen. „Ja, es gibt dadurch eine Trennung zwischen Geimpften und Ungeimpften, aber es geht schließlich darum, Menschen zu schützen.“

Birgit Mellmann (50): „Ich finde es gut, dass jetzt 2G herrscht.“ Quelle: Agentur 54°

Manche Gäste wünschen sich die 2G plus-Regel

Ihr Mann Christian Heilig stimmt ihr zu: „Ich fühle mich sicherer, wenn 2G herrscht und die steigenden Infektionszahlen bestätigen das Vorgehen vollkommen.“

Christian Heilig (50): „Die steigenden Infektionszahlen bestätigen die 2G-Regelung.“ Quelle: Agentur 54°

Mellmann ergänzt: „Wenn wir zuhause die Eltern besuchen, dann herrscht schon lange 2G plus“ - also die Testung auch für vollständig Geimpfte oder Genesene – das wäre natürlich auch im Hotel optimal.“

Hört man sich in der Hotellobby so um, gibt es nur Zustimmung: „Irgendwie muss man das ja in den Griff kriegen“, findet zum Beispiel Ulrike Mögenburg (38). Eine Meinung, die nicht zuletzt auch der Hotelbetreiber Moritz Schmid-Burgk teilt.

Ulrike Mögenburg (38): „Ich finde die Maßnahme gut. Irgendwie müssen wir das ja in den Griff kriegen.“ Quelle: Agentur 54°

Hotelier Schmid-Burgk: „Es geht um den Schutz unserer Gäste“

„Ich begrüße die 2G-Regel absolut, sie kommt uns sehr entgegen“, erklärt der 65-jährige Hotelier. „Der größtmögliche Schutz unserer Gäste liegt uns am Herzen, alle unsere Mitarbeiter sind geimpft und lassen sich wöchentlich zweimal testen.“

Das Hotel Gran Belveder, das Schmid-Burgk seit Anbeginn – das heißt 15 Jahre – leitet, ist derzeit ein volles Haus. Aufgrund der neuen Regelungen abreisen, musste jedoch niemand. „Wir hatten lediglich fünf oder sechs Stornierungen aufgrund der Vorgaben.“

Hotelier Moritz Schmid-Burgk (65): „Ich begrüße die 2G-Regel absolut, sie kommt uns sehr entgegen.“ Quelle: Agentur 54°

Diese landesweiten Vorgaben sehen jedoch auch eine Ausnahmeregelung vor, die Schmid-Burgk nicht verstehen kann: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum für Geschäftsreisende weiterhin 3G erlaubt sein soll“, kritisiert er.

Schließlich kämen die genauso in Kontakt mit Menschen wie Urlauber, zumal man den Unterschied als Gastgeber nicht einmal verlässlich überprüfen könne.

Hotelier-Ehepaar Abbe: „Bei uns gilt auch für Geschäftsreisende 2G“

Aus diesem Grund hat das Ehepaar Abbe von der Villa WellenRausch in Travemünde bereits entschieden: „Bei uns gilt auch für Geschäftsreisende 2G.“ Jasmin Abbe sieht in den neuen Regelungen den „größtmöglichen Schutz“, den man ihren Gästen bieten könnte.

Hoteliers Carsten (51) und Jasmin Abbe (52): „Bei uns gilt auch für Geschäftsreisende die 2G-Regel.“ Quelle: Agentur 54°

Auch ihr Hotel in der Travemünder Kaiserallee ist an diesem Morgen gut besucht. Zum Buffet sei man hier aus Hygienegründen nie zurückgekehrt, erklärt die Leiterin der Villa WellenRausch. Ganz gleich, ob es um die Gesundheit der Gäste oder um das Image der Herberge geht: „Einen Corona-Fall können wir uns nicht leisten.“

Urlauberin: „Man weiß jetzt, woran man ist“

Auch hier musste kein Gast aufgrund der neuen Regelungen das Hotel verlassen. Vielmehr begrüßt man die strengeren Maßnahmen: „Ich finde das prima und entspannend“, findet Yvonne Lenz. „Endlich gibt es eine einheitliche Regelung.“

Yvonne Lenz (54): „Endlich gibt es eine einheitliche Regelung.“ Quelle: Agentur 54°

Ihr gegenüber sitzt Christine Wilde. Die Urlauberin aus Bayern freut sich darüber, dass jetzt konsequenter kontrolliert werde. „Man weiß jetzt, woran man ist und ich selbst kann ja trotzdem noch alles machen.“

Christina Wilde (58): „Durch die 2G-Regel weiß man endlich, woran man ist.“ Quelle: Agentur 54°

Hotel-Gast: „Auf diese Weise wächst der Druck, sich impfen zu lassen“

Auch Alexander Koch begrüßt den Wechsel auf 2G: „Auf diese Weise wächst auch der Druck, sich impfen zu lassen.“ Man müsse sich nämlich vor Augen führen: „Wenn alle Impfgegner durchkommen, dann haben wir noch drei Jahre mit dem Virus zu kämpfen“, so der Urlauber aus Frankfurt.

Alexander Koch (55): „Wenn alle Impfgegner durchkommen, dann haben wir noch drei Jahre mit dem Virus zu kämpfen“ Quelle: Agentur 54°

Seine Frau Beate stimmt ihm zu: „Ich finde es absolut richtig. Und es ist vor allem endlich mal ein Gesetz, das nicht immer nur den Wirten den schwarzen Peter zuschiebt.“

Beate Koch (55): „Ich finde flächendeckend 2G absolut richtig. Endlich wird den Wirten nicht mehr der schwarze Peter zugeschoben.“ Quelle: Agentur 54°

Hoteliers empfinden gesetzliche 2G-Regelung als Entlastung

Und genau das betonen auch die Hoteliers. Während es zuvor den Gastwirten oblag, wie streng sie von ihrem Hausrecht gebraucht machten, gebe es jetzt eine flächendeckende und verbindliche Regelung.

„Bis jetzt wurde vieles auf dem Rücken der Unternehmer ausgetragen“, findet Hilke Flebbe, die Leiterin des Klassik Altstadt Hotels. „Wir sind mürbe.“ In ihrem Gasthaus in der Fischergrube seien „alle geimpft und das finde ich auch gut so.“ Alles andere, so ist sie überzeugt, sei „grobe Fahrlässigkeit“.

Die neuen Regelungen heißt sie daher genauso willkommen, wie Schmid-Burgk in Scharbeutz: „Jetzt herrscht kein Hüh oder Hott mehr, kein Wenn und Aber.“ Stattdessen könne er nun jedem Reisenden, der sich vergebens um ein Zimmer bemüht, mitteilen: „Lieber Gast, gerne würde ich dich hier empfangen in einer der allerschönsten Urlaubsregionen des Landes. Aber es gibt Vorgaben, die eingehalten werden müssen – ohne Ausnahmen.“

Von Timm Lewerenz