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Lübeck 50-Jähriger von Unbekanntem niedergestochen
Lokales Lübeck 50-Jähriger von Unbekanntem niedergestochen
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09:26 08.12.2015
Rettungswagen an der Untertrave: Hier ist der 50-Jährige schwer verletzt durch mehrere Messerstiche zusammengebrochen. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Kurz vor der Diskothek „Sounds“ ist er zusammengebrochen. Es war etwa ein Uhr morgens in der Nacht zu Sonntag. „Er kam aus Richtung der Mengstraße. Woher genau, weiß ich nicht. Sein Bein hat stark geblutet – und er konnte nicht mehr weiterlaufen“, sagt Christian Kahl, Betreiber der Diskothek an der Untertrave. „Er hatte mehrere Stichverletzungen. Ich weiß gar nicht, wie der Mann noch so weit gehen konnte.“

Glücklicherweise haben die Türsteher des „Sounds“ schnell reagiert und sofort einen Rettungswagen sowie die Polizei gerufen. Der 50-Jährige wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Woher die Verletzungen am Bein des Ostholsteiners stammen, ist bisher nicht geklärt. Augenzeugen berichten, dass die Polizeibeamten in den Abfalleimern in der Nähe der Diskothek nach der Tatwaffe gesucht haben. Auch den Blutspuren auf dem Boden sollen sie nachgegangen sein – offenbar ohne Erfolg.

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„Die Hintergründe sind noch unklar. Zum Tathergang erfuhren die Beamten vor Ort nicht viel“, sagt Anett Dittmer, Sprecherin der Polizei. Der Mann sei „merklich alkoholisiert“ gewesen. „Ersten Informationen zufolge geriet der Geschädigte möglicherweise mit mehreren Personen in der Beckergrube/Ecke An der Untertrave in Streit“, sagt Dittmer. „Nun müssen die Ermittlungen der Kriminalpolizei klären, wie und warum es zu den Verletzungen des Mannes kam.“ Die Polizei sucht nach Zeugen. Hinweise zu dem Fall nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0451/1310 entgegen.

Erst vor etwa zwei Wochen musste in der Königstraße ein 35-Jähriger mit Stichverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden (die LN berichteten). Der Finne, der mehr als zwei Promille Alkohol im Blut hatte, schwebte in Lebensgefahr, da ihm ein Messerstich in der Nähe des Herzens zugefügt wurde. Erst durch eine Not-Operation hat sich sein Gesundheitszustand stabilisiert. Auch in diesem Fall fehlt von dem Täter jede Spur. „Die Ermittlungen in dem Fall dauern an“, sagt Anett Dittmer. „Bisher haben wir keine konkreten Hinweise auf die Tat oder auf den Täter.“ Obwohl sich die beiden Vorfälle auf den ersten Blick sehr ähnlich sind, geht Dittmer nicht davon aus, dass es eine Verbindung zwischen ihnen gibt. „Nach bisherigen Informationen schließen wir einen Zusammenhang der beiden Fälle aus“, sagt die Behördensprecherin.

Bei Diskobesitzer Christian Kahl bleibt ein mulmiges Gefühl. „Ich hoffe, dass die Polizei schnell den Täter ausfindig machen kann“, sagt Kahl. Er wolle sich gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. „Zum Glück ist er bei uns vorbeigekommen und nicht in die andere Richtung gelaufen. Da wäre nämlich erst einmal lange nichts gekommen. So konnten wir ihm wenigstens helfen."

Hannes Lintschnig