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Lübeck 758 junge Hörakustiker erhalten Gesellenbrief in Lübeck
Lokales Lübeck 758 junge Hörakustiker erhalten Gesellenbrief in Lübeck
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12:29 08.07.2019
Sie sind die drei besten Prüflinge der Hörakustik: Carina Biermann, Janna Ulbrich und Lara Manthey (v. l.) . Quelle: Biha/Olaf Malzahn
Innenstadt

Mit besten Perspektiven in den Beruf starteten jetzt nach drei Jahren dualer Ausbildung 758 Lehrlinge des Hörakustiker-Handwerks. Auf der nach Angaben der Innung bundesweit größten Freisprechung eines Gesundheitshandwerks in Deutschland wurden die erfolgreichen Absolventen mit den traditionellen Worten „Hiermit spreche ich Sie von Ihren Rechten und Pflichten als Auszubildende frei“ von Hans-Jürgen Bührer, Vizepräsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), in den Gesellenstand gehoben.

2000 Gäste bei Freisprechungsfeier in der MuK

Der Nachwuchs der Branche, die Handwerk und Digitalisierung verbindet, feierte seinen Abschluss mit über 2000 Gästen aus dem Handwerk sowie Familien und Freunden in der Musik- und Kongresshalle in Lübeck.

Besonders gekürt wurden die drei besten Auszubildenden: Die beste Prüfung legte Janna Ulbrich (21) aus Leer (Niedersachsen) ab. Gefolgt von Lara Manthey (21) aus Oldenburg (Niedersachsen) und Carina Biermann (22) aus Giesen (Niedersachsen).

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

5,4 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit rund 6600 Hörakustiker-Betrieben und etwa 15 000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits zirka 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen zuständig. Daneben organisiert er – wenn der gesetzliche Anspruch besteht – die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen und steht für Wartung und Reparaturen der Hörsysteme bis zu einem gewissen Grad zur Verfügung.

Darüber hinaus berät er zu Gehörschutz und speziellem technischem Zubehör. Der Hörakustiker verfügt über theoretisches Wissen aus der Akustik, Audiologie, Psychologie und Hörsystemtechnik und über praktische Fertigkeiten zur Audiometrie.

Beitrag zur Stärkung der Gesundheitsversorgung

Matthias Badenhop, Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium, begrüßte die jungen Gesellen. „Sie sind der Nachwuchs einer wachsenden Branche mit Zukunft, die einen festen Bestandteil in der Gesundheitswirtschaft darstellt“, sagte er in seiner Festrede. „Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs in vielen Gesundheits- und Handwerksberufen leistet der Campus Hörakustik in Lübeck mit der Ausbildung einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitsversorgung.“

Ausbildung mit höchsten Ansprüchen

„Hinter Ihnen liegen drei Jahre duale Ausbildung mit höchsten Ansprüchen“, lobte Prof. Dr. Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung des Landes Schleswig-Holstein und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Hörbehinderten. „Sie haben einen Hightech-Beruf gewählt, um Menschen zu helfen, Sie sind die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik.“ Die bundesweit einheitliche Prüfung, die in Lübeck abgenommen werde, sei ein Garant für die gleichbleibend hohe Versorgungsqualität in Deutschland. Hase wünschte den Absolventen „viele besondere menschliche Momente, wenn der Kunde Ihnen für wiedergewonnene Lebensqualität dankt“.

Langjährige Kooperation mit Akademie für Hörakustik

Stephan Fuesers, Studiendirektor der Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS) und Janine Otto, Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, lobten ebenfalls den Ausbildungserfolg, der neben dem Einsatz der Ausbilder vor Ort auch der jahrzehntelangen Lernortkooperation zwischen der Akademie für Hörakustik (afh) und der LBS auf dem Campus Hörakustik zu verdanken sei.

Beruf des Hörakustikers als Berufung

Die Hörakustik zeichnet sich laut aktueller Umfrage des GKV Spitzenverbandes durch höchste Kundenzufriedenheit bei der individuellen Versorgung von schwerhörigen Menschen aus. 90 Prozent der Versicherten gaben an, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation zu sein. „Diese sehr große Wertschätzung macht den Beruf des Hörakustikers zur Berufung“, sagte Janine Otto.

3200 Auszubildende an der Akademie

Der anspruchsvolle Beruf des Hörakustikers hat sich als Alternative zum medizinischen Studium etabliert. Die Branche wächst: Derzeit bildet die Akademie 3200 Auszubildende aus, allein 2019 haben mehr als 1000 junge Menschen ihre Ausbildung in einem der rund 6600 Meisterbetriebe begonnen.

Arbeitsvertrag in der Tasche

„Die Zukunft ist nicht nur abwechslungsreich für die jungen Hörakustiker, sie ist auch sicher“, sagte Vizepräsident Hans-Jürgen Bührer. So haben so gut wie alle Absolventen ihren Arbeitsvertrag am Tag der Freisprechung bereits in der Tasche, oft werden sie direkt von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.

LN

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