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Lübeck 875 Jahre Lübeck: Eine Stadt feiert sich selbst
Lokales Lübeck 875 Jahre Lübeck: Eine Stadt feiert sich selbst
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21:10 11.01.2018
Startschuss fürs Jubiläum (v. l.): LTM-Chef Christian Martin Lukas, stellvertretender Stadtpräsident Klaus Puschaddel (CDU), Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos).
Startschuss fürs Jubiläum (v. l.): LTM-Chef Christian Martin Lukas, stellvertretender Stadtpräsident Klaus Puschaddel (CDU), Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos). Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

875, das sei „nicht eben eine runde Zahl“, gab Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) gleich zu Anfang zu, „aber doch eine herausgehobene Zahl“. Ein willkommener Anlass für die Stadt jedenfalls, „sich selbst ein wenig zu feiern“. Er erinnerte an Lübecks Vergangenheit als „global player“ des Mittelalters und teilte einen gezielten Seitenhieb an Freihandels-Gegner aus: „Das Wesen der Hanse war freier Handel, unter anderem.“ Klaus Puschaddel (CDU), stellvertretender Stadtpräsident, betonte die Bedeutung des Jubiläums für das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Stadtspitze und Stadtmarketing haben gestern im Rathaus das Programm zum 875. Jubiläum Lübecks vorgestellt. Die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) hat sich einiges einfallen lassen – darunter ein Buch mit 87,5 Lübeck-Geschichten und einen Logo-Generator.

Buch zum 875.

Das Jahrbuch zum Jubiläumsjahr ist für 3,90 Euro zu kaufen in den LN-Geschäftsstellen in Lübeck (Julius-Leber- Straße 9-11, Herrenholz 10-12) und Bad Schwartau (Markttwiete 8), außerdem in der Tourist- Information (Holstentorplatz 1) und bei Hugendubel (Königstraße 67a).

Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) pries Lübeck als Kulturstadt („leider nicht Kulturhauptstadt“) und seine Einwohner als „Kulturmenschen“. Sie warb für die vielen kulturellen Veranstaltungen des Jahres. LTM-Chef Christian Martin Lukas erläuterte die Idee hinter dem Jubiläum mit den Worten: „Es geht nicht um Veranstaltungen, es geht nicht um Häuser, sondern um Lübeck.“

Wie präsentiert nun Lübeck sich zum Jubiläum?

Die Veranstaltungen: Kulturelle Vielfalt. Zum zweiten Mal wird Lübeck vom 8. bis 10. Juni das Hanse-Kulturfestival veranstalten – aber nicht als Neuauflage der gelungenen Premiere von 2016. Diesmal wird es nicht rund um den Koberg stattfinden, sondern im Aegidienviertel, das nach Kathrin Weihers Worten „immer so ein bisschen verkannt“ wird. Im Rahmen des Musikfestivals „Kunst am Kai“ auf der Wallhalbinsel wird im August die Lübeck-Jugendoper „Tausend Jahre und ein Tag“ uraufgeführt. Die Schauspielschüler der Gemeinnützigen führen im Sommer an verschiedenen Spielorten das Zeitreise-Theaterstück „Der Lubeca- Code“ auf. Das St.-Annen-Museum und das Hansemuseum zeigen ab September eine Sonderausstellung zur Stadtgeschichte. Und das ist nur eine kleine Auswahl aus den Veranstaltungen zum Jubiläum.

Das Jahrbuch: 87,5 Geschichten. Manche Geschichten sind einfach zu schön, um nicht wahr zu sein. Viele Lübeck-Geschichten sind historisch nicht oder nur unzulänglich verbürgt. Das von der LTM herausgegebene Jahrbuch erzählt Anekdoten, historische Fakten, Legenden. Den Wahrheitsgehalt haben die Autoren jeweils auf einer Punkteskala von 1 bis 5 bewertet. Sehr viele – darunter die Kurzbiografien von Mann, Brandt, Grass, der Bürgerschaftsbeschluss über die Restaurierung des Holstentors, die Pestepidemie von 1349 – bekommen fünf Punkte. Nur einen Punkt bekommt dagegen die Legende um den Teufel und die Marienkirche. Das aufwendig gestaltete Buch im Magazin-Format enthält außerdem das gesamte Veranstaltungsprogramm mit Erläuterungen.

Logo-Generator und Spurenbuch: Interaktion digital und analog. Seit Donnerstag, 16 Uhr, steht die Website luebeck-hat-geburtstag.de im Netz. Dort gelangt man auf den Logo-Generator. Aus der Grundform „875 – Lübeck hat Geburtstag“ kann dort jeder Nutzer seinen eigenen Werbespruch herstellen, indem er „hat Geburtstag“ durch beliebige Worte ersetzt – zum Beispiel: „875 – Lübeck feiert durch“. Er bekommt das Logo im vorgegebenen Design dann als Bilddatei per Mail geschickt. Auf der Website sind außerdem der Veranstaltungskalender, aktuelle Meldungen und die 87,5 Geschichten aus dem Jahrbuch zu finden. In den sozialen Medien läuft das Jubiläum unter dem Hashtag #875luebeck. Auch analog haben Bürger die Möglichkeit mitzuwirken: Fünf „Spurenbücher“ werden in der Stadt kursieren wie einst Poesiealben. Darin können Lübecker sich mit Geschichten verewigen.

 Hanno Kabel