Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Vattenfall schreibt an alle Lübecker Kommunalpolitiker
Lokales Lübeck Vattenfall schreibt an alle Lübecker Kommunalpolitiker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:24 27.11.2019
Seit Dezember 2018 hat Vattenfall, Betreiber der Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel, eine Abbruchgenehmigung für Brunsbüttel. Vier Deponien in Schleswig-Holstein kommen für Ablagerung von freigemessenem Bauschutt in Frage. Am Donnerstag stimmt die Bürgerschaft darüber ab, ob sie den Bauschutt annimmt. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck/Hamburg

Am Donnerstag stimmt die Bürgerschaft darüber ab, ob Lübeck Bauschutt aus Atomkraftwerken (AKW) auf der Deponie Niemark ablagert. Eine breite Mehrheit ist dagegen. Vattenfall, Betreiber der AKWs in Brunsbüttel und Krümmel, hat an alle Kommunalpolitiker geschrieben und einen Dialog sowie einen Besuch in einem Kernkraftwerk angeboten.

„Wir nehmen die Sorgen sehr ernst“

Die Landesregierung und Vattenfall befürchten, dass Lübeck mit dem Bürgerschaftsbeschluss die Tür zumacht – und dass dann womöglich andere Deponiestandorte nachziehen. Vattenfall schreibt, dass beispielsweise Dämmstoffe oder Asbest aus abgerissenen AKW auf den Deponien entsorgt werden soll. „Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand“, heißt es in dem Schreiben, „es gibt auch Sorgen, die wir als Betreiber der Anlagen zwar für unbegründet halten, aber dennoch sehr ernst nehmen.“

Vattenfall bietet einen Dialog mit Fraktionen und einzelnen Politikern an und lädt zu einem Besuch von Anlagen in Brunsbüttel oder Krümmel ein. „Ganz konkret könnten wir Ihnen das Thema der Freimessung nahebringen“, schreibt der Betreiber. Alle Abfälle, die auf die Deponien sollen, werden freigemessen – das heißt, sie müssen weniger als zehn Mikrosievert Strahlung aufweisen, um als unbedenklich zu gelten. Das Angebot sei bisher leider ohne Resonanz geblieben, bedauert Vattenfall.

FDP wie Grüne gegen pauschale Ablehnung

Die FDP lehnt ebenso wie die Grünen die Annahme von freigemessenem Bauschutt auf Niemark nicht pauschal ab, erklärt Kreisvorsitzender Daniel Kerlin: „Leider ist die Debatte von Hysterie und Populismus geprägt.“ Die Liberalen fordern, dass der angelieferte Bauschutt nicht durch andere Stoffe wie Asbest verunreinigt ist, dass die Stadt den Müll selbst noch einmal kontrollieren kann und dass die Müllgebühren für die Lübecker durch die Ablagerung nicht steigen.

SPD bleibt bei ihrem Nein

Die SPD bleibt bei ihrem Nein zum AKW-Bauschutt auf Niemark. „Das zuständige Kieler Umweltministerium sucht händeringend nach einer billigen Kostenlösung zur Lagerung des AKW-Schutts“, erklärt SPD-Umweltexperte Marek Lengen. Diese Strategie habe der amtierende Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) von seinem Vorgänger Robert Habeck (Grüne) geerbt. Lengen: „Wir lehnen das entschieden ab.“ Die Mehrheit der Lübecker wolle keinen AKW-Bauschutt vor der Haustür.

Von Kai Dordowsky

Gute Sache, schlechte Sache? Für Grundstücke mit Erbbaurecht spricht sich Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) aus. Auf einer Veranstaltung der Wohnungswirtschaft. Deren Vertreter lehnen das ab.

27.11.2019

Aufatmen bei Autofahrern: Seit Mittwochmorgen ist die Zufahrt von der Ratzeburger Allee auf die Wakenitzbrücke wieder frei. Die Arbeiten gingen schneller voran, als gedacht. Im März 2020 beginnen die Bauarbeiten an der anderen Seite der Brücke.

27.11.2019

Lübecks neuer Kultur-Kiez: Jetzt hat das Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) seinen Sitz bei der Kulturwerft auf der Roddenkoppel. Damit mausert sich das Areal zum pulsierenden Kunst-Quartier.

27.11.2019