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Lübeck Ärzte reden über neue Lungen-Therapien
Lokales Lübeck Ärzte reden über neue Lungen-Therapien
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20:10 06.03.2013
Von Torsten Teichmann
Prof. Matthias Kopp horcht die Lunge eines Patienten ab. Der Mediziner baute 2010 den neuen Fachbereich „Kinderpneumologie und Allergologie“ im Universitätsklinikum auf. Quelle: Torsten Teichmann

Weitere Aufwertung der Wissenschaftsstadt Lübeck: 500 Kinderlungenfachärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tagen vom heutigen Donnerstag bis einschließlich Sonnabend auf dem Campus.

Erstmals findet die Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (Kinderlungenheilkunde) in Schleswig-Holstein statt. Dass das Lübecker Universitätsklinikum Tagungsort dieses hochrangigen Kongresses ist, hat gute Gründe. Damit werde die „hervorragende Arbeit“ gewürdigt, die im Bereich der Kinderlungenheilkunde an der Lübecker Klinik für Kinder- und Jugendmedizin geleistet werde, erklärte die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie.

Seit 2010 gibt es in der Kinderklinik den Fachbereich „Kinderpneumologie und Allergologie“, aufgebaut und geleitet von Prof. Matthias Kopp. Nach Aussage des 47 Jahre alten Mediziners hat sich in den vergangenen drei Jahren einiges getan. „Wir haben nun die Möglichkeit, Kinder, die unter schwer verlaufenden chronischen Atemwegserkrankungen leiden, mit modernen Methoden zu untersuchen und ihnen auf hohem Niveau Unterstützung und Hilfe aus einer Hand anzubieten.“ Die Lübecker Universität bildet im Netzwerk des Deutschen Lungenzentrums (DZL) gemeinsam mit dem Lungenklinikum Großhansdorf und dem Forschungszentrum Borstel den „Standort Norden“. Neben Lübeck gibt es in Deutschland nur vier Weitere DZL-Standorte: Hannover, München, Heidelberg und Gießen/Marburg.

In den vergangenen Jahren ist der Stellenwert der Lungenforschung in Deutschland deutlich gestiegen. Eine der Gründe ist die Zunahme von Atemwegserkrankungen, vor allem von Allergien. In Deutschland leiden 4000 Kinder und Erwachsene unter Dauerhusten und haben oft Lungenentzündungen. Eine von ihnen ist die fünfjährige Lena (Name geändert), die in der Lübecker Kinderklinik behandelt wird. Schon seit ihrer Geburt leidet Lena immer wieder an Mittelohrentzündungen und chronischem Husten. Fünfmal musste das Kind wegen einer schweren Lungenentzündung in Kliniken behandelt werden. „Wir haben eine Odyssee hinter uns, aber niemand konnte uns sagen, warum unsere Tochter dauern so krank ist“, erzählt Lenas Mutter. An der Kinderklinik in Lübeck wurde jetzt die Diagnose gestellt: Die Fünfjährige leidet unter einer seltenen Lungenerkrankung, der sogenannten primären Ziliendyskinesie. Um Kinder wie Lena geht es auf dem dreitägigen Kongress der Kinderlungenfachärzte.

„Bei der Erkrankung von Lena schlagen die winzigen Flimmerhärchen nicht, die durch ihre Bewegung normalerweise Schleim und damit auch Bakterien, Viren und kleine Staubpartikel aus den Atemwegen hinaustransportieren“, erläutert der Wissenschaftler Matthias Kopp, der 2009 von der Universität Freiburg nach Lübeck kam. Menschen wie Lena leiden deshalb unter Dauerhusten. Ziel sei es, so Kopp, Patienten mit einer primären Ziliendyskinesie so früh wie möglich zu erkennen. „Nur so können wir bleibenden Lungenschäden vorbeugen. In Lübeck können wir mit Hilfe eines modernen Videomikroskops die Bewegung der Flimmerhärchen auf den Atemwegszellen genau analysieren“, erläutert der Wissenschaftler.

„Wir sind stolz darauf, dass Lübeck als Kongressort ausgewählt worden ist, und sind gespannt auf einen lebendigen Austausch mit vielen Experten“, sagte Kopp, der Tagungspräsident ist. Hauptthema der Tagung ist die „Individualisierte Medizin in der Kinderpneumologie“. Um die Lungenforschung voranzutreiben und neue maßgeschneiderte Therapien für erkrankte Kinder zu entwickeln, brauche man einen gut vernetzten Verbund von Ärzten und Forschern, erklärte der Wissenschaftler: „Das kann heute niemand mehr allein leisten.“

Neuer Fachbereich
Im Fachbereich Kinderpneumologie und Allergologie des Universitätsklinikums, der seit 2010 besteht, arbeiten sieben wissenschaftliche Mitarbeiter (Ärzte und Biologen), sechs medizinische Fachangestellte und fünf Doktoranden der Medizin. Eines der Hauptziele ist es nach Aussage des Fachbereichsleiters Prof. Dr. Matthias Kopp, „die Patientenversorgung weiter zu verbessern“. Die Kinderlungenheilkunde, die sich mit Erkrankungen der Atemwege beschäftigt, ist eine hoch spezialisierte Fachdisziplin.

Torsten Teichmann

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