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Lübeck Architekturforum baut Pontonbrücke über den Wallhafen
Lokales Lübeck Architekturforum baut Pontonbrücke über den Wallhafen
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19:02 17.08.2019
Aktion Brückenschlag: Das Architekturforum baut für drei Wochen eine Brücke über den Wallhafen, um Altstadt und St. Lorenz Nord zu verbinden. Norbert Hochgürtel und Inga Mueller-Haagen mit einer von den LN improvisierten Querung aus Legosteinen. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Am 4. September um 18 Uhr schneidet Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) ein Band durch. Und dann können Fußgänger und Radfahrer drei Wochen lang über eine Pontonbrücke den Wallhafen zwischen Nördlicher Wallhalbinsel und Roddenkoppel überqueren. „Wir schlagen symbolisch und ganz praktisch eine Brücke von der Altstadt in die Vorstadt“, sagen Norbert Hochgürtel und Inga Mueller-Haagen vom Architekturforum.

Das Jubiläumsprogramm

Das Architekturforum wird 20 Jahre alt und hat aus diesem Grund ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt.

Es beginnt am Mittwoch, 4. September, um 18 Uhr mit dem Brückenschlag auf der Nördlichen Wallhalbinsel. Um 19 Uhr werden die ersten Brückengänger an der Kaikante der Roddenkoppel von Christopher Dell, Professor für Städtebau an der Universität der Künste in Berlin, mit einer Performance erwartet.

Am Sonntag, 8. September, organisieren Forum und Denkmalpflege um 10 Uhr eine rund 15 Kilometer lange Radtour, die zu Gebäuden des „roten Bauhauses“ führen. Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich (0451-1224812). Am gleichen Tag startet um 15 Uhr an der Pontonbrücke auf der Seite Nördliche Wallhalbinsel eine Begehung der Industriedenkmale auf der Roddenkoppel.

Am Freitag, 13. September, richtet die Bundesstiftung Baukultur eine Veranstaltung in der Kulturwerft Gollan (11.30 Uhr) aus, in der es um „neue Wegeräume für die Stadt“ geht. Das Forum eröffnet im Anschluss eine Ausstellung, die auf das 20-jährige Bestehen zurückblickt.

Am Sonnabend, 14. September, findet der Architektursommer auf dem Schrangen statt. Ab 13 Uhr werden verschiedene Orte besucht, an denen sich das Forum in die Gestaltung eingemischt hat – beispielsweise die Brücke an der Obertrave oder der Drehbrückenplatz.

Am Abend des 14. September findet ab 18.30 Uhr die Jubiläumsfeier des Architekturforums in der Kulturwerft Gollan statt. Auf der Feier gibt es einen Festvortrag des früheren Hamburger Oberbaudirektors Prof. Jörn Walter.

Alle Veranstaltungen sind für die Bürger kostenlos, bis auf die Jubiläumsfeier. Dafür müssen Eintrittskarten beim Architekturforum erworben werden. Alle Informationen gibt es online unter www.architekturforum.de.

Anfang September rückt eine Berliner Spezialfirma an, die die 80 Meter lange Querung bauen wird – unterstützt vom Technischen Hilfswerk. „Die Brücke besteht aus hohlen Plastikwürfeln, die ineinandergesteckt werden und sehr stabil sind“, versichert Norbert Hochgürtel. Die Brücke erhält Geländer und Rampen, die den Übergang von den Kaikanten zur Pontonbrücke bilden. Hochgürtel, Vorsitzender des Architekturforums: „Alles ist von den Behörden – von der Wasserschutzpolizei bis zur Hafenbehörde – abgestimmt und genehmigt.“

So geht’s zur Brücke. Quelle: Jochen Wenzel

Das Forum engagiert auch einen Sicherheitsdienst, der bei zu großem Andrang das Betreten der Brücke steuert. Die Querung kann nur benutzt werden, solange es hell ist. Auch mit der Ausflugsschifffahrt und der Firma, die den Holzumschlag im Wallhafen tätigt, sei alles geregelt, versichern die Architekten.

20 Jahre Architekturforum

Die Pontonbrücke verbindet die Nördliche Wallhalbinsel mit der Gollan-Kulturwerft. „Wir mussten eine Stelle suchen, an der die Baumaßnahmen möglich sind“, erklärt Hochgürtel. Auf der Nördlichen Wallhalbinsel gehöre das Gelände der KWL, auf der gegenüberliegenden Seite Thilo Gollan, der die Kulturwerft betreibt. Gollan kämpft schon länger um eine Querung. Denn die Kulturwerft liegt nur 300 Meter Luftlinie von der Altstadtinsel entfernt. Wer sie erreichen will, muss aber zwei, drei Kilometer fahren. „Wir würden uns eine Brücke wünschen“, erklärte der Unternehmer bereits im März vergangenen Jahres im Kulturausschuss der Bürgerschaft.

Botschaft: Lübeck ist mehr als die Altstadt

Mit der Aktion läutet das Architekturforum, in dem 130 Architekten, Landschaftsplaner, Ingenieure, Soziologen und Denkmalpfleger organisiert sind, nicht nur seine Jubiläumsfeiern zum 20-jährigen Bestehen ein. Das Forum will damit die Botschaft aussenden, dass Lübeck nicht nur aus der Altstadt besteht und dass in den Vorstädten die Entwicklung der Zukunft liegt. „Wenn Lübeck 4000 neue Wohnungen braucht, dann geht das nicht in der Altstadt“, sagt Norbert Hochgürtel, „die Potenziale liegen in den Vorstädten.“

20 Jahre Architekturforum

Die Debatte über die Schrangen-Bebauung Mitte der 1990er Jahre war der Auslöser für die Gründung des Architekturforums. Aus einem losen Zusammenschluss von Planern und Architekten wurde am 3. März 1999 ein eingetragener Verein. Über 30 Mitglieder zählte das Forum vor 20 Jahren, heute sind 130.

Im Jahr 2000 startete das Forum zusammen mit der Volkshochschule eine Vortragsreihe zu Architektur, Städtebau und Landschaftsgestaltung. In diesem Jahr geht es um Brückenschläge. „Zehn Schritte zur guten Fußgängerbrücke“ heißt ein Vortrag, der „Hamburger Deckel“ ein anderer. Das Programm findet sich auf www.architekturforum-luebeck.de..

2001 initiierte das Forum nach eigenen Angaben die spätere Gründung eines Gestaltungsbeirates, der bis heute bei wichtigen Bauvorhaben in der Stadt angehört wird. 2007 bespielte das Forum einen Sommer lang ein leerstehendes Altstadthaus. Vorträge, Ausstellungen, Kinovorführungen fanden im „Haus der Baukultur“ statt.

Von 2016 bis 2019 beteiligte sich das Forum am Parking Day, an dem Parkplätze von Bürgern belegt werden. Mit den Parking Days wollen Organisationen und Initiativen demonstrieren, dass der öffentliche Raum anders genutzt werden kann als für das Abstellen von Autos.

In die Diskussion über die Zukunft der Altstadt mischte sich das Forum mit einer umfangreichen Publikation ein. „Lübeck wohin?“ sammelte zahlreiche Fakten zur Situation der Innenstadt und diente vielen Bürgern als Grundlage für die öffentliche Debatte. Das Forum mahnte aber auch öffentlich eine zügige Umsetzung durch die Politiker an. Der Verein will keine autofreie Innenstadt, aber eine deutliche Zurückdrängung der Autos und Vorrechte für Fußgänger und Radfahrer.

Die Architekten nehmen auch immer wieder Stellung zu konkreten Themen – zum Asphalt rund um den Koberg, zur Verkehrsberuhigung der Königstraße , zur Gestaltung des Haerder-Centers oder zur Situation der Fußgänger in der Altstadt.

Das Forum gibt immer wieder aufwendig gestaltete Publikationen heraus. Das war schon ein Jahr vor der offiziellen Vereinsgründung so, als sich Architekten und Stadtplaner mit der Roddenkoppel befassten. Im Sommer 2018 erschien „Lübecks grünes Band“. Diese Broschüre befasst sich mit der Planung und dem heutigen Zustand der Wallanlagen.

Die gesamte Arbeit des Forums erfolgt nach Angaben des Vorstandes ehrenamtlich.

Die Nördliche Wallhalbinsel wird zu einem Wohn-, Kultur- und Gewerbequartier entwickelt. Gollan hat mit der Kulturwerft die Roddenkoppel belebt. Auf dem früheren Schlachthofgelände sind Wohnungen geplant. Die Stadt bekommt vom Land 500 000 Euro für den Stadtumbau West. 72 Millionen Euro sind auf dem Areal Roddenkoppel, Schlachthof und Einsiedelstraße für Wohngebiet, Gewerbe und Erholungsflächen kalkuliert. „In den gesamten Bereich wird Bewegung kommen“, sind sich Hochgürtel und Mueller-Haagen sicher.

Ein paar Minuten statt einer halben Stunde Fußweg

Gäbe es eine Brücke, könnten sich Fußgänger und Radfahrer innerhalb von Minuten zwischen St. Lorenz Nord und Altstadt bewegen. Jetzt, so hat das Architekturforum gemessen, braucht man zu Fuß über eine halbe Stunde, um entweder über die Marienbrücke oder die kleine Fußgängerbrücke auf die andere Seite des Wallhafens zu gelangen.

Über die Kosten des Brückenschlages wollen die Architekten nicht reden. Die Stadt müsse nichts bezahlen, stellen Hochgürtel und Mueller-Haagen klar. Die Kosten seien nicht unerheblich und würden aus Mitgliedsbeiträgen sowie aus Spenden finanziert.

Von Kai Dordowsky

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