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Lübeck Altern zwischen Demenz und Depression
Lokales Lübeck Altern zwischen Demenz und Depression
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18:24 28.03.2019
Besonders wichtig ist bei einer psychischen Erkrankung der Beistand der Angehörigen. Quelle: dpa
St. Jürgen

Das Leben auch im Alter genießen – wer wünscht sich das nicht? Viele suchen nach dem Erfolgsrezept dafür. Dabei ist es gar nicht so leicht, alle Hürden des Älterwerdens zu meistern. Krankheiten, Einsamkeit oder der Verlust eines geliebten Menschen können die Lebensfreude trüben. Aber wie geht man mit einem Schicksalsschlag um? Wie kann man trotz allem glücklich weiterleben? Eine Antwort auf diese Fragen hat Dr. Arno Range, Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Ameos Klinikum in Lübeck. Am Mittwoch hielt er dort einen Vortrag über die psychischen Erkrankungen Demenz und Depression im Alter. Er informierte knapp 40 Besucher über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

„Körper und Seele bilden eine Einheit“

Bei der Demenz sind die Nervenzellen geschädigt, so dass Informationen nicht mehr verarbeitet werden und die Gehirnmasse schrumpft. Patienten würden meist Gedächtnisverluste und kognitive Störungen, die zum Beispiel das Sprachvermögen oder die Bewegungsfähigkeit einschränken, erleiden, sagte Range. Eine Depression könne neben den typischen Anzeichen wie Hoffnungs- und Emotionslosigkeit oder sozialem Rückzug auch andere Symptome haben. Arno Range erklärte: „Körper und Seele bilden eine Einheit. Im Alter gehen mit einer Depression häufig auch körperliche Beschwerden einher.“ So würden Patienten oft unter Schwindel- und Schwächeanfällen, an Bauch- und Kopfschmerzen oder an Herzproblemen leiden.

Ist Demenz gleich Alzheimer?

Es kamen auch Anmerkungen aus dem Publikum. Eine Besucherin fragte zum Beispiel, ob Demenz dasselbe wie Alzheimer sei. Referent Range erklärte daraufhin, dass es sich bei Alzheimer um eine bestimmte Form der Demenz handle, bei der der Körper ganzheitlich betroffen ist. Parallel dazu gebe es noch die vaskuläre Demenz, bei der einzelne Bereiche des Gehirns nicht mehr genug durchblutet werden und so nur bestimmte Fähigkeiten verloren gehen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Depression könne durch eine Therapie oder entsprechende Medikamente erfolgreich behandelt werden. Auch eine Demenz werde oft medikamentös behandelt, hier könne der Verlauf aber nur verzögert und nicht aufgehalten werden. Besonders unterstützende Maßnahmen, wie zum Beispiel der Besuch von Selbsthilfegruppen, könnten den Weg aber erleichtern. Dies könne auch für Angehörige hilfreich sein, um den Umgang mit Erkrankten zu lernen. „Wichtig ist eine Kommunikation mit dem Demenzkranken, die ihn erreicht und auf seine Emotionen eingeht“, erklärte Arno Range.

Ameos Oberarzt Dr. Arno Range: „Wichtig ist eine Kommunikation mit dem Demenzkranken, die ihn erreicht und auf seine Emotionen eingeht.“ Quelle: Ameos Oberarzt Dr. Arno Range

Vorsorgemaßnahmen sind wichtig

Zudem sollten unbedingt Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Wenn sich jemand von einer Demenz oder Depression bedroht fühle, solle er sich an Angehörige wenden und professionelle Hilfe suchen. Demenz-Tests könnten beim Hausarzt oder in einer entsprechenden Klinik gemacht werden. Für einen Klinikaufenthalt könne man sich entweder selbst oder mit einer Überweisung vom Hausarzt anmelden. Im Ameos Klinikum würden Patienten sowohl stationär, als auch in einer Tagesklinik behandelt. Auf dem Plan stehen dann unter anderem Psychotherapie- und Ergotherapiegruppen, Biografiearbeit und Gedächtnistraining.

Gesellschaft tut gut

Wie gut die Gesellschaft einer Gruppe tut, weiß die Besucherin Marianne Rühmland-Pfeiffer aus Lübeck. Sie nimmt selbst an zwei Tanzgruppen teil. „Das macht so viel Spaß und ist gut für Körper und Geist. Ich nenne es Gripsgymnastik“, erzählte die Lübeckerin. Sie besuchte den Vortrag aus Interesse. „Es ist einfach beruhigend, wenn man gut darüber informiert ist.“ So könne man mit Erkrankten adäquat umgehen und wisse auch, was zu tun sei, falls man einmal selbst betroffen sein sollte.

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